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bees Wohnzimmer

Sonntag, Oktober 06, 2013

Tagebuchbloggen: der fünfte Oktober oder HSV, Boxen und ein wenig Schlaf

Frau Brüllen ruft wieder zum Tagebuchbloggen am fünften auf. Findischgut, machischmit. Leider bin ich aber diesmal ein bißchen spät dran (heute ist nämlich schon der sechste und ich kann mich nicht mehr in die Tagebuchbloggenliste eintragen), warum das so ist, erklärt sich von selbst, wenn man diesen fünften anguckt. 

Der fünfte Oktober fängt damit an, daß ich mich um Mitternacht mit einem fremden Auto mitten im Nichts befinde. Es ist sehr dunkel, das Kind auf dem Rücksitz schläft den Schlaf der Gerechten, ich bin auch ein bißchen müde und alles, was mir entgegenkommt, blendet mich enorm. Dafür lerne ich auf dieser Strecke nun auch noch jedes Schlagloch mit Vornamen kennen. Großartig. Hieß es nicht, hier gäbe es irgendwo eine Autobahn? Ich wäre schon froh, wenn es vernünftige Straßenlaternen gäbe und nicht nur Schilder, die vor Wildwechsel warnen. Ich muß also auf der völlig unbekannten finsteren Strecke auch noch drauf achten, daß mir nichts, was größer als ein Igel ist, vors Auto springt.

Wie komme ich überhaupt hier mitten ins Nichts? Der Gatte und ich - und folglich auch das Kinneken - waren am 4. auf eine goldene Hochzeit eingeladen, Familie von Seiten des Gatten und in der Nähe von Hamburg in Schleswig-Holstein. Wenn wir eingeladen werden, gehen wir üblicherweise auch hin. Die Feier war auch ganz erträglich (ich hatte schlimmes befürchtet), das Kind gut drauf und auch willens, vor Ort im Buggy ein paar Stunden zu schlafen. Es wurde dann zwar wieder wach, ließ sich aber dazu hinreißen, noch ein wenig durchzuhalten. Gutes Kind. So gegen halb 12 war der Ofen dann aber wirklich aus, so daß ich beschloss, mit Kind und dem schwiegermütterlichen Auto den Heimweg anzutreten. Der Gatte und die restliche Schwiegerfamilie wollten sich noch die Schnapsbestände des Wirtes näher ansehen, aber nicht nach Hause. Na gut. Muß ja jeder selber wissen.

Es dauerte eine Weile, bis Kind und ich uns verabschiedet hatten und alle unsere sieben Sachen ins Auto verfrachtet hatten. Das Navi war programmiert, der Gatte versicherte mir noch mal, daß die Strecke wirklich einfach sei und so fuhr ich los. Das Navi hielt allerdings nix von der Idee mit der Autobahn und schickte mich den kürzesten Weg über die Dörfer zur schwiegerelterlichen Heimstatt (Autobahn wäre 7 Kilometer weiter gewesen, da wärs nu auch nicht drauf angekommen). So lernt man dann auch mal das Umland kennen. Oder auch nicht, denn es war ja dunkel. Oder besser noch: finster.

Ich fand das relativ anstrengend, wie gesagt, ein bißchen müde, rund 25 km fremde Strecke und keine Ahnung, wo genau ich mich befinde und wie weit es noch sein könnte (das zeigt das Navi zwar irgendwo an, ich mußte aber auf Strecke, Schlaglöcher und hoffentlich nicht vorhandenes Getier achten, so daß ich das Navidisplay nicht ausgiebig studieren konnte. Als ich angekommen war, hab ich dann gefunden, wo das steht. Da wars dann auch egal.).

