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bees Wohnzimmer

Freitag, Januar 05, 2018

Was machst Du eigentlich den ganzen Tag 1/2018

Es ist wieder soweit, Frau Brüllen ruft zum Tagebuchbloggen auf, da mache ich endlich mal wieder mit. Irgendwas war in den letzten Monaten am 5. immer oder es ist dann immer soviel passiert, über das ich nicht schreiben darf oder will...

Aber jetzt: auf ein neues! Ich versuche es mal in kurz (harhar, kurz! Ich und kurz...) und wahrscheinlich vergesse ich dabei die Hälfte, aber so ist es ja immer. (Sich im Rückblick an jede einzelne Tätigkeit zu erinnern, ist gar nicht so einfach, wenn es sich um ständig wiederkehrende Tätigkeiten handelt.)


In der Früh

6:50 Aufstehen, Kinder wecken, alle waschen und anziehen, Betten aufschütteln, frühstücken, Streit schlichten, Brotdosen fertigmachen, Kinder abwaschen und zum restlichen Aufräumen nötigen, Tisch abräumen, Spülmaschine einräumen und einschalten
8:00 Alle anziehen, Kinder zum Kindergarten bringen


Vormittag

8:30 zurück zu Hause, Tisch abwischen, Waschmaschine beladen und einschalten, Wohnung aufräumen, Erdgeschoß staubsaugen, nass wischen, dabei diverses Mobiliar verschieben
9:30 alles getrocknet, Mobiliar zurückverschieben, Kaffee machen, die Nachbarin klingelt und leiht sich was aus
9:40 Schreibtisch. In den letzten Tagen hat sich verschiedenes angesammelt, das meiste ist Ablage, ein paar Überweisungen. Dann noch diverse Emails vom Ex. Die zu beantworten wird dauern. So langsam wächst sich diese Trennung zum Vollzeitjob aus. Zwischendurch die Wäsche von der Waschmaschine in den Trockner umladen und einschalten. Die Antworten auf die Mails vom Ex bekomme ich nicht mehr fertig. Muß halt warten.
11:40 Kind2 von der Krippe abholen, damit es keinen Mittagsschlaf macht. Sonst schläft es nämlich nachts nicht (also nicht gut ein, nicht gut durch oder es wird zu früh wach). Ab nächstem Monat ist er ein Kindergartenkind, die machen keinen Mittagsschlaf mehr, dann hat sich das Problem erledigt.


Mittag

12:05 zurück zu Hause, Kind ausziehen, Brotdose aus dem Rucksack holen und leeren, spielen und puzzlen mit Kind2, Spülmaschine ausräumen
12:40 Kind1 vom Kindergarten abholen, vorher kommt noch die Nachbarin vorbei und bringt das ausgeliehene zurück.
13:05 zurück zu Hause, Brotdose aus dem Rucksack holen und leeren, Sand, den Kind1 reingetragen hat, zusammenfegen, Mittagessen vorbereiten und Essen mit Kind1, Kind2 hat schon um 11:15 in der Krippe Mittag gegessen, deswegen nimmt er nur eine kleine Portion. Während des Essens braucht Kind2 ganz dringend eine neue Windel, sonst kann keiner weiteressen. Börks.


Nachmittag

13:50 Tisch abräumen, abwischen, Spülmaschine einräumen, Küche aufräumen und abwischen , insbesondere alle Griffe (Kind2 ist selbstklebend, alles, was er anfasst, klebt dann natürlich auch), Wäsche aus dem Trockner holen, noch nicht ganz trockenes aufhängen, ganz trockenes zusammenlegen und wegräumen. Flusensieb des Trockners säubern, Kondenswasser weggießen (ich müßte wirklich mal den Trockner an den Abfluss anschließen), Müll rausbringen, neue Mülltüte in den Mülleimer, Krümel um den Mülleimer zusammenfegen, draußen noch ein wenig Laub in die Tonne schaufeln, dann noch Einkaufszettel schreiben. Währenddessen will Kind2 was trinken und kleckert "ein bißchen". Ich wische einen Quadratmeter Traubenschorle auf, die sich zwischen diversem Zeug, das ich sauber wegräumen wollte, ergossen hat, u.a. gespülte Gläser, die Wunderkerzen von Silvester, den Blumen, die auf dem Küchentresen stehen etc.
14:30 Post reinholen und durchsehen, während die Kinder immer noch spielen, ich verlängere schnell noch die Bücherei-Bücher und trinke einen Kaffee (naja, einen halben).
14:45 Kind2 und mich anziehen, Klappkiste ins Auto legen, Leergut auch, dann zum Einkaufen. Kind1 möchte nicht mit und lässt sich auch nicht mit der Gratis-Wurst an der Wursttheke ködern. Es bleibt zuhause, macht es sich gemütlich und guckt meine "Entenbücher" an (Donald-Duck-Comics).
15:45 zurück zu Hause, Kind2 ausziehen, Einkäufe inkl. Getränke aus dem Auto ins Haus wuppen, alles in den Kühlschrank und die Abstellkammer (eigentlich eher Vorratskammer) räumen, Klappkiste wieder verstauen. Die Kinder wollen die neu gekauften Kekse probieren und krümeln rum, daß das Krümelmonster noch was lernen kann (buuhuuuuuhuuuuu! Irgendwie ist Putzen hier reine Siyphos-Arbeit...).
16:15 Kaffeemaschine ausleeren und spülen, Filter wechseln (ich muß dran denken, neue zu besorgen, das war der letzte), nochmal spülen, währenddessen spielen die Kinder und zanken sich ausgiebig, ich muß diverse Male Streit schlichten (je später der Tag, desto mehr Gekloppe). In der Küche ist eine Glühbirne durchgebrannt, die ich wechseln muß. Der größte Aufwand ist, im Hauswirtschaftsraum die Leiter hervorzukramen und den Karton mit den (Glüh- und sonstigen) Birnen ganz oben ganz hinten aus dem Schrank zu holen. Da stehen sie, weil man sie nicht so oft braucht. Ich habe sie auch erst letzte Woche rausgeholt (Birne in der Lampe über dem Esstisch) und gestern (Birne im Bad). 
16:40 die Kinder möchten fernsehen, ich vertröste sie noch ein wenig. Stattdessen gucken sie Bücher an, ich räume ein bißchen Zeug um, das woanders hin soll und kriege vom ständigen Zeug wuppen irgendwie Rückenschmerzen. Ich sehe, daß eine Nachricht auf dem AB ist (das Telefon ist etwas versteckt, daher sehe ich immer erst, wenn ich direkt davor stehe, daß es lustig vor sich hin blinkt), ich antworte kurz.
17:00 die Kinder möchten immer noch fernsehen, jetzt dürfen sie. 30 Minuten, dann ist Schluß. Länger ertrage ich Paw Patrol und SuperWings (oder SuperDings, wie Kind2 immer sagt) auch gar nicht (mal davon abgesehen, daß Kinder sowieso nicht mehr als 30 Minuten fernsehen sollten - vermutlich aufgrund dieser Inhalte). Ich stricke dabei ein paar Runden an Kind1' Socken, die er sich gewünscht hat.
17:30 Tisch decken, Abendbrot essen


