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bees Wohnzimmer

Mittwoch, März 08, 2017

Volksweisen im Wandel der Zeit

Minimeins bringt natürlich allerlei Wortschatz und Liedgut aus dem Kindergarten nach Hause. Immerhin nicht zu schlimme Schimpfwörter (jedenfalls im Vergleich zum hiesigen kirchlichen Kindergarten - da lernen die Kinder wirklich heftige Sachen).

Wir haben damals "Alle Jahre wieder" neu betextet, in sämtliche denkbare (und auch undenkbare) Formen. Und jahreszeitenunabhängig. Selbstredend.

Minimeins bringt sowohl umgetextete Lieder als auch kleine Gedichte mit und trägt sie dann vor. Sie entbehren nicht einer gewissen Morbidität. Naja, vielleicht findet er dann auch dermaleinst Loriots 'Mörderischer Advent' gut. Ich vermute allerdings stark, daß die älteren Geschwister anderer Kinder auch einen nicht unerheblichen Anteil am "Liedgut" haben.

Hier eine kleine Kostprobe aus seinem Repertoire.

24 Handgranaten
flogen über’n Kindergarten.
Opa schießt sie alle tot,
Oma sagt: „Du Vollidiot.“

Alle meine Entchen
fahren Motorboot,
fahren Motorboot.
Fahren 180,
waren alle tot.

Schneller, Propeller,
die Oma fliegt in’n Keller,
der Opa hinterher
mit dem Schießgewehr.

Drei Chinesen mit dem Monstertruck
saßen auf der Straße und erzählten sich was.
Da kam die Polizei: „Ja, das ist ja krass!“
Drei Chinesen mit dem Monstertruck.

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Sonntag, Oktober 30, 2016

Der längste Tag des Jahres

... war nämlich heute. 25 Stunden.

Gestern habe ich Minimeins erzählt, daß die Uhren umgestellt werden. Eigentlich wollte ich noch erklären, was das heißt, aber Minimeins war (ausnahmsweise) schneller.

Und wo werden die hingestellt?

Genau mein Humor, das Kind. :-D

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Dienstag, September 13, 2016

Kindermund

Minimeins kam kürzlich aus dem Kindergarten nach Hause.

ich: Na, war's schön?
Minimeins: Ja. Ich glaube, ich hab mich verfreundet. Mit der L.

Ich bin jetzt nicht ganz sicher, ob er befreundet meinte oder verheiratet. Er findet es nämlich auch total lustig, daß manchmal gehupt wird, wenn das Brautpaar vom Standesamt oder der Kirche irgendwohin fährt.

Neulich im Auto.

Minimeins: Mama, kannst Du mal hupen?
ich: Nein, kann ich nicht, man darf nicht einfach so hupen, ohne Anlass.
Minimeins: Aber wenn einer heiratet, dann dürfen alle hupen! Mama, wer heiratet denn bald mal?

* * *

Wieder eine Kindergartengeschichte. Ich frage Minimeins, was er denn so gespielt hat.

ich: Minimeins, ich hab gelesen, ihr wart heute draußen. (Das ist nichts ungewöhnliches, die gehen jeden Tag raus.) Was spielt ihr denn da immer so? Mit Autos? Oder im Sand? Oder was anderes?
Minimeins: Heute haben wir Mädchengift gemacht!
ich: Mädchengift? Was ist das denn?
Minimeins: Wenn da ein böses Mädchen kommt, dann geben wir der das und dann ist die wieder weg.
ich: Hm, aber ihr habt doch eigentlich nur nette Mädchen in der Gruppe. Oder gibt es ein nicht nettes?
Minimeins: Nee, die sind alle nett. Aber wenn mal ein böses dazukommt, haben wir ja das Mädchengift.

Aus der Reihe: sei allzeit gut vorbereitet auf Eventualitäten.

(Da gibt es einen bayrischen Witz.
Ein paar Männer sitzen im Wirtshaus und spielen Karten.
Sagt der erste: Wos stinkt denn so doherinnen?
Sagt der zweite: Des wern die Hund sei.
Sagt der dritte: Aber es sind doch goar koa Hund net do?!
Sagt der vierte: Die wern scho noch kumma.)

* * *

Minimeins spielt ganz gern mit dem Nachbarsjungen, nennen wir ihn J. Der J. ist zwar ungefähr 2,5 Jahre älter, das stört die beiden aber nicht.

Minimeins zu mir: Du, Mama? Wenn der J. mal wieder bei seinem Papa ist, dann lade ich die Mama vom J. mal zu mir ein.
ich: Wieso das denn? Damit sie dann nicht alleine ist?
Minimeins: Nee, dann kann ich mich mal in Ruhe mit der unterhalten, dann stört der J. uns nicht immer.


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Freitag, August 05, 2016

Geheimnisvoll

Minimeins ist im Bad, er hat eigentlich nur eine Aufgabe: Hände waschen. Da 'Schnell' nicht unbedingt sein zweiter Vorname ist, lasse ich ihn eine Weile da rumdödeln. Als er allerdings schon eine seeeehr lange Weile im Bad ist und es außerdem verdächtig still ist, frage ich nach.

ich: "Minimeins, was machst Du denn so lange?"
Minimeins (singend): "Nichts, was ich Dir verrate!"

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Donnerstag, Juli 28, 2016

Am Anfang war das Wort

Rakete läuft endlich. Hurra. Er hat sich auch lange genug Zeit damit gelassen. 

Nun warten wir darauf, daß er auch ein wenig sprechen möge. Bislang kann er sehr deutlich ausdrücken, wenn er etwas NICHT möchte (ein sehr willensstarkes Kind, wie man so schön sagt). 'Nein' braucht er dafür nicht, die Körpersprache reicht aus (am harmlosesten ist noch vehementes Kopfschütteln). 'Ja' sagt er auch nicht, sondern so lange "da!", bis ich das genehme rausgefunden habe.

Ab und zu sagt er "Mamam", was aber nicht spezifisch Mama bedeutet. Was genau es ist, weiß ich auch nicht (bei Minimeins damals war es sowohl 'Mama' als auch 'essen' bzw. 'Essen/Nahrung').