Endlich bei den sieben Zwergen hinter der sieben Bergen angekommen, pooft das Kinneken immer noch selig im Autositz, sogar der Schnuller ist rausgefallen. Das bedeutet sehr schönen Tiefschlaf. Ich kann also erst mal die Sachen reintragen, Licht einschalten und dann das Kind holen. Raus aus dem Auto - man, ist das dunkel hier. Wo ist denn hier der Lichtschalter? Ah, am Schlüsselbund ist eine minifuzzikleine Taschenlampe. Großartig. Damit finde ich auch den Lichtschalter in der Garage (Dinge, über die man sich tagsüber keine Gedanken macht). Das Licht reicht sogar aus, daß ich nicht über die Stufe zum Gartenweg stolpere und unfallfrei den Weg zur Haustüre finde. Schlüssel ins Schloss - man, ist das dunkel hier. Der Bewegungsmelder ließ zwar das Licht angehen, es funzelt aber doch sehr, so daß ich das Schlüsselloch mehr ertaste denn sehe. (Die gleichzeitige Verwendung von Schlüssel und Taschenlampe am Schlüsselbund führt nur zu der Erkenntnis, daß das nicht geht.) So, Schlüssel drin - aber ich kriege die Tür nicht auf. ARGH! Klemmt der Schlüssel? Ist es der richtige Schlüssel? Muß, ein anderer passt nicht. Also noch mal ein bißchen rumprobiert und mit ein bißchen Geduld und Spucke Ausprobieren geht es endlich auf. Puh! Ich hatte im Kopf schon einige alternative Handlungsmöglichkeiten durchgespielt. Gefühlt ist schon eine halbe Stunde vergangen, seit ich angekommen bin. Wahrscheinlich warens nicht mal 3 Minuten.

Drinnen gehts es schneller, da weiß ich inzwischen, wo die Lichtschalter sind. Schnell die Sachen abgeworfen, kleines Licht im Gästezimmer angeschaltet und wieder raus, das Kind einsammeln. Das schläft immer noch. Ich versuche, es schlafend aus seinem Sitz zu pulen (bei unserem Kindersitz geht das), aber irgendwie klemmt es fest. Mist. Wenn ich an den Füßen ziehe, kriege ich es raus, aber dann wird es wach, also probiere ich weiter rum. Es scheint irgendwie festzuhängen. Irgendwann klappt es dann endlich, aber Minimeins wird wach. Stört ihn nur unwesentlich, er ist so müde, daß er nicht mal protestiert. 

Im Haus setze ich ihn auf den Fußboden und lehne ihn an einen Schrank, damit er nicht umfällt. Der Plan klappt nur fast, das Kind rutscht runter und schläft schon beinahe wieder, als ich ihm Schuhe und Jacke ausziehe. Also schnell noch eine frische Windel und ab in Schlafanzug und Schlafsack und dann ins Bett. Irgendwie ist meine Kleidung dafür aber nicht so gut geeignet, ich laufe immer noch im langen Kleid rum und das ist ganz schön eng. Naja, Minimeins ist so müde, daß er nicht protestiert, als ich ihn erst mal alleine im Bett ablege, um mich selbst umzuziehen. Letzteres tue ich ihn Windeseile, soll das Kind doch nicht zu wach werden, bis ich da bin (alleine einschlafen ist nicht so sein Ding und wenn ich schon Händchen halten muß, kann ich mich auch gleich daneben legen und mitschlafen). Offenbar war ich aber nicht schnell genug oder das Kind sehr müde, es schläft jedenfalls, als ich wieder reinkomme. Na, dann kann ich auch noch gerade die Sachen ausräumen, die ich aus dem Auto geholt habe, jetzt kommts ja auch nicht mehr drauf an. Außerdem bin ich auch gar nicht mehr so müde wie vorhin im Auto. Also räume ich noch ein bißchen Zeug aus und gehe dann auch ins Bett. Inzwischen ist es fast eins. Ich lese noch ein halbes Stündchen, ist aber irgendwie nicht so spannend, also Licht aus und Augen zu. Ich hoffe, das Kind schläft am Morgen ein bißchen länger als sonst... Im Halbschlaf höre ich auch noch die restliche Familie nach Hause kommen, kann aber nicht einschätzen, ob ich gerade erst eingeschlafen bin oder schon wieder wach geworden bin. Ist ja auch egal. Kaum bin ich wieder eingeschlafen, kommt der Mann ins Zimmer klabastert. Er erzählt mir irgendwas und daß es 5 Uhr sei. Is mir eigentlich auch egal, ich würde gern schlafen, also sei still. Er sieht das auch ein und ich darf noch mal einschlafen.