Abend

18:00 Tisch abräumen und abwischen, Spülmaschine einräumen, Tisch für das Frühstück am nächsten Morgen decken
18:15 Kinder einsammeln, die Treppe hochschieben, ausziehen, Schlafanzug anziehen, Zähne putzen und Fingernägel schneiden (letzteres muß jeden Freitag), vorlesen, dabei 100.000 Diskussionen führen mit "ich bin aber noch gar nicht müde"-Kindern, die furchtbar müde sind. Warum führen sich die Kinder, die durchaus richtig vorzeigbar sein können, allabendlich auf wie die Hottentotten???
19:00 Kuscheln und hoffentlich schlafen die Kinder einigermaßen zügig ein und ich nicht mit ihnen
19:30 ich schleiche mich aus dem Kinderzimmer in der Hoffnung, daß beide Kinder inzwischen schlafen oder gerade einschlafen, mein Hirn meldet: "Ich schlafe schon! Warum willst Du Dich jetzt hier wegbewegen?"
19:31 Kind2 schreit, daß ich noch nicht rausgehen soll. Ich beruhige es und gehe trotzdem. (Ich könnte schwören, daß er vorher geschlafen hat.)
19:35 ich bin raus, gehe die Treppe runter und überlege, was noch zu tun ist. Mit so einem halb eingeschlafenen Gehirn ist das gar nicht so einfach.
19:37 Kind1 steht auf der Matte, es hätte hier (bitte Stelle der Wahl eintragen, das wechselt momentan täglich, heute wars eine Pobacke) ein Aua und benötige deswegen dringend eine Wärmflasche. Hätte er auch eine halbe Stunde eher sagen können. Dann kann ich mir auch gleich noch eine Tasse Tee machen, wenn das Wasser eh schon heiß ist.
19:45 Kind1 bekommt seine Wärmflasche, Kind2 schläft. Ich gehe wieder runter und räume noch ein bißchen Spielzeug auf, damit man am nächsten Tag nicht versehentlich drauftritt und lege die inzwischen trockene restliche Wäsche zusammen. Weggeräumt wird sie morgen, jetzt gehe ich erst mal nicht mehr ins Kinderzimmer rein. Der Wäschekorb kommt auf die Treppe, damit ich ihn beim nächsten Mal, wenn ich hochgehe, gleich mit nach oben nehmen kann.


Feierabend

20:15 So, Feierabend. Ich habe zwar teilweise gesessen bei meinen Tätigkeiten (beim Essen und am Schreibtisch sowie während der Fernsehzeit der Kinder), aber so insgesamt bin ich ziemlich viel auf den Beinen, finde ich (die Schrittzähler-App sagt: 9.455 Schritte = 6,72 km, als Tagesziel sind 6.000 Schritte = 4,5km voreingestellt). Ich versuche, einen Film zu gucken (nur Schrott im TV), schreibe dann aber stattdessen diesen Text hier und bin ganz schön müde. Ob Minimeins' Socken jemals fertig werden...?
Gegen 22:00 werde ich ins Bett gehen, noch ein wenig lesen und dann hoffentlich zügig einschlafen können. Aber wahrscheinlich hat mein Gehirn genau dann den Kampf gegen die Müdigkeit gerade gewonnen und dann kann ich wieder nicht schlafen. Naja, mal abwarten.

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Sonntag, Dezember 31, 2017

Bücher 2017

Es ist wieder soweit, das Jahr ist rum, es folgt der Bücher-Rückblick. Ich habe dieses Jahr wirklich viel gelesen. Zum einen hat die Mutter-Kind-Kur im Frühjahr dazu beigetragen, zum anderen auch die Tatsache, daß die Kinder ja auch viel am Wochenende nicht da waren, so daß ich Zeit und endlich wieder auch den Kopf dafür hatte. Außerdem kann ich beim Lesen auch einfach mal das üble Gedankenkarussell im Kopf abstellen und mich mit Liebesgeschichten anderer ablenken, wenn im eigenen Leben schon so viele wilde Diskussionen wie im Rahmen der Trennung stattfinden.