Neulich allerdings hat er mich anklagend angeguckt, seinen leeren Joghurtbecher (er ernährt sich vorzugsweise von Joghurt, Apfelmus, Keksen und Milch) hochgehalt und "alle!" gesagt.

Tja. Andere Kinder sagen als erstes Wort 'Mama' oder 'Papa' oder 'Auto', Rakete sagt 'alle'. 

Er wird schon noch anfangen mit Sprechen. Minimeins ist ja auch eher ein Spätstarter gewesen, dafür hört er jetzt gar nicht mehr auf damit (und wenn er nicht spricht, dann singt er). Vielleicht ist es bei Rakete genauso, obwohl er sonst in vielerlei Hinsicht ganz anders ist als sein großer Bruder.

Aber Sprache bislang? Alle.

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Donnerstag, Mai 12, 2016

Kindermund

Minimeins hat die Kindermusik eingeschaltet und auf ich nenn's mal kräftige Zimmerlautstärke gestellt. Dazu erzählt er mir irgendwas oder er erzählt etwas, was zum Spiel gehört. Genau weiß ichs nicht, ich verstehe ihn nämlich nicht so richtig.

ich: Minimeins, wenn die Musik an ist und Du gleichzeitig redest, verstehe ich keins von beidem.
Minimeins: Aber warum denn nicht, Mama? Du hast doch zwei Ohren!

* * *

Minimeins hat beim Flohmarkt abgestaubt und ein Müllauto sowie zwei LKWs mit Kran und diversen Müllcontainern sowie ein paar Giftmüllfässern bekommen.


Kurz nach dem Flohmarkt fahren wir noch zum Tag der offenen Tür der Musikschule. Dabei kommen wir an einem Supermarktparkplatz vorbei, auf dem ebenfalls Wertstoffcontainer stehen. 

ich: Minimeins, guck mal, da stehen auch solche Container für Altpapier, wie Du sie hast.
Minimeins: Und wo stellen die ihren Giftmüll hin?

* * *

Mühevoll, aber vergeblich - das Kind zuckt dauernd - versuche ich, Minimeins morgens ein paar Krümel aus den Augen zu fegen. Irgendwann klappt es doch und ich sage zu Minimeins:

Guck mal, das ist der Schlafsand aus Deinen Augen.
Minimeins: Was is das? Wie kommt das in mein Auge rein?

Ich überlege, ob ich nun von Proteinen in Tränenflüssigkeit anfange, entscheide mich dann aber für die Kindervariante.

Das ist Schlafsand. Den hat das Sandmännchen heute nacht in Deine Augen gestreut, damit Du besser einschlafen kannst.
Minimeins entsetzt: Mama! Das soll das Sandmännchen nicht machen! Ich kann das alleine!!!
ich: Was kannst Du alleine? Sand streuen?
Minimeins (immer noch aufgeregt): Nein, einschlafen kann ich alleine! Das kann ich gut. Aber nicht, wenn da ein Sandmännchen ist! Das wohnt hier doch gar nicht!!!

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Dienstag, März 01, 2016

Empathie

Wir haben nur noch zwei Kühlkissen: eines in Form eines Nilpferdes und ein kleineres in Form eines Pinguins. Letzteren gabs irgendwann mal bei Tchibo, allerdings kam er zu zweit daher.

Der zweite Pinguin ist aber kurz nach Raketes Geburt vor ziemlich genau einem Jahr mal kaputtgegangen (ich weiß das deswegen so genau, weil ich plötzlich diesen Schmodder aus dem Kühlkissen an der Hand hatte und auf dem anderen Arm ein gerade eingeschlafenes Neugeborenes und deswegen etwas bewegungsunfähig war...). Ich bin nicht davon ausgegangen, daß Minimeins noch weiß, daß war von den Pinguinen mal zwei Stück hatten.

Neulich öffnet er den Kühlschrank, weil er eigentlich Milch rausholen wollte. Scheint er aber vergessen zu haben, jedenfalls stöbert er in der Kühlschranktür rum. Da steht ja nun auch allerlei Zeugs rum, unter anderem liegen dort die beiden verbliebenen Kühlkissen.

Minimeins holt das Nilpferd raus und spielt ein bißchen damit. Lalalalala, das Nilpferd geht spazieren und tritt auf ein Ei... und so weiter. (Vorsicht vor einem Nilpferd im Kühlschrank, kann ich da nur sagen. Man steht plötzlich vor einem Haufen Rührei. Also imaginär, aber immerhin.)

Dann parkt er das Nilpferd wieder in der Tür und kramt den Pinguin raus. Er wühlt noch ein bißchen weiter in dem Fach rum und fängt dann dramatisch an zu heulen. Ich befürchte, er habe sich wehgetan oder es sei sonst was schlimmes passiert und hechte zum Kind vorm Kühlschrank. Da ist aber nix schlimmes zu erkennen. Häh?

Als er sich etwas beruhigt hat, finden wir heraus, was der Anlaß des Dramas war:

Minimeins (schluchzend):  
Mama, da ist nur noch EIN Pinguin, der andere ist kaputtgegangen. (schluchz, schluchz, SCHLUCHZ!)

Dann fängt er wieder an zu heulen:
Und der hier hat jetzt keine Mama mehr!!!

Da hat er recht: das ist wirklich sehr traurig. Und ich hab jetzt einen Kloß im Hals.

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Mittwoch, Februar 03, 2016

Maschine

Minimeins baut momentan begeistert irgendwelche von ihm erfundenen Maschinen aus Lego Duplo. (Und Rakete neigt - mobil geworden - dazu, sie umgehend wieder zu zerstören*, was das bislang gute brüderliche Verhältnis täglich aufs neue auf die Probe stellt.)