Plötzlich wird Minimeins wieder munter. Boah, darf man denn hier nie schlafen? Ich hole das Kind in mein Bett, um es zum Weiterschlafen zu bewegen. Zwecklos. Ein Blick auf die Uhr verrät, daß es schon 20 nach 7 ist. Minimeins hat also fast eine ganze Stunde länger geschlafen als sonst und ist jetzt wach, gut drauf und will aufstehen. Na gut, machen wir das halt. Vielleicht hätte der Lütte sich tatsächlich noch auf ein bißchen rumliegen eingelassen, wäre die Hose nicht so voll und der Bauch nicht so leer gewesen. Also hoch mit den ollen Knochen und das Kind wickeln und Anziehen. Mich kann ich bei der Gelegenheit auch gleich bekleiden, ist wärmer. Dann versuchen wir beide - alle anderen liegen noch im Koma - in einer fremden Küche wenigstens Frühstück fürs Kinneken zusammenzuzaubern. Ich muß noch nix essen, ich brauche immer ein bißchen Zeit zwischen Aufstehen und Frühstück. Aber wir finden alles und das Kind futtert fröhlich vor sich hin (Essen ist sein Hobby. Wenn er nicht ißt, spielt er Essen und Trinken.), als die ersten Gestalten in die Küche tapsen.

Ich bekomme eine erste Zusammenfassung, wie die Feier dann noch weiterging (nicht lange, man hätte auch mit mir mitfahren können) und was dann geschah (wir erinnern uns: der Mann kam erst um 5 ins Bett). Als Minimeins fertig ist mit Frühstücken, wecken wir seinen Papa. Der ist ausgesprochen unwillig, hat aber keine Chance. Inzwischen ist es auch schon fast 9, da kann er schon mal wieder aufstehen, findet sein Sohn. (Nein, das Kind saß nicht die ganze Zeit frühstückend am Tisch, es raste auch schon freudig quietschend über den Flur (den Rest wecken) und schenkte seinem Opa ein Duplo-Auto.) Irgendwann sitzen dann auch fast alle am Frühstückstisch (und ich bin auch schon so weit, was essen zu können) und ich kann mir die verschiedenen Varianten des gestrigen und nächtlichen Geschehens noch mal anhören. Grundsätzlich stimmen die Erzählungen auch überein, immerhin. So schlimm kanns dann doch nicht  mehr gewesen sein mit dem Schnappes.

Dann muß noch ein Auto abgeholt werden, das noch am Festsaal steht. Ich erkläre mich bereit zu fahren, habe ich doch gestern nix getrunken und am meisten geschlafen (letzteres durchaus, aber leider nicht am Stück und selbst zusammen waren es nur knapp 6h). Auf dem Weg stelle ich fest, daß die Strecke tagsüber gar nicht so schlimm ist wie nachts, aber das bringt mir nun auch nichts mehr. Also 25 km nach Ahrensburg fahren, Auto holen, 25 km zurückfahren, eine Stunde rumgebracht. Das Kinneken mittagsschläft schon wieder, als ich zurückkomme, der Kindersitz wird wieder ins andere Auto gebaut und ich packe unsere sieben Sachen alle wieder ein. Wir reisen nämlich heute noch ab. Der Mann versucht noch mal, unsere Tickets auszudrucken, ich traue dem Braten mit dem Ding auf dem Handy nämlich nicht (weil ich nur einen QR-Code aufs Handy bekommen habe, nicht aber zwei für mich und Kind). Zeitlich ist alles ein bißchen knapp, wenn wir noch Mittagessen wollen, wenn man aber bedenkt, wann wir zu Hause sein werden, ist Mittagessen sinnvoll. Leider muß ich dazu dann auch das Kind wecken, das noch ein bißchen müde und nicht so doll hungrig ist (macht  nix, es hat ja Reserven). Ich treibe den Mann noch ein wenig an, irgendwie ist der langsam heute. Warum nur?

Gegen halb zwei kommen wir endlich los, Sack und Pack sind im Auto, der Buggy, Kind, Mann, ich, der Kinderrucksack, die Flasche des Kindes, Wickeltasche (die kleine), meine Handtasche, alle Jacken, Schals, Mützen und Handschuhe am richtigen Menschen angebracht, der Rucksack des Mannes, nix vergessen? Dann mal los. Zum Glück fahren wir heute nur eine halbe Stunde zum Flughafen, heute geht es richtig schnell (sonst brauchen wir 45 Min.). Am Flughafen in Hamburg ist es voll (Herbstferien, langes Wochenende und so), aber wir haben schon online eingecheckt und sogar das mit dem Tickets ausdrucken hat letztlich noch geklappt, obwohl wir ursprünglich die QR-Codes aufs Handy haben schicken lassen. Wir müssen aber noch das Gepäck abgeben und den Buggy bezetteln lassen. Vor uns ist auch eine Familie mit Kind, hinter uns redet eine Frau vom "ersten Flug für mein Baby" und meint damit ihren neuen Koffer. Kinners, Kinners...