Es war also nicht hochintellektuell dieses Jahr, sondern eher kitschig, aber das macht ja nichts.

Ansonsten wie immer:
k - Kindle
* - Leseempfehlung
kursiv - Finger weg.

  1. Janne Mommsen: Die Insel tanzt
  2. Ninia LaGrande: …und ganz, ganz viele Doofe!
  3. Sophie Bonnet: Provenzalische Intrigen (3. Fall Pierre Durand)
  4. Ferri, Conrad: Asterix bei den Pikten*
  5. Ferri, Conrad: Der Papyrus des Cäsar
  6. Don Rosa: Disneys Hall of Fame, Bd. 1, 6, 9, 14*
  7. Anneke Mohn: Alle unter einem Dach
  8. Fredrik Backman: Ein Mann namens Ove*
  9. Liz Trenow: Das Kastanienhaus
  10. Margot S. Baumann: Das Gut in der Toskana (k)
  11. Margot S. Baumann: Lavendelstürme (k)
  12. Judith Kinghorn: Die Sommertänzerin*
  13. Lisa Jewell: An Wunder muss man einfach glauben
  14. Uli T. Swidler: Toskana für Arme
  15. Margot S. Baumann: Das Erbe der Bretagne (k)
  16. Lucinda Riley: Die sieben Schwestern*
  17. Lucinda Riley: Die Sturmschwester*
  18. Lucinda Riley: Der Engelsbaum
  19. Ellen Berg: Das bißchen Kuchen
  20. Jacques Berndorf: Eifel-Gold (k)
  21. Jacques Berndorf: Eifel-Filz (k)
  22. Michael Nast: Generation Beziehungsunfähig (k)
  23. Margot S: Baumann: Im Licht der Normandie (k)
  24. Sophia Marx: Den Haushalt endlich im Griff (k)
  25. Judith O’Reilly: Stadt, Land - Schluss
  26. Annie Sanders: Pack die Regenjacke ein
  27. Lucinda Riley: Die Mitternachtsrose
  28. Lucinda Riley: Helenas Geheimnis*
  29. Gisa Pauly: Küstennebel (Hörbuch)
  30. Bernd Gieseking: Finne Dich selbst
  31. Petra Hartlieb: Meine wundervolle Buchhandlung (Hörbuch)
  32. Torsten Sträter: Der David ist dem Goliath sein Tod
  33. Sophie Bonnet: Provenzalisches Feuer (4. Fall Pierre Durand)
  34. Jean-Luc Bannalec: Bretonisches Leuchten (6. Fall Kommissar Dupin)
  35. Jane Austen: Stolz und Vorurteil* (Hörbuch)
  36. Lucinda Riley: Die Schattenschwester*
  37. Liz Trenow: Die vergessenen Worte
  38. Marian Keyes: Der hellste Stern am Himmel
  39. Hape Kerkeling: Der Junge muß an die frische Luft
  40. Hape Kerkeling: Ich bin dann mal weg
  41. Jonas Jonasson: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand*
  42. Carola Fuchs: Mama zwischen Sorge und Recht - Die aberwitzigen Erfahrungen einer Mutter in Sachen Umgang (k)
  43. Jonas Jonasson: Die Analphabetin, die rechnen konnte
  44. Jonas Jonasson: Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind
  45. Gisa Pauly: Der Mann ist das Problem
  46. Lo Malinke: Vier Frauen und ein Sommer
  47. Marie Lamballe: Der Leuchtturm auf den Klippen
  48. Leonie Faber: Die Zeitenbummlerin
  49. Jacques Berndorf: Eifel-Liebe
  50. Natalie Meg Evans: Das Geheimnis der Hutmacherin*
  51. Ferri, Conrad: Asterix in Italien
  52. Peter Mayle: Ein diebisches Vergnügen
  53. Ben Aaronovitch: Der Galgen von Tyburn*
  54. Jacques Berndorf: Eifel-Müll
  55. Pascal Morin: Wie man in Paris mit fünfzig die Liebe findet
  56. Kate Morton: Die fernen Stunden*
  57. Marian Keyes: Glücksfall*
  58. Meine Winnemuth: Das große Los
Frühere Jahre:

2016

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Dienstag, Dezember 26, 2017

Zwischen den Jahren

Was soll ich sagen? Wir hatten ein wirklich wunderschönes Weihnachtsfest trotz Raketes 1x täglich fälligen Wutanfällen. (Da reichen schon so kleine Auslöser wie "Du hast die Hose voll und brauchst eine neue Windel" oder "alle lilafarbenen Teller sind in der Spülmaschine, Du mußt einen anderen nehmen" und zack! hat man eine halbe Stunde Theater.)

Der Baum wurde gelobt, die Kinder haben sich über ihre Geschenke gefreut, es gab kaum Streit, großartig.