Gerade hat er eine Mohrrübenmaschine gebaut**. Dafür braucht man die Maschine mit seeeehr hohen Türmen und - Überraschung - Mohrrüben. Um Mohrrüben zu bekommen, muß man in einem Affenzahn, möglichst ohne Hausschuhe (rutscht besser), von der Maschine zu irgendeiner im Raum anwesenden Person flitzen, "Mohrrübe!" kreischen brüllen rufen, eine unsichtbare Mohrrübe in Empfang nehmen, zurückflitzen (mit Slide-Einlage) und die Mohrrübe in die Maschine stopfen. Dort wird sie dann gewaschen, geschnitten und wieder zu einer Mohrrübe zusammengebaut.

Die Maschine ist also gerade ein wesentlicher Bestandteil dieses Haushaltes und aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken - bei den praktischen Anwendungsmöglichkeiten ist es sowieso verwunderlich, daß bislang noch niemand so etwas erfunden hat.

Mohrrübenmaschine


Minimeins rennt also hin und her und schreit regelmäßig "Mohrrübe!". Irgendwann hat einer der am häufigsten frequentierten Anwesenden keine rechte Lust mehr und sagt, daß die Mohrrüben alle seien. Minimeins ist sichtlich enttäuscht: "Oooooooh...".

Ich: Gehen vielleicht auch Möhren oder Karotten?
Minimeins: Nein, dann läuft die Maschine langsamer.

Eigentlich logisch.

____________________________________

* Vielleicht brauchen wir doch noch einen Laufstall. Weniger, um Rakete vor der Welt zu schützen, als eher die Welt vor Rakete. In so ein Gitter kann man schließlich auch Minimeins mit seinen Maschinen-Bausteinen reinsetzen.

** Neulich hatte er schon eine Rübenmaschine konstruiert. Ich nehme an, es handelt sich nunmehr um eine Weiterentwicklung. More Rüben.

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Dienstag, Januar 12, 2016

Bitte Ruhe: der Künstler performt

Minimeins singt grad ganz gern. Er ist der Ansicht, wenn man sich neben den Weihnachtsbaum stellt und inbrünstig genug "Oh Tannebaum" schmettert, dann ist wieder Weihnachten und das Christkind kommt noch mal.

Irgendwie funktioniert das aber nicht so richtig und der Baum ist demnächst dann ja auch weg. Mal sehen, was er dann macht. (Wahrscheinlich täglich fragen, wann den Ostern ist.)

Jedenfalls hat er neulich sein Liederbuch aus dem Regal gekramt.

Ah, mein Singbuch! 

Er blättert darin und landet nach kürzester Zeit bei "Backe, backe, Kuchen". 

Ah, da isses ja. Das Lied habe ich gesucht!

Sprichts, legt das Buch auf meinen Stuhl am Esstisch, stützt seine Arme rechts udn links vom Buch auf, starrt konzentriert auf die Noten und singt kräht:

In der Weihnachtsbäckerei...

Überraschend textsicher ist der Knabe, aber das Lied lief hier zum einen ja auch rauf und runter (immer noch mind. einmal täglich) und im Kindergarten wurde es auch ausgiebig gesungen. Also kein Wunder, daß er es auswendig kann. Ich hätte jetzt allerdings ganz gern mal wieder eine Pause davon. So 10 Monate würden mir schon reichen. 

Damit jedoch nicht genug. Als er fertig ist, meint er, das Lied einfach noch mal anders darstellen zu müssen: schreiend und dabei hin und her hopsend und wild den Kopf schwenkend.

Die Weihnachtsbäckerei in der Heavy Metal-Version. Hat was.

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Donnerstag, Dezember 31, 2015

Jahresrückblick 2015

Letztes Jahr habe ich so einen Jahresrückblick erstmals gemacht, eher als Überbrückungsmusik, da ich meine jährliche Bücherliste nicht geführt hatte, aber eigentlich ist das ja auch ganz schön. Also dieses Jahr wieder. Mal sehen, was ich noch so zusammenbekomme, es ist so viel einschneidendes passiert dieses Jahr (ein neues Kind und ein weiter Umzug, das ist viel, finde ich).

Januar
Im Januar bin ich erst mal schwer erkältet und dann (stricke und) warte ich hauptsächlich vor mich hin. Deswegen erzähle ich, wie es überhaupt dazu kam, daß Minimeins zu Hause geboren wurde (und Rakete dann später auch). Das Baby soll am 28. Januar zur Welt kommen (hat die Ärztin ausgerechnet), ich habe den 23. oder den 26. ausgerechnet und siehe da, am 23. ist es dann auch tatsächlich soweit: Rakete kommt als Sterngucker zur Welt. Minimeins ist stolzer großer Bruder und bleibt das auch das ganze Jahr über. Rakete ist ziemlich gelb, aber wir müssen zum Glück trotzdem nicht ins Krankenhaus.

Februar
Der Februar ist - wochenbettbedingt - irgendwie an mir vorbeigegangen. Macht glaub ich auch nix (für 2016 haben wir einen Kalender geschenkt bekommen, in dem der Februar gleich ganz fehlt - was soll uns das wohl sagen?). Ende des Monats kommt die erste Verwandtschaft zum Baby gucken, da ist Rakete schon einen Monat alt. Bei Minimeins kamen sie schon nach ein paar Tagen. Minimeins braucht übrigens tagsüber keine Windel mehr. Das hat er Anfang des Monats beschlossen und meistens klappt das auch. Nur nachts muß noch eine dran. Den ganzen Monat lang liegt Schnee, davon bekomme ich allerdings wenig mit.

März
Die nächste Verwandtschaft rückt an zum Babygucken und ich übernehme mich deswegen gewaltig. Ist halt doch noch Wochenbett, wenn auch spätes. Rakete ist zu faul zum Milch trinken und nimmt nicht richtig zu. Gut drauf ist er trotzdem. Wir müssen künstliche Milch zufüttern, was ich ziemlich furchtbar finde. Immerhin bringt es etwas. Er wird zwar nicht mopsiger dadurch, aber nimmt immerhin das Minimum, was er zunehmen soll, zu. Mein Bootcamp-Rückbildungskurs geht los. Nach dem ersten Mal habe ich zwei Tage lang Muskelkater. Nach dem zweiten Termin auch. Na, Hauptsache es bringt was. Ende des Monats fahren wir gen Norden, um verschiedene Häuser anzusehen. Wir entscheiden uns für eins, unterschreiben den Mietvertrag und Ende des Monats schreibe ich diverse Kündigungen. 