Schnell noch durch den Sicherheitscheck, man ist etwas entspannter als am Münchner Flughafen auf dem Hinweg (da sind wir direkt vom Sicherheitscheck ins Flugzeug, das war ein bißchen knapp. Heute haben wir mehr Zeit eingeplant.). Das Kind auch. Gut. Jetzt haben wir tatsächlich noch 10 Minuten Zeit bis zum avisierten Boarding, also können wir doch noch das Kind wickeln. Der Wickelraum ist gut ausgeschildert, aber als ich wieder rauskomme, steht mir so ein Typ im Schlafanzug Jogginganzug im Weg. Ich gucke ihn böse an und er läßt mich dann auch durch. In was für nem Aufzug die Leute das Haus verlassen... (Ich finde ja, ein Jogginganzug ist keine Kleidung, wenn man nicht tatsächlich unmittelbar Sport damit macht. Nein, auch nicht auf dem häuslichen Sofa, wenn einen keiner sieht. Verlottern meinetwegen, aber bitte mit Anstand!) Der Gatte klärt mich auf, daß das vermutlich ein Spieler vom HSV war. Ist mir egal, auch die können sich vernünftig anziehen und nicht so im Weg rumstehen.

Das Boarding läßt noch ein wenig auf sich warten, also müssen wir das auch tun. Wenn wir einmal nicht auf den letzten Drücker irgendwo sind, fängt die Veranstaltung auch später an. Das war schon bei der letzten Hochzeit, auf der wir eingeladen waren, so. Wir sollten da mal das System überarbeiten. Es gibt sogar noch freie Sitzplätze im durchaus vollen Wartebereich und ich wundere mich, daß hier so viele Jungs mit dem gleichen Schlafanzug bekleidet rumhängen. Der Mann erklärt mir, daß es sich hier vermutlich um Dienstkleidung handelt und diese Jungs DIE Jungs vom HSV sind. Also die Fußballspieler? Ja, die Fußballspieler. Och. Sowas. Die sind aber jung, die Jungs. Ehrlich jetzt.  Ich gucke ein bißchen rum. Ist der unrasierte dahinten van der Vaart? Ja, isser. Aha. (Da, der dritte von links. Und von rechts.) Und wo ist Jansen? Nicht zu sehen. Naja, ist ja auch nicht so wichtig (für uns, für die Mannschaft vermutlich schon). Mehr Spieler vom HSV kenne ich nicht. (Später klärt der Gatte mich auf, daß ich vielleicht René Adler noch kennen könnte, weil der auch in der Naschionalmannschaft spiele. Hätte er mir aber auch mal eher sagen können, dann hätte ich mal geguckt, ob ich den schon mal irgendwo im Fernsehen gesehen habe.) Langsam scheinen auch die restlichen Mitwartenden zu schnallen, daß das tatsächlich DIE Fußballmannschaft ist und manche machen ein paar Fotos, vor allem mit Herrn van der Vaart. Der wirkt ein bißchen genervt, aber ich denke mal, das gehört zum Job.


Dann dürfen wir endlich einsteigen, mit Kind sogar als eine der ersten (super, dann sitzen wir noch länger in der engen Kiste - aber bis wir uns sortiert haben, ist der Rest auch schon da, folglich ist das wohl ganz sinnvoll). Der Buggy bleibt an der Tür stehen, den bekommen wir hinterher zurück, das Kinneken bekommt eine Kranich-Rassel geschenkt (Liebe Lufthansa, der Kranich sieht ein bißchen aus wie ein Storch) und wir quetschen uns in unsere Reihe. Vor uns sitzt das Kind, das wir schon beim Koffer einchecken gesehen haben. Kindergarten hier.

Die HSV-Spieler sitzen auch mittemang in der Economy Class, van der Vaart wird gefragt, ob sie denn nicht Business Class fliegen dürften und sagt, daß dort nicht genügend Plätze frei waren. Ich saß in der Reihe davor und habe das folglich mitbekommen. Der Spieler, der hinter mir saß (keine Ahnung, welcher das war), hat übrigens etwas bereitwilliger mit der Dame neben ihm kommuniziert und auch sehr freundlich auf Fragen geantwortet. Der war jedenfalls nicht so genervt wie der Holländer. Und er hat erzählt, daß er, obwohl er oft fliegen würde, trotzdem immer noch Angst beim Fliegen hätte. Marcell Jansen kam dann auch noch. Man, ist der jung. Man, sind die alle jung! (Jaja, das habe ich shcon gesagt, aber wenn's doch wahr ist!) Der Spieler, der neben dem Gatten saß, war mir und ihm unbekannt, der hat aber auch die meiste Zeit geschlafen und war nicht besonders kommunikativ. Na, muß ja auch nicht.