Nun sind die Kinder für ein paar Tage weg und ich überlege, was ich alles machen könnte. Spül- und Waschmaschine laufen schon, es ist gesaugt, gewischt werden muß gleich noch und heute nachmittag bin ich eingeladen. Für die restlichen Tage könnte ich mir aus folgender Liste was raussuchen:
- das Büro aufräumen und ein bißchen lästigen Papierkram erledigen (uh, eher nicht)
- eins der vielen Bücher lesen, die ich mir vorsorglich aus der Bücherei ausgeliehen habe
- ein paar Dinge nähen und flicken, grad bei letzterem hat sich schon wieder einiges angesammelt (Kinderhosen, *seufz*)
- stricken, Minimeins hat neue Socken bestellt, die erste ist auch schon halb fertig. Es ist allerdings ein Muster, das man nicht mal so nebenbei machen kann, ein bißchen Konzentration und Nachdenken braucht's da schon
- irgendwelche Dinge erledigen, zu denen man eh nie kommt und die mir vermutlich deswegen gerade entfallen sind
- jemanden weiterbilden, der darum gebeten hatte
- jemandem beim Umzug helfen
- hemmungslos auf dem Sofa rumlungern und mich freuen, daß ich gerade nur für mich allein Verantwortung trage und nur für eine Person denken muß

Oder einfach eine Mischung aus allem dem meisten davon...

Sonntag, Dezember 24, 2017

Alle Jahre wieder

...wird der Baum geschmückt. Dieses Jahr hatte ich tatkräftige Mithilfe von gleich zwei Kindern, da konnte also nix mehr schief gehen. Und ich glaube, dieses ist der geradeste Baum, den wir je hatten (und jemals haben werden).

Beim Schmücken ist auch nichts kaputtgegangen. Immerhin.

Minimeins meint: "Bei dem schönen Baum findet uns das Christkind ganz bestimmt. Mama, wir haben bestimmt den schönsten Baum auf der ganzen Welt!"

Hach! (Was soll ich sagen? Recht hat er ja...)




Zum Abschluss noch ein besinnliches Gedicht von Loriot:

Advent

Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken,
Schneeflöcklein leis herniedersinken.
Auf Edeltännleins grünem Wipfel
läuft sich ein kleiner weißer Zipfel.
Und dort vom Fenster her durchbricht
den dunklen Tann ein warmes Licht.

Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer
die Försterin im Herrenzimmer.
In dieser wunderschönen Nacht
hat sie den Förster umgebracht.
Er war ihr bei des Heimes Pflege
seit langer Zeit schon sehr im Wege.
So kam sie mit sich überein:
am Niklasabend muß es sein.

Und als das Rehlein ging zur Ruh‘,
das Häslein tat die Augen zu,
erlegte sie direkt von vorn
den Gatten über Kimm und Korn.
Vom Knall geweckt rümpft nur der Hase
zwei-, drei-, viermal die Schnuppernase
und ruhet weiter süß im Dunkeln,
derweil die Sternlein traulich funkeln.
Und in der guten Stube drinnen
da läuft des Försters Blut von hinnen.

Nun muß die Försterin sich eilen,
den Gatten sauber zu zerteilen.
Schnell hat sie ihn bis auf die Knochen
nach Waidmanns Sitte aufgebrochen.
Voll Sorgfalt legt sie Glied auf Glied
(was der Gemahl bisher vermied) -,
behält ein Teil Filet zurück
als festtägliches Bratenstück
und packt zum Schluß, es geht auf vier,
die Reste in Geschenkpapier.

Da tönt’s von fern wie Silberschellen,
im Dorfe hört man Hunde bellen.
Wer ist’s, der in so tiefer Nacht
im Schnee noch seine Runde macht?
Knecht Ruprecht kommt mit goldnem Schlitten
auf einem Hirsch herangeritten!
He, gute Frau, habt ihr noch Sachen,
die armen Menschen Freude machen?

Des Försters Haus ist tiefverschneit,
doch seine Frau steht schon bereit:
Die sechs Pakete, heil’ger Mann,
’s ist alles, was ich geben kann.
Die Silberschellen klingen leise,
Knecht Ruprecht macht sich auf die Reise.
Im Försterhaus die Kerze brennt,
ein Sternlein blinkt – es ist Advent.

(Loriot alias Vicco von Bülow)

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern fröhliche Weihnachten und vorsorglich auch schon mal einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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Mittwoch, Dezember 13, 2017

Wenn der Wecker zweimal klingelt

Am müdesten ist man ja immer genau dann, wenn der Wecker morgens klingelt. Und man kann sich abends beim Einschlafen noch so oft umgedreht und neu gebettet haben, das Bett ist im Moment des Weckerklingelns auch am allerbequemsten.

Nun ist es morgens so, daß ich nur das Minimum an Zeit zum Aufstehen etc. für mich einplane, bevor ich die Kinder wecke (manchmal habe ich nichtmal diese Zeit, weil die Kinder unausgesprochen eher wach sind  zugegebenermaßen aber eher im Sommer als im Winter). Deswegen kann ich nicht drölfzig mal noch auf den Wecker hauen und weiterschlummern. Ab Weckerklingeln ist ziemlich klar: Aufstehen und zwar recht pronto. Wenn der Wecker 2 Minuten später das zweite Mal klingelt, sollte ich die Beine über die Kante schwingen.

Heute morgen war es auch so: der Wecker klingelte, das Bett war so bequem wie die ganze Nacht nicht und ich war noch unglaublich müde, obwohl ich einigermaßen rechtzeitig im Bett war und auch einigermaßen zeitnah eingeschlafen bin.

Nun, es nützt ja nix, also räkeln und strecken und gähnen, was das Zeug hält, aber bis zum zweiten Klingeln bleibe ich noch unter der warmen Decke.

So langsam werde ich auch wach. Komisch, der Wecker klingelt gar kein zweites Mal. ARGH, ich habe ihn doch hoffentlich nicht versehentlich komplett ausgeschaltet und jetzt deswegen verschlafen??? PANIK! LICHT AN! WAAACH!