April
Im April melde ich Minimeins am neuen Wohnort im Kindergarten an. Außerdem muß ich alle zwei Stunden Rakete wecken und zum Essen nötigen. Passt ihm natürlich nicht, er ist müde und pennt dauernd wieder ein. Anstrengend ist da, für uns beide. Der Power-Rückbildungskurs geht noch bis Ende es Monats weiter und ich habe immer noch jedes Mal Muskelkater. Außerdem ist Ostern, wir färben Eier und Minimeins hat jede Menge Spaß beim Suchen. Darüberhinaus wirft der Umzug seine Schatten voraus und wir überlegen, was mit umgezogen wird, was nicht, was wir neu anschaffen müssen und überhaupt. Wir packen schon mal den Keller in Kartons und ich fahre ein paar Mal los, um Sachen zu spenden und zu entsorgen. Außerdem machen wir Umzugsfirmencasting. Das ist ziemlich interessant, finde ich. Ende des Monats hat der Mann Geburtstag, gefeiert wird aber erst im Mai.

Mai
Ich bin erkältet und es ist affenheiß. Beide Kinder müssen zu den Vorsorgeuntersuchungen, eines wird geimpft. Rakete hat endlich die 5kg-Marke geknackt und damit immerhin schon ein ganzes Kilo seit der Geburt zugenommen (in vier Monaten...). Wir feiern des Mannes Geburtstag und gleichzeitig den Abschied von München. Außerdem ist noch Grand Prix und ich versuche mein Fahrrad zu verkaufen. Der Nachmieter ist auch etwas seltsam. Der Umzug steht quasi schon vor der Tür, mit zwei Kindern im Schlepptau - selbst wenn eines recht lange im Kindergarten bleiben kann - schafft man viel weniger als man sich so vornimmt. Vor allem, weil man das andere je gefühlt ständig füttert, nachfüttert, wickelt, und zum Essen weckt. Und Flaschen abwäscht. Ende des Monats hat Minimeins Geburtstag, wir feiern den ersten Kindergeburtstag und am Tag drauf fangen wir an,die Zelte abzubrechen bzw. unser Hab und Gut in Kartons zu verstauen. Der Mann meint, wir brauchen weniger als 100 Kartons, ich tippe auf eher um die 120. Seit Ende des Monats hat der Mann Elternzeit (bis Ende Juli).

Juni
Anfang Juni ziehen wir um und kehren München nach knapp neun Jahren den Rücken. Wurde auch Zeit, vermutlich hätten wir später den Absprung nicht mehr geschafft. Ich fahre schon einen Tag vorher mit den Kindern nach Norden (Sonntag), der Gatte verarztet am Umzugstage selbst (Montag) noch die Umzugsfirma und kommt dann mit dem Motorrad nach. Die Jungs mit den Möbeln und den Kartons kommen am nächsten Tag an (Dienstag). Minimeins beschließt, im neuen Zuhause endlich keinen Schnuller mehr zu brauchen (vorherige Versuche, ihn zu entwöhnen, haben regelmäßig im Drama geendet) und siehe da, es geht tatsächlich von einem auf den anderen Tag. Wir haben plötzlich Garten, gefühlt eine Million Kartons, die ausgepackt werden wollen, brauchen dringend ein Sofa, es ist Sommer (richtig Sommer mit heiß und trocken und so), sind auf verschiedenen Geburtstagsfeiern und irgendwie vergeht die Zeit wie im Flug. Die Nachbarn sind ganz in Ordnung und die Wette mit den Kartons habe ich gewonnen, es waren 114. (Auf den versprochenen Kasten Bier warte ich immer noch.) WIr besichtigen den Kindergarten, in den Minimeins gehen wird. Rakete bekommt den ersten Möhrchenbrei. Das mit dem Essen hat er zügig kapiert.

Juli
Der Juli beginnt noch heißer als der Juni endete, Tante D. kommt zu Besuch und verschiedene andere auch. Wir machen Wasserschlachten, essen Eis, treiben uns (viel zu) oft in Bau- und Gartenmärkten rum, mäandern so durch die Tage und Wochen. Der Mann hat immer noch Elternzeit, was die Kinder daran hindert, einen vernünftigen (Tages-)Rhythmus zu entwickeln. Langsam geht mir das auf den Keks und ich mache drei Kreuze, als er Ende des Monats endlich wieder ins Büro darf. (Vermutlich hätte ich ihn sonst noch kielgeholt.) Minimeins quasselt ohne Unterlass, woraus so manches Bonmot entsteht (für mich jedenfalls). Der Nachmieter der Münchner Wohnung meldet sich nochmal und wird dabei unfreundlich, gut, daß ich damit nix mehr zu tun habe. Rakete nimmt deutlich zu und ist schon ein halbes Jahr alt. 

August
Minimeins hat endlich seinen ersten Kindergartentag. Die Eingewöhnung nervt uns beide ein wenig ("Mama, mußt Du heute schon wieder dableiben?" "Können wir endlich ein bißchen länger spielen?" "Kann ich endlich im Kindergarten Mittagessen?"), der Kindergarten ist leider nicht ganz so flexibel, wie es im Kennenlerngespräch den Anschein hatte. Es ist weiterhin heiß und sommerlich, wir essen viel Eis, der Garten blüht und ich gieße jeden Abend ganz schön viel Wasser an die Blumen. Es kommt wieder Besuch, sehr fein und nett und es stehen weiterhin diverse Geburtstagsfeiern an. Ansonsten passiert wenig, es sind Sommerferien, das Land hat geschlossen. Außerdem ist es zu warm für irgendwas anderes. Rakete tut mit seinen ersten Zähnen rum und ist unleidlich. Die festere Nahrung scheint ihm zu schmecken, er nimmt kontinuierlich weiter zu. Vielleicht war Milch nicht sein Ding.