Auf diesem Flug ist das Kind wesentlich zappeliger und unleidlicher als auf dem Hinflug, leider ist der Flieger auch viel voller als auf dem Hinweg, so daß der Knabe leider die ganze Zeit auf meinem bzw. des Mannes Schoß sitzen bleiben muß. Ich bin froh, als wir endlich ankommen. Der Mann kümmert sich ums Gepäck, ich mich um eine frische Windel am Kind. Die HSV-Spieler müssen wie alle anderen auch auf ihr Gepäck warten, da gibts keine Sonderbehandlung, jeder trägt seine Tasche selber. Find ich sympathisch. Allerdings werden die Jungs dann wohl mit dem Bus abgeholt und müssen nicht S-Bahn fahren. Dafür darf ich heute nacht in meinem eigenen Bett schlafen und nicht im Hotel, auch was wert. (Die haben übrigens heute in Nürnberg gespielt, das haben wir inzwischen rausgefunden, und haushoch gewonnen. Der Mann meinte gleich, daß das bestimmt daran gelegen habe, daß die mit uns im selben Flieger saßen. Ja, nee, is klar.)

Im Schlafanzug am Gepäckband



Jeder nur ein Gepäckstück

Wir haben unsere Koffer zuerst, also nix wie ab nach Hause. Leider ist die Rolltreppe runter zur S-Bahn kaputt. Also in Terminal 1 rein, da gibts nen Aufzug. Der will auch nicht. Wir finden dann aber doch noch eine funktionierende, nach unten zur S-Bahn führende Rolltreppe. Dann fällt uns ein, daß Fahrkarten auch eine ganz sinnvolle Investition wären. Also stapft der Mann noch mal los, während ich am Bahnsteig eine Bahn ohne uns abfahren lassen muß. Die nächste kommt aber gleich und das Kind bekundet Hunger. Ist ja auch schon 5... Also drücken wir ihm ein Butterbrot mit Frischkäse in die Hand, das es auch vor sich hinmümmelt (und -krümelt). Herzallerliebst niedlich. Die Fahrkarteninvestition hat sich gelohnt, wir werden sogar kontrolliert. Am Marienplatz fällt mir auf, daß das Oktoberfest immer noch nicht vorbei ist. Zum Glück (für uns) regnet es, so daß nur eine halbe Million Menschen mit uns in die Bahn will. Wir passen mit Kind, Buggy und Gepäck sogar auch noch rein. Irgendwie jedenfalls. Ich bin froh, wenn der alljährliche Irrsinn wieder vorbei ist und man nicht frühmorgens um 8 schon die ersten (oder letzten) Kotzfladen umrunden muß. Igitt.

Um 6 Uhr sind wir endlich zu Hause. Das Telefon blinkt, ich rufe besser gleich zurück, sonst wird das wieder Anrufbeantworter-Ping-Pong. Der Mann badet derweil das Kinneken, es gibt noch eine Kleinigkeit zu essen und ich sortiere derweil ein bißchen Wäsche. Nicht, daß bei 3 Tagen unterwegs so viel anfallen würde, aber mit dem gesammelten Zeugs der Woche lohnt es sich jetzt, noch eben eine Maschine anzustellen. Ich bringe das Kind ins Bett, es schläft nicht ganz so zügig ein, wie mir lieb wäre und als ich wieder aufstehe, bin ich auch ganz schön müde. 

Der Mann sitzt inzwischen auf dem Sofa und ist eingeschlafen. Dabei wollte er doch Boxen gucken. Tja, dann eben nicht. Ich hole mir doch noch was zu essen (Selleriesalat) und einige mich auf Men in Black II. Boxen fängt um 9 an, werde ich informiert. Na, das wollen wir doch erst mal sehen. Men in Black fängt schon um viertel nach 8 an, erster! Gnihihi... Erwartungsgemäß pennt der Mann immer wieder ein. Ich lege ihm nahe, doch schlafen zu gehen, das sei bequemer als im Sitzen auf dem Sofa. Er will aber nicht, weil doch der Klitschko irgendeinen anderen erst klitsch und dann k.o. hauen will. Zwischendurch hänge ich noch schnell Wäsche auf, die kann dann über Nacht im Weg rumstehen und trocknen. Men in Black ist erwartbar und unterhaltsam, ich stricke nebenbei vor mich hin und höre den Film eher als daß ich ihn sehe. 