Häh?

Der Wecker zweigt 4:43 Uhr.

Offensichtlich habe ich das erste Weckerklingeln nur geträumt.

ARGH!!!

Ja. Die verbleibenden zwei Stunden habe ich dann nicht mehr so richtig gut geschlafen. Irgendwie war ich zu wach.

Und deswegen bin ich grad ein bißchen müde...

Aus der Reihe: wie man sich selbst das Leben schwer macht.

Donnerstag, November 30, 2017

Was koche ich denn heute?

Irgendwie koche ich nicht mehr besonders gern, seit die Kinder da sind. Es ist ein eher undankbarer Job geworden und ich nutze meine Zeit lieber anders (z.B. zum Stricken oder für ein gutes Buch). Aber es muß ja doch irgendwie sein, der Mensch muß was essen. Täglich Brot ist zwar schön und gut, aber täglich morgens, mittags und abends Brot ist etwas unausgewogen und auf Dauer auch langweilig. Also kann man sich ja auch irgendeine Strategie überlegen, um das ganze möglichst aufwandslos abzuarbeiten.

Strategie 1: Der perfekte Plan 
Man überlegt sich vorher einen Wochenplan, der berücksichtigt, wer wann wie lange aus dem Haus sein wird und wie viel Zeit jeweils zum Kochen bleibt. Die Zutaten kauft man vorher ein und verarbeitet sie wie vorgesehen.
Vorteil: Die gekauften Lebensmittel werden verarbeitet, es sollte nichts schlecht werden.
Nachteil: Wohin mit etwaigen Resten? Abweichungen vom Zeitplan können schlecht berücksichtigt werden.

Strategie 2: Aus Resten das Beste
Man guckt jeden Tag unmotiviert in den Kühlschrank und in den Gefrierschrank und versucht, aus den vorhanden Dingen (oder denen, die langsam mal weg müssen, weil man hungrig einkaufen war und dann nicht wußte, was man mit dem Zeug anfangen soll) irgendwas essbares zusammenzustellen.
Vorteil: kein gesonderter Aufwand für Planung und Einkauf. Etwaige Reste retten den nächsten Tag.
Nachteil: wenn man immer dasselbe einkauft, wird man auch immer dasselbe kochen, zB. "Nudeln mit Zeugs".

Strategie 3: Das Drückeberger-Prinzip
Man guckt, ob noch jemand anders im Haushalt vorhanden ist, dem man den lästigen Job zuschanzen kann. Ist hier derzeit schwierig*. Minimeins würde evtl. sogar was kochen (Nudeln oder Pommes), aber auf das darauffolgende Renovieren habe ich keine Lust. Also warten wir noch ein bißchen. Und Rakete in die Nähe von heißen Töpfen und/oder Pfannen zu lassen, ist eher fahrlässig. (Ich nenne ihn auch Kamikaze.)
Vorteil: kann klappen, wenn nicht nur kleine Kinder im Hause sind
Nachteil: dauert Jahre, bis es umsetzbar wird

Strategie 4: Surprise, surprise!
Man kauft sich ein schönes Kochbuch (zum Beispiel dieses hier), schlägt es auf gut Glück irgendwo auf und blättert so lange, bis man was genehmes gefunden hat. Oder lässt das Blättern, weil man komplett auf das Zufallsprinzip setzt und einfach das erste nimmt, was einem ins Auge fällt.
Vorteil: man lernt immer mal wieder was neues kennen
Nachteil: man muß jeden Tag einkaufen gehen, weil man sicher nie spontan alle benötigten Zutaten zur Hand hat

Strategie 5: Das Kantinen-Prinzip
Man hat idealerweise ca. 30 Standard-Rezepte, die allen (oder den meisten) Familienmitgliedern munden. Diese bereitet man dann alle nacheinander zu. Ist man damit durch, fängt man wieder von vorne an. Bei 30 Rezepten dauert es ca. 4-6 Wochen, bis man durch ist.
Vorteil: man weiß, was einen erwartet. Einkäufe müssen nicht täglich erfolgen.
Nachteil: mehr oder weniger immer dasselbe.

Strategie 6: Basis-Demokratie
Alle Familienmitglieder stimmen basisdemokratisch ab, was es zu essen gibt. Bei lediglich 2 kleinen Kindern als weiteren Haushaltsmitgliedern läuft das dann auf folgende Speisen heraus, die überhaupt nur als zumutbar empfunden werden (daß sie im Kindergarten angeblich alles essen, brauche ich wohl nicht zu erwähnen):
- Nudeln mit Ketchup oder umgekehrt
- Pommes mit Ketchup oder umgekehrt
- Fischstäbchen, am liebsten auch mit Ketchup
- wenn den Kindern mal nach was exotischem ist, dann kommen auch Kartoffeln infrage.
Vorteil: Keiner schreit "mag ich nicht!"
Nachteil: Unausgewogen, keine Abwechslung.

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* Seit der Mann im Sommer ausgezogen ist, bin ich (wie auch schon vorher größtenteils) für alles allein zuständig. Allerdings hat er ab und an am Wochenende an einem Tag auch mal was gekocht. Aber das meinte ich in meinem letzten Beitrag mit "Ausweitung meiner bisherigen Tätigkeit": bislang habe ich größtenteils alles allein gemacht, jetzt muß ich vollständig alles allein machen. Und deswegen habe ich solange hier nichts geschrieben.