September
Der Sommer macht Pause, als Onkel Fox zu Besuch kommt. Minimeins ist zum ersten Mal hier auf einen Kindergeburtstag eingeladen, das Stadtfest findet statt (hier ist überhaupt immer überraschend viel los, damit hätte ich gar nicht gerechnet), wir zeigen Fox das Meer und das andere Meer, sind recht viel unterwegs und zack! ist der Monat auch schon wieder rum. Rakete meckert wegen seiner Zähne rum, aber es ist noch keiner davon in Sicht. Immerhin hat das Baby in den letzten 4 Monaten (seit wir hier oben wohnen) 4kg zugenommen (jeden Monat eins), das ist eine gute Bilanz.

Oktober
Raketes erster Zahn kommt raus und er bringt gleich seinen Kumpel mit. Ich habe Geburtstag und wir verbinden das Ereignis mit der längst fälligen Einweihungsparty. Die ist gut besucht, zahlreiche Kinder sind auch dabei und amüsieren sich prächtig (wie viele es genau waren, weiß ich gar nicht, irgendwas zwischen 12 und 15 Stück), das gesamt Spielzeug aufzuräumen dauert länger, als die Spuren der eigentlichen Feier zu beseitigen. Ende des Monats fahren wir alle zu Besuch nach München und prompt wird Minimeins krank (ziemlich krank mit 40° Fieber und alles doof). Er übersteht es (wir lassen aber ein paar Programmpunkte ausfallen) und als er wieder fit ist, hängen Rakete und ich in den Seilen. 

November
Rakete und ich sind krank, der November ist anfangs sehr spätsommerlich, Rakete jammert wieder wegen neuer Zähne rum und Minimeins redet ohne Unterlaß. Rakete wird zum Fluchtzwerg, wir erledigen schon mal ein paar Dinge, zu denen man in der Adventszeit nicht kommt (Kekse backen und essen, Kakao mit Sahne trinken...), ich muß eine Laterne fürs Kindergartenlaternenfest basteln (Höchststrafe!), das Laternenfest findet statt, Rakete und ich können noch in einen laufenden Delfi-Kurs (Babyturnen) einsteigen und Minimeins findet, daß wir zu wenig Geburtstag feiern und deswegen feiern wir spontan Raketes 10. Monatsgeburtstag. Drei Tage lang. Ich kaufe mir einen neuen Computer und der Mann dreht deswegen ein bißchen hohl. Verstehe ich immer noch nicht. Ich freunde mich ein wenig mit einer andern Kindergartenmutter an. Schön, wenn man mal wieder mit Erwachsenen reden kann und nicht immer nur mit max. dreijährigen. Inzwischen haben wir uns alle ein wenig eingelebt, ich kenne mich sogar schon ein wenig im Ort und im Umland aus.

Dezember
Hurra, endlich Advent! Und Adventskalender! Mit Schokolade! Und Nikolaustag! Und Weihnachstmarkt! Und Kindergartenausflug zum Weihnachtsmusical (Pinocchio im GOP Hannover). Und überhaupt stehen plötzlich diverse Termin ins Haus, das Kind geht hier und da noch mal spielen und hier gibt es (wieder) einen Adventskalender. Nach Bremen zum Weihnachtsmarkt fahren wir auch noch. Minimeins ist noch mal krank, was meine Pläne etwas durcheinander bringt, das Christkind hat eine Paketstation in unserem Arbeitszimmer, aber sämtliche Schlüssel des Obergeschosses sind verschwunden - und bleiben es auch. Dann ist plötzlich Weihnachten, es gibt sehr viele Geschenke für die Kinder und zwei neue Zähne für Rakete, wir fahren an den Feiertagen zu den Omas und Opas (das entfiel ja in den letzten Jahren meistens) und die Zeit zwischen den Jahren war früher auch mal länger, oder?

Insgesamt war 2015 ein ereignisreiches Jahr, fand ich. Viel Umbruch jedenfalls. Dafür habe ich aber erfreulich viel gestrickt (Pullover, Socken, Schals, Mützen und sogar Handschuhe und schlußendlich noch ein paar Weihnachtsgeschenke) und erschreckend wenig gelesen. Rakete scheint sich schon wieder ein bis zwei neue Zähne zulegen zu wollen und jammert schon wieder rum... 

Mal sehen, was 2016 bringt.

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Donnerstag, Dezember 17, 2015

Das 17. Türchen: der Landarzt

Morgens Tiere, nachmittags Menschen, abends nach Bedarf.

Minimeins spielt Pferd im Pferdestall. Dazu haben wir eigens einen Stall errichtet: zwei Stühle, eine Decke, ein paar Wäscheklammern, fertig. Das Kind springt herum und wiehert. (Ich glaube, er spielt im Kindergarten öfter mal mit den Mädchen, die spielen auch oft Pferd.)

Beim Rumspringen ist er mir auf den Fuß gehüpft. Ich jaule rum, weil ich genau an der Stelle, die er getroffen hat, einen frischen blauen Fleck habe.

ich: Minimeins, das tut mir weh! Ich habe da einen blauen Fleck.
Minimeins (MM): Warum tut das weh, Mama?
ich: Weil ich da einen blauen Fleck habe. Da ist mir gestern beim Kinderturnen eine Leiter draufgefallen.

Minimeins erfragt sich noch mal die genaueren Umstände (was für eine Leiter und warum), ich erkläre noch mal (so eine Turnleiter, beim Aufräumen, weil die anderen plötzlich losgelassen haben). Inzwischen ist er immerhin wieder von meinem Fuß runtergestiegen.

MM: Mama, kann ich mal gucken?

Minimeins zieht mir den Strumpf aus: vorne an der Spitze festhalten und dann ziehen, bis man etwa am anderen Ende des Raumes angelangt ist.

MM: Mama, da hast Du ein Aua. Da brauchst Du ein Pflaster.

Er saust los und holt aus der Küchenschublade die Dose mit den Kinderpflastern. Dann kommt er zurück und kippt den gesamten Inhalt erst mal auf den Fußboden. 