Der Mann schläft. Im Sitzen. Auf dem Sofa. Leider wird er um 5 nach 9 wach und schaltet um auf den Boxsender. Gna. Ich will nicht Boxen gucken, interessiert mich nicht. Deswegen stelle ich doofe und nervige Fragen. Hilft nix. Werbung. Dann können wir ja wieder die schwarzen Männer... ich schalte um. Der Mann schläft wieder ein. Er wird wieder wach und schaltet zurück zum Boxen. Er schläft wieder ein, ich schalte wieder zu den MiB. Davon wird er wieder wach und schaltet wieder zurück zum Boxen. Das Spiel spielen wir noch ein paar Mal, so daß wir letztlich beides nicht sehen (der Mann sieht hauptsächlich deswegen nix, weil er immer einschläft), der Mann aber aufgibt, weil er die Augen einfach nicht mehr offen halten kann. Kann ich also doch meine schwatten Männer zu Ende angucken (ja, wir haben den Film auch auf DVD, aber sooo wichtig isses dann ja auch nicht, daß ich die raushole und zu Ende gucke).

Als die schwarzen Männer die böse Tante in die Luft gejagt und ein hübsches Feuerwerk gemacht haben, wird noch eben geblitzdingst und dann ist der Film auch schon vorbei. Glaube ich jedenfalls, ich kann mich nicht erinnern. Jetzt schalte ich doch noch zum Boxen rüber, um dem Mann wenigstens sagen zu können, wer gewonnen hat. Die haben aber gerade erst angefangen. Wtf, das läuft doch schon fast ne Stunde...? Die ca. ersten 3 Runden höre ich mir noch an (es ist eigentlich mehr Werbung als Boxen, das nervt schon kollossal!), dann habe ich meine Reihe fertig gestrickt (es sind um die 300 Maschen pro Reihe, das dauert... zum Glück ist ein Ende in Sicht) und gehe auch schlafen. Es ist ungefähr halb 11. Muß ich eben morgen nachgucken, wer gewonnen hat*. Oder noch besser: der Mann guckt selber. Er ist ja schon groß. Und so war der Tag auch schon wieder vorbei.

Den fünften September habe ich aus unerfindlichen Gründen verpasst - vielleicht fand der ja auch gar nicht statt. Dafür gab es zweimal den vierten September? Man weiß es nicht. Hier jedenfalls der fünfte August. (Wie es scheint, schaffe ich momentan eh nur jeden zweiten Monat...)

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* Heute erfahre ich, daß die erst gekuschelt haben, sich dann aber doch noch verprügelten. Und daß Klitschko mehrfach wegen Schubsens verwarnt wurde. Mal ehrlich, so unter uns Pastorentöchtern: da werden zwei dafür bezahlt, daß sie sich ganz doll hauen, und dann gibts Mecker, wenn einer den anderen schubst???

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2 Comments:

  • Passt überhaupt nicht zu Deinem Post aber: Ich schaue gerade WDR markt und dort wird vor Fencheltee gewarnt. Besonders für Kleinkinder. Die Empfehlung lautet, dass Kleinkinder möglichst wenig bis überhaupt keinen Tee trinken sollen. Da musste ich gleich an Teetrinken Minimeins denken.

    Anscheinend ist das schon seit 8 Wochen bekannt. Mir aber nicht (Baby A hindert uns derzeit sogar am tagesschauen. Bin total uninformiert.)

    Mehr dazu hier:
    http://www.wdr.de/tv/markt/sendungsbeitraege/2013/1014/PA_im_Tee.jsp

    (Hast Du eigentlich meine Mail bekommen?)

    By Anonymous ichbindiegute, at 14. Oktober 2013 um 21:39  

  • Ja, Deine Mail ist angekommen und ich wollte sie auch schon mind. 3x in Ruhe beantworten, nicht so zwischen Tür und Angel (und dann kam doch wieder was dazwischen). Leider mache ich irgendwie 99% aller Dinge nur noch zwischen Tür und Angel, seit ich wieder arbeite, das ist noch stark verbesserungsfähig... :-/ (ich hab grad 10 Minuten zeit, vll fang ich einfach mal an...?!?)

    Der WDR-Beitrag war sehr interessant, allerdings ist Minimeins so ca. seit der Rückkehr im August gar kein Teetrinker mehr, sondern auf Leitungswasser umgestiegen.

    By Blogger Sabine, at 21. Oktober 2013 um 14:53  

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