Dienstag, Juli 11, 2017

Sendepause mit Leseempfehlung

Hier herrscht ja schon seit ein paar Monaten Sendepause. Das liegt daran, daß hier im echten Leben grad viel passiert, was noch nicht spruchreif ist. Als kleiner Teaser könnte ich vielleicht diesen Hinweis loswerden: ich weite meine bisherige Tätigkeit aus*. Also demnächst wieder auf diesem Kanal...

Für die Zwischenzeit noch interessantes zum Lesen (und das ist sicher mehr als nur Überbrückungsmusik):

Was aber durchaus lesenswert ist, ist dieser Artikel hier von glücklich scheitern. Es geht um Familienmanagement und "mental load", also dem permanenten Film, der im gedanklichen Hintergrund läuft.

Zum Thema "mental load" gibt es diesen sehr lesenswerten Comic (auch wenn er sehr lang ist). Wie gut ich das kenne... *seufz* (auch wenn mir schon mal anhören mußte, ich säße ja nur rum.**)

Und weil den Frauen ja gern vorgeworfen wird, daß sie alle mit den Kindern und dem Haushalt zusammenhängenden Arbeiten/Aufgaben an sich reißen und dem Mann gar nichts mehr zutrauen, weil er weniger Erfahrung hat und der sich deshalb zurückzieht, dem sei dieser lesenswerte Artikel (von einem Mann geschrieben) ans Herz gelegt. 

Zum gleichen Thema hat sich dasnuf auch - schon vor längerer Zeit, nicht objektiv und meines Erachtens auch unsauber hinsichtlich des Begriffs "Maternal Gatekeeping" - ausgelassen, aber trotz all meiner Kritikpunkte an dem gesamten Artikel, finde ich, daß das dasnuf es an dieser Stelle wunderbar auf den Punkt gebracht hat:
Immer sind die Frauen schuld. Immer. Selbst wenn es um mangelnde Beteiligung der Männer geht. Da sind es nicht die Männer oder Väter, nein! Da sind es die Gatekeeping Mothers. Wenn die nämlich nicht so gierig nach vollgekackten Windeln, stundenlangem Warten beim Notarzt und nach Küche putzen wären, ja dann, dann würden die Papas sich auch beteiligen. So ist das nämlich!
Und wer sich immer noch fragt, was frau ("man" ist es ja so gut wie nie) eigentlich den ganzen Tag macht, liest entweder hier oder hier. Rumsitzen jedenfalls nicht.

Wie immer gilt natürlich: erst denken, dann sprechen. Oder etwas plakativer: Vor Gebrauch schütteln.

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* nein, NICHT schwanger!

** Was natürlich nicht stimmt. Ich stehe und laufe auch. Und in ganz extremen Fällen - nachts - liege ich sogar. Skandal.

Samstag, März 25, 2017

Jetzt näht sie auch noch

Wie jetzt? Das auch noch?

Ja, das auch noch. Vor nicht allzulanger Zeit sagte ich noch, daß ich zwar gern nähen könnte, aber nicht den Nerv hätte, es zu lernen. Dann allerdings habe ich mir überlegt, daß es doch ganz nett wäre, den Kindern wenigstens ein Sommermützchen und ein T-Shirt machen zu können, das ist gestrickt ja doch etwas zu warm.

Folglich habe ich mir letztes Jahr zum Geburtstag einen Nähkurs gewünscht und - zwar mit Umwegen, aber letztlich dann doch - sogar bekommen.

Nun lag der Gutschein hier rum und ich hatte erst mal keine konkrete Idee, mit der ich einen Nähkurs hätte buchen wollen. Eine Kindermütze erschien mir für einen Kursabend dann doch ein bißchen zu knapp. Also blieb der Gutschein doch erst mal liegen.

Die DIY-Messe


Es ward November, Dezember, Weihnachten. Januar und Februar gingen ebenfalls geprägt von Kindkrank und drei vollen Wochen Kindergarten-Notbetrieb wegen Erzieherinnenallekrank ins Land. Anfang März erfuhr ich zufällig, daß in Braunschweig eine DIY-Verbraucher-Messe namens 'handmade' stattfinden sollte, also eine Menge Aussteller zum Thema Nähen, Stricken, Häkeln, Selbermachen, Deko und sonstiges Gedöns. (Früher hieß 'do it yourself' einfach Handarbeiten oder Heimwerken und hatte - ob nun zu Recht oder nicht - größtenteils ein recht angestaubtes Image.)

Ich habe dann eine Mutter, die ich aus dem Kindergarten kenne und von der ich weiß, daß sie gern und viel näht, angesprochen, ob sie nicht Lust hätte, dorthin zu fahren. Sie hatte auch schon davon gehört, wollte auch nicht alleine hin und war ganz angetan von meinem Vorschlag. Und so sind wir dann tatsächlich nach Braunschweig gefahren (viele Baustellen dort) und haben uns dort umgesehen. Ich wollte eigentlich eher an den Wollständen mal gucken, aber die meisten waren dann doch vielfach mit 08/15-Ware ausgestattet, die ich auch im hiesigen Ladengeschäft bekomme (oder ohne großen Aufwand irgendwoanders hier in der Nähe), so daß hier das angestaubte Image des Strickens leider durchaus bestätigt wurde. Handfärbereien waren zwar auch vertreten, aber eher dünn gesät. 

So kam es, daß ich mich doch mehr fürs Nähen bzw. für Stoffe interessiert habe als ursprünglich vorgesehen. Aber man ist ja flexibel, muahaha.