MM: Mama, was willst Du denn für ein Pflaster?
ich: Ist mir eigentlich egal. Ein kleines würde aber reichen, vielleicht das mit den Bärchen?
MM: Nein, das mit den Bärchen ist zu teuer.

Er wählt dann zwei aus, von denen ich mir eins aussuchen darf. Ich wähle die Schildkröte (könnte auch eine Art Marienkäfer sein, so eindeutig ist das nicht) und Minimeins frickelt das Pflaster aus der Packung. Ich bekomme derweil einen kalten Fuß, so schnell ist das Kinneken nämlich leider nicht. Als er das Pflaster endlich aus der Verpackung befreit hat, klebt er eine Seite auf meinem Fuß fest. Bei der anderen Seite will ich ihm helfen, weil er die Schutzfolie nicht zu fassen kriegt.

MM: Mama, ICH mach das! Ich bin hier der Arzt!


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Dienstag, Dezember 15, 2015

Das 15. Türchen: Trittbrettfahrer

Am Samstag waren wir in Bremen auf dem Weihnachtsmarkt. Wir sind zu Tante D. gefahren, haben dort das Auto abgestellt und sind dann mit der Straßenbahn in die Stadt gefahren. War auch alles kein Problem, am frühen Nachmittag passten wir da alle locker rein trotz Kinderwagen.

Als wir dann aus der Stadt zurückfahren wollten (so gg. 18 Uhr), hat Rakete, der bislang wirklich gut mitgemacht hatte, dann den Aufstand geprobt und wollte nicht nicht mehr im Kinderwagen sitzen. Nachvollziehbar, also durfte er auf den Arm. Minimeins war auch nicht mehr so gut zu Fuß und ist durch die Menschenmassen, die wir durchpflügen mußten, um den Weihnachtsmarkt zu verlassen, auch nicht mehr selbst gelaufen, sondern stand auf dem Mitfahrbrett am Kinderwagen. Das war auch ganz gut, so ist er nicht unter irgendwelche Füße oder abhanden geraten, sondern war gut aufgehoben.

An der Straßenbahnhaltestelle war die Bahn, die wir brauchten, gerade weg, also mußten wir eine Weile warten. Kurz bevor die nächste kam, mußte Minimeins mal Pipi (wie es immer so ist, aber besser, als wenns in die Hose geht). Wir sind also losgesprintet (Rakete samt dem werten Gatten und Tante D. warteten weiter an der Haltestelle) und in eine bekannte Pizza-Kette rein, die lag am nächsten. Das ging auch alles recht zügig, aber als wir wieder rauskamen, fuhr die Bahn, auf die wir gerade so lange gewartet hatten, gerade wieder an. Meh. Also nochmal warten. Kinderlaune: unterirdisch (bei allen beiden).

Die nächste Bahn, die kam, war schon ein bißchen voll, ich mußte ein wenig gucken, wo ich mit meinem Kinderwagen überhaupt einsteigen durfte (und konnte, weil schon ein paar davon drin waren), ganz hinten an der letzten Tür war ein Kinderwagenpiktogramm und auch kein anderer Kinderwagen zu sehen, also bin ich dort eingestiegen. Der Rest unserer kleinen Reisegruppe ist eine Tür weiter vorn eingestiegen.

Hinten im Wagen war es sehr eng und eigentlich hätte dort auch kein Kinderwagen hingepasst, aber was sollte ich tun? Schließlich sollten dort auch Kinderwagen stehen dürfen (ich habe mir das ja nicht ausgedacht). Ein junger Mann meinte dennoch, mir mitteilen zu müssen, daß es ja nur semiklug wäre, hier mit dem Kinderwagen einzusteigen. Ich hätte ja auch eine Bahn später nehmen können, so seine Ansicht. Ich habe ihn auf das Kinderwagenschild hingewiesen und mich ein bißchen aufgeregt. Zwei Stationen später ist er dann schon wieder ausgestiegen (das Stück hätte er auch laufen können, hätte ich mal sagen sollen...), dafür hat mich dann noch eine Frau mit Rollator, die sich auch noch reinquetschte, vollgelabert.

Aber ich schweife ab. Als wir dann endlich an unserer Haltestelle angekommen waren, konnte Minimeins natürlich keinen Schritt mehr selber laufen. Gut, daß wir das Brett dabei hatten, es war nämlich noch ein gutes Stück von der Haltestelle zu Tante D., das wir zu Fuß zurücklegen mußten. Rakete war auch wieder Willens, im Wagen transportiert zu werden, Minimeins stand auf dem Brett und so rollte mein Geschoß dahin. Wenn wir erst mal Schwung haben, sind wir nicht so gut zu bremsen. Massenträgheit heißt das, glaube ich.

Minimeins meinte dann auch: "Mama, ich kann gar nicht mehr laufen. Ich bin schon ganz müde und geschöpft."

Mußte er ja auch nicht. Bei Tante D. waren beide Kinder dann gar nicht mehr so geschöpft, sondern froh, ein bißchen durch die Bude tollen zu können. Als wir dann nach dem Abendessen endlich losgefahren sind, sind aber beide noch vor der Autobahn eingeschlafen, und das sind kaum 5km. Waren sie dann wohl doch geschöpft.

Am Sonntag haben wir den Kinderwagen nicht gebraucht, sondern nur aus dem Auto geholt und wieder bei uns in den Weg Flur gestellt (also der Mann hat, sonst hätte ich ja gewußt, ob das Brett dran ist oder nicht - es war nicht dran, was ich aber nicht bemerkt habe). Gestern morgen dann sind wir losgetingelt zum Kindergarten. Eine irrwitzig lange Strecke von ca. 400m. Ich verlange unmenschlich oft von Minimeins, daß er die Strecke läuft (oder wahlweise mit dem Laufrad zurücklegt). Morgens klappt das noch meistens, mittags selten. Darum bin ich echt froh, daß ich das Trittbrett noch am Kinderwagen habe (2kg Spielraum haben wir auch noch, das Ding soll bis 20kg nutzbar sein).