Ein bißchen was habe ich dann doch gekauft, sogar mit einem (eigentlich sogar zwei) einigermaßen konkreten Projekt(en) im Hinterkopf (das ist bei Wolle nicht zwingend der Fall, da findet bei mir eher mal das Garn zur Anleitung als umgekehrt).

Meine Nähmaschine


In der darauffolgenden Woche habe ich dann meine alte Nähmaschine vom Dachboden geholt. Die habe ich mal Anfang der 90er (so etwa zu Konfirmationszeiten) zu Weihnachten bekommen. Das Modell ist von Eduscho (kennt ja heute auch keiner mehr, seit die in Tchibo aufgegangen sind), also total no-name, Support und Zubehör gibts natürlich nicht mehr, also hoffen wir mal, daß alles noch eine Weile hält. Das Gerät habe ich entstaubt, endlich mal die Anleitung gelesen (hat man mit 14 ja auch eher nicht nötig), überrascht festgestellt, daß die grundsätzlich von der Ausstattung und den enthaltenen Stichen gar nicht mal so schlecht ist und nähen tut sie auch noch. Zwar laut, aber es kommt eine Naht dabei raus. Und ein paar Stretchstiche sind auch dabei, das brauchte man damals nur für Unter- und Nachtwäsche (sagt die Anleitung).


Ich habe damals, als ich die Maschine geschenkt bekam, zwar mal einen VHS-Kurs belegt, um Nähen zu lernen, aber so richtig viel hängengeblieben ist da nicht. Wir haben in dem Kurs einen Kissenbezug genäht (den ich sogar noch habe, wenn ich mich richtig erinnere, vielleicht ist es aber auch schon das Nachfolgemodell) mit Reißverschluss, wobei ich letzteres als nahezu Hexenwerk in Erinnerung habe (ist es überhaupt nicht, wie ich inzwischen weiß). Dann habe ich während der Lehre mal eine Tischdecke mit Schrägband versehen, während des Studiums noch zwei oder drei weitere Kissenbezüge und Tischdecken genäht und mal die ein oder andere Gardine gekürzt (bzw. Raffrollo angefangen und nie fertiggestellt). Das wars. 

Damals waren Stoffläden allerdings auch weniger Dienstleister, als sie es heute sind (mit Näh- und sonstigen Kursen und offen für Fragen aller Art), als mehr heilige Hallen für Eingeweihte und Könner. Der seit etwa 10 Jahren anhaltende DIY-Trend hat da durchaus vieles zum besseren verändert. Aber Jersey (also stretchiger Stoff) vernähte man damals tatsächlich eher zu Unterwäsche als daß man es für Oberbekleidung verwendete, das ist ja heute auch ziemlich anders. Und es gibt viel schönere Stoffe als damals.

Beim Saubermachen der Maschine fiel dann ein - nicht unwesentliches - Teil einfach mal ab. ich habe es provisorisch fixieren können, aber eine Dauerlösung ist es nicht. Naja, mal abwarten, wie lange es hält (denn nichts bleibt länger als ein Provisorium).

Fachliteratur oder: Lesen, lesen, lesen


Ich bin ja bekennender Leser und Freund von Fachliteratur, weshalb ich mich zunächst mal quer durchs Internet gelesen habe und ziemlich schnell auf einer großartigen Seite für Einsteiger und Nähanfänger gelandet bin: pattydoo. Dort werden zwar zum einen Schnitte/Anleitungen verkauft, aber auch in wirklich gut verständlichen und vor allem professionellen Videos die Anleitung sozusagen vorgetanzt. Das sieht alles dermaßen einfach und federleicht aus, daß man sofort loslegen möchte, wenn man das notwendige Material zur Hand hat. Und die Schneiderin ist wirklich erfreulich professionell, verwendet nicht zu viele Füllwörter, erklärt das wesentliche, weist auf wichtiges hin an der Stelle, an der es gebraucht wird und nicht irgendwo an anderer Stelle, und wirkt dabei auch noch sehr natürlich und sympathisch. (Um mal die Kehrseite zu nennen: bei vielen selbstgedrehten Youtube-Videos kommt man ja aus dem Fremdschäden kaum raus oder fragt sich, ob noch mal irgendwann irgendwas wesentliches ge- bzw. erklärt wird.)

Irgendwo im verstaubten Archiv meines Gehirns meldete sich dann der totgeglaubte Archivar zu Wort und vermeldete den Bestand eines Nähbuches im heimischen Bücherregal. Das Werk fand sich erstaunlich schnell, ist allerdings auch aus den frühen 90ern. Damals trug man noch Bundfaltenhosen in Karottenform, Schulterpolster allerorten, Faltenröcke werden auch ausführlich erläutert und Stretch wird zwar genannt, aber eher unter ferner liefen (Unterwäsche). 25 Jahre alt halt. So Sachen wie Kunstleder, Wachstuch, Segeltuch oder ähnliches waren auch noch der Industrienäherei vorbehalten. Also eher altbacken. Vermutlich gar nicht mal so schlecht, aber noch staubtrockener als das Umsatzsteuergesetz. Ich bin leider schon vor Seite 30 vor Langeweile verstorben.

Mein nächster Schritt führte mich dann in die Bücherei, aus der ich mir dann das "Standardwerk Nähen" ausgeliehen habe. Das habe ich auch fürs Stricken und finde es dort - zum Nachschlagen - auch ziemlich gut. Das Nähbuch habe ich mir dann zur Hälfte durchgelesen und fand es gut aufgemacht, größtenteils verständlich (manches versteht man ja erst beim Nachmachen oder braucht es nie), sehr gut strukturiert, mit vielen Bildern, die auch Anfängern den Einstieg erleichtern und einer DVD dabei (die ich allerdings noch nicht getestet habe, mein Rechner hat kein CD-/DVD-Laufwerk mehr). Jetzt müßte ich mal die zweite Hälfte lesen.

Die ersten Schritte


Danach fühlte ich mich theoretisch gut gerüstet und habe einfach mal mit einem kostenlos im Netz verfügbaren Schnitt losgelegt. Allerdings erst mal doch noch nicht mit Jersey (wo ich eigentlich hin will), sondern erstmal mit einem Fundstück aus dem Bestand (längere Geschichte) und auf der Messe neu erworbenem Wachstuch (also eigentlich dünner als Wachstuch, nämlich beschichtete Baumwolle).

Stolz wie Bolle (obwohl natürlich noch fehlerbehaftet und die ganzen schlauen Sachen hatte ich in der Praxis dann doch wieder größtenteils vergessen) kann ich ein Utensilo präsentieren. Also so ein Gedöns-Körbchen. Momentan bewahre ich mein aktuelles Strickprojekt (das wegen der Näherei jetzt natürlich liegt und liegt und nicht fertig wird) darin auf.


Mein nächstes Projekt sollte ein Nadelkissen werden und wurde eher ein großes Scheitern. Es ist eine Mischung aus Igel und Schwein und die Kinder spielen jetzt damit. Als Nadelkissen war es einfach nicht geeignet (viel zu groß, hätte ich beim Nähen schon merken müssen), die Anleitung war aus einem Buch für Anfänger und hat doch irgendwie für mich als Anfänger wesentliche Informationen nicht enthalten.

Aber was beim Nähen tatsächlich viel schneller geht, ist der Weg von der Anleitung zum fertigen Objekt: instant gratification. Beim Stricken dauert es selbst mit Turbonadeln viel länger, bis mal was fertig ist (das ist eher Yoga fürs Gehirn). Beim Nähen reichen oft schon ein paar Stunden. Andererseits ist es beim Stricken nicht sooo tragisch, wenn man mal Murks macht. Im Zweifel ribbelt man es wieder auf und strickt neu. Beim Nähen ist halt im Zweifel das Material verloren.

Danach habe ich mich dann erstmal - back to the roots - auf Kissenbezüge gestürzt und beiden Kindern jeweils einen gemacht.

Minimeins wollte rot und blau und bekam es.




Rakete hat natürlich noch keine konkreten Wünsche geäußert, ich fand diesen Affenstoff, befand ihn so passend wie die Faust aufs Auge, und kombinierte fröhlich dazu.



Die sind eigentlich ganz gut gelungen, nur das mit den ganz geraden und exakten Nähten muß ich nochmal üben (Vorschläge zum Üben hab ich auch schon gefunden). Die Kinder stört es nicht.

Dann habe ich - im Rausch der Nadel sozusagen - mich auch endlich an Jersey gewagt, obwohl der Stoff ein viel eigenwilligeres Verhalten an den Tag legt, als akkurat zugeschnittene und gebügelte Baumwolle.

Heraus kamen Mützen für die Kinder, einmal als Beanie für Minimeins,



und einmal als Zipfel-Knoten-Mütze für Rakete.


Das Bündchen ist recht stramm und die rote Farbe steht Rakete mit seinen rötlichen Haaren eher nicht so gut, daher werde ich das vielleicht besser doch noch mal neumachen.

Die Stretchnähte sehen noch krumm und schief aus. Ich weiß nicht genau, ob es an meinen noch mangelhaften Fähigkeiten oder der Nähmaschine oder an der unglücklichen Kombination beider Zustände liegt. Allerdings liegen die Nähte ja innen und sind somit unsichtbar, also stört es mich erst mal nicht, auch wenn mein immanenter Perfektionismus, den ich ja auch gern beim Stricken an den Tag lege, gelegentlich ein bißchen stichelt.

Danach hab ich wieder zwei Murksprojekte fabriziert: ein weiterer Nadelkissenversuch (auch die falsche Größe, daher in den Kuscheltierfundus der Kinder gewandert) und eine Handyhülle: beim ersten Versuch habe ich das Innenfutter falsch zugeschnitten und zusammengenäht, so daß es dann letztlich doch nur eine (immerhin hübsche) Taschentücherverpackung geworden ist, und beim zweiten Versuch habe ich so viel Murks gemacht, daß das entstandene Täschchen eher schief ist, die Nähte nicht gut aufeinanderpassen und das Innenfutter teilweise auf links, teilweise auf rechts ist (immerhin nur innen, nicht außen). Außerdem habe ich versehentlich den Klettverschluß angesengt.

Vertrauen in meine Fähigkeiten


Minimeins fragte dann nach Fertigstellung der Mützen, ob ich nun endlich richtig nähen könnte. Bislang mußte ich ihn da ja leider immer vertrösten, so auch dieses Mal wieder. Ich habe ihm ehrlich geantwortet, daß ich schon noch ganz schön viel üben müßte, bis ich endlich was richtig tolles zustande bringen könnte. Daraufhin sagte Minimeins ganz trocken:

Mama, dann näh mir doch einfach erstmal Unterwäsche. Die sieht man ja nicht.

Danke auch. Gelegentlich ist er ja doch recht pragmatisch veranlagt.

Also machte ich mich auf die Suche, ward fündig