Gestern morgen dann das Drama: wir gehen los, winken der Müllabfuhr (die kommt immer montags), überqueren die Straße und Minimeins will mitfahren und nicht mehr laufen. Er hatte allerdings auch nur ein Lebküchlein gefrühstückt, den Rest wollte er lieber im Kindergarten verzehren. Viel Energie hatte er also tatsächlich nicht. Ich habe Minimeins dann immerhin die halbe Strecke trotz Heulerei zum Kindergarten locken können, dann gabs totales Drama und er wollte gern zurückgehen und das Brett holen (was von hinsichtlich der bereits zurückgelegten Strecke natürlich völliger Quatsch war und auch aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit nicht mehr drin). Daraufhin hat Minimeins dann ein totales Heulkonzert angestimmt und wollte nicht mehr vor und nicht zurück. Irgendwie habe ich ihn trotzdem bis zum Kindergarten gelotst (schön war das nicht). Drin angekommen, wollte er, daß ich dableibe (mit zurück konnte er ja nicht, er hätte laufen müssen), was aber ja auch nicht ging, schließlich hatte ich ihm versprochen, das Brett zu holen (und Rakete wartete draußen im Wagen). Eine der Erzieherinnen fand dann eine Lösung, um ihn zumindest abzulenken.

Zu Hause habe ich dann als erstes wieder das Brett an den Wagen gemacht. So ein Drama wollte ich mittags nicht noch mal haben.

Und der Mann, der meistens die Sachen nicht dahin zurücklegt, wo sie hingehören (Schnullis zum Beispiel), oder nicht wieder zusammenbaut (das Trittbrett am Kinderwagen), der muß sich das ganze Drama ja nicht mit anhören, der ist weit weg. Argh!

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Montag, Dezember 14, 2015

Das 14. Türchen: der versteckte Schneemann

Wir gucken abends als Betthupferl meistens noch 1-2 Folgen Shaun das Schaf. Inzwischen haben wir auch alle derzeit erhältlichen Folgen auf DVD, so daß wir allabendlich aussuchen können, welche Folge wir gucken. Staffel 1 und 2 habe ich so oft gesehen, daß ich sie echt nicht mehr sehen kann. Die entsprechenden DVDs habe ich deswegen auch weit nach hinten geschoben. Staffel 3 und 4 haben wir erst in diesem Jahr bekommen, die sind noch nicht so abgenutzt. 

Ich habe neulich abends - Minimeins war schon ziemlich durch, konnte aber gerade deswegen auf keinen Fall (und keinesfalls dramafrei) auf das Schaf verzichten - willkürlich eine DVD ausgewählt und eingelegt. Dann habe ich Minimeins die Titel der Folgen vorgelesen, damit er eine auswählen kann. (Ich weiß nicht, ob er wirklich was mit den Titeln verbindet oder eher nach Zufall oder irgendeinem Schlagwort auswählt, aber das ist ja auch nicht ausschlaggebend.)

Mama, ich will die Folge mit dem Schneemann vorne gucken!

Wer errät, was er meint?


Wir haben dann Folge 8 gesehen. (Ich mußte es mir auch zeigen lassen.)

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Sonntag, Dezember 13, 2015

Das 13. Türchen: mit ohne

Im November war Laternenumzug vom Kindergarten. Minimeins war natürlich Feuer und Flamme (und 50% der Kinder, die noch eine echte Kerze in ihrer Laterne hatten* - ich finde dieses LEDs ja furchtbar), vor allem aber, weil hinterher noch ein Imbiß auf dem Kindergartengelände versprochen war.

Es wurden dann von den Kindern vorbereitete Brotaufstriche und selbstgebackenes Brot verkauft, außerdem waren HotDogs (Ikea-Party-Packs) im Angebot. Der Erlös kam dem Kindergarten zugute, also greift man auch zu.

Minimeins wollte Hotdogs. Aber ohne den Schnickschnack (Gurken und Röstzwiebeln und Ketchup), den er sonst auch ohne weiteres essen würde. Sein Papa hat das nicht richtig verstanden und brachte einen Hotdog mit Gurken und Krümelzwiebeln. Deswegen reklamiert Minimeins bei mir:

Mama! Ich will so'n Würstchen! Aber ohne Iiiiiiiih!

Das hat er dann auch selbst bestellt. Ohne Iiiiiiih.

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* Ich bin der Ansicht, daß Kinder durchaus lernen können, mit Kerzen umzugehen, zumal dann, wenn die Veranstaltung draußen stattfindet und allenfalls eine (von mir selbstgebastelte und damit wenig ansehnliche) Laterne verbrennt. Wenn nicht wenigstens eine** Laterne beim Umzug in Flammen aufgeht, ist es kein richtiger Laternenumzug, oder? Man muß halt aufpassen, daß es nicht die eigene Laterne ist...

** Wobei die Wahrscheinlichkeit, daß es die eine eigene Laterne trifft, ja umso höher ist, je weniger echte Kerzen im Spiel sind.

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Montag, Dezember 07, 2015

Das siebte Türchen: Kindermund

Dieser Tage hören wir viel Weihnachtsmusik. Die gleiche Kinderlieder-CD wie im letzten Jahr.

Ab und zu singe ich mit, das findet Rakete sehr lustig und grinst immer im Kreis.

Minimeins dagegen ist immer empört. Er meint, ich dürfe dabei nicht mitsingen:

Mama! Du wohns nich in Radio!

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Dienstag, Dezember 01, 2015

Das erste Türchen: Schimpfwörter

Das große Kind bringt natürlich Schimpfwörter aus dem Kindergarten mit nach Hause.

Solange es sich aber um die harmlose Variante handelt, finde ich das nicht so schlimm.

Ich lese ein Lieselotte-Buch vor, die Kuh macht gern mal irgendeinen Unfug.

Minimeins: Mama, hat die grad Quatsch gemacht?
ich: Ja, das war nicht so gut, was die gemacht hat. Jetzt ist der Zaun kaputt.
Minimeins: Man, Lieselotte, du dünne Kuh!


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Montag, November 09, 2015

Kindermund

Spracherwerb ist gar nicht so einfach. Wer schon mal eine Fremdsprache gelernt hat, wird das wissen. Minimeins ist da bis jetzt nicht so das Sprachtalent, dafür ist er motorisch sehr fit. Aber er plappert fröhlich vor sich hin, ich verstehe ihn einigermaßen und er wiederholt auch gern 27x das Wort, das ich einfach immer nicht verstehen will...

Nun ist die deutsche Sprache ja auch eine etwas kompliziertere. Zum Beispiel gibt es reflexive Verben und solche, die nicht reflexiv sind. Oder auch welche, die beides sind, zum Beispiel 'erinnern'.

reflexiv: sich erinnern, z.B. ich erinnere mich an xyz
nicht reflexiv: erinnern, z.B. ich erinnere das nicht (wobei ich hier jedes Mal leichte Krätze kriege, ich finde, das klingt einfach seltsam)

Minimeins ist da wesentlich kreativer. Er reflexiviert Verben, wie es ihm passt.

Neulich beim Frühstück wollte er ein drittes Honigbrot. Ich habe ihn darauf hingewiesen, daß er ja nun schon zwei Honigbrote eingeatmet habe und er ja auch gleich im Kindergarten noch sein Frühstück hätte. Minimeins war empört.

Aber Mama! Dann verhungere ich mich doch!

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Donnerstag, Oktober 15, 2015

Kindermund

Mittwochs ist im Kindergarten Spielzeugtag (genauer gesagt: in Minimeins' Gruppe). Das bedeutet, daß jedes Kind ein Spielzeug von zu Hause mitbringen darf und ein paar Kinder dürfen dann ihr Spielzeug im Morgenkreis (der jour fix für Kindergartenkinder) zeigen und was dazu erzählen. Minimeins findet immer diverse Spielzeuge, die mitmüssen, meist können wir uns in einer längeren Diskussion auf eines einigen.

Ich habe leider morgens vergessen, daß Mittwoch ist (als Entschuldigung: ja, ich schlafe viel zu wenig und die Tage ähneln sich alle sehr, aber momentan kommt erschwerend hinzu, daß Rakete vermutlich zahnt und enorm verschnupft ist - Schlaf für mich ist da nur optional möglich, entsprechend ist meine geistige Leistung momentan eher übersichtlich). Vor'm Kindergarten fällt mir ein, daß Mittwoch ist und wir kein Spielzeug mitgenommen haben.

Ich (etwas übertrieben panisch): Oh nein!!! Heute ist Spielzeugtag und wir haben gar kein Spielzeug dabei!

Minimeins überlegt kurz. Dann guckt er mich an und sagt dann tröstend zu mir:

Mama, das macht nichts. Die haben doch welches da.

Irgendwie mußte ich da an seinen ersten Kindergartentag denken.

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Donnerstag, September 03, 2015

Kindermund

Rakete ist ein Wiederkäuer. Von allem, was er so ißt (und das ist mittlerweile überraschend viel), hebt er sich ein bißchen auf und präsentiert es einem Stunden später leicht anverdaut noch einmal. Je farbenfroher, desto großzügiger ist er damit.

Rakete und Minimeins spielen auf dem Spielteppich im Wohnzimmer. Plötzlich sagt Minimeins ganz vorwurfsvoll:
Maaaan, Rakete! Das happich Dir doch schon hundert Mal gesagt! Du sollz nich auf mein Pielzeug kotzen!

* * *

Die Kinder drehen leicht hohl und müssen dringend mal gelüftet werden. Ich beschließe, daß wir gemeinschaftlich ein Brot kaufen gehen und daher spazieren wir zusammen in die Stadt. Es geht allerdings schon auf 17 Uhr zu.

Minimeins hat mich überredet, daß mindestens ein Hörnchen, wenn nicht sogar ein Schokobrötchen oder -croissant für ihn dabei rausspringt. (Blöderweise haben die Bäcker nachmittags um die Uhrzeit meistens gar keine Schokoirgendwasse mehr, also wirds wohl beim Hörnchen bleiben.)

Minimeins: Mama, da vorne is der Bäcka. Da können wir uns hinsetzen und ich kann mein Höanchen essen. Und Du kannz ein Kaffee trinken.

Ich finde das Angebot ausgesprochen großzügig von ihm, habe aber gerade einen Kaffee getrunken und der war auch ziemlich stark. Noch einen brauche ich jetzt eher nicht...

ich: Das ist nett, aber ich möchte gar keinen Kaffee. Ich hatte ja grad einen.

Minimeins: Darf man nich zu viel Kaffee trinken, Mama?

ich: Nee, zuviel Kaffee ist nicht so gut.

Minimeins: Kricht man dann Bauchmerzen, Mama? Und geht dann tot?

Nun, ich denke, das Prinzip Magengeschwür brauche ich nicht zu erklären.

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Dienstag, August 04, 2015

Der erste Kindergartentag

Minimeins hatte gestern seinen ersten Kindergartentag. Also im Kindergarten "für große Kinder" im Gegensatz zum vorherigen Kindergarten (aka Krippe).

Das Kind muß leider aufwendig eingewöhnt werden, obwohl es schon krippengewöhnt ist. Je nun. Ich hab ja sonst nichts zu tun.

Gestern nun war der erste Tag. Wir haben diverses Zeug zusammengepackt, was wir mitnehmen sollten (primär Wechselklamotten und Regenkleidung). Außerdem stand auf der Liste, man solle dem Kind ein sogenanntes Übergangsobjekt mitgeben, also ein vertrautes Kuscheltier o.ä.

ich: Minimeins, Du darfst ein Kuscheltier mitnehmen in den Kindergarten. Willst Du den Babyteddy mitnehmen?

Minimeins überlegt eine Weile.
Minimeins: Haben die da keine Kuscheltiere?
ich: Doch, ich denke schon. Vielleicht nicht so viele, aber ein paar werden schon da sein.

Minimeins überlegt weiter.
Minimeins: Und Spielzeug haben die da auch?
ich: Ja, klar, jede Menge Spielzeug.
Minimeins ganz nüchtern: Wenn die Spielzeug haben, muß ich ja keins mitnehmen.

So ein pragmatisches Kind.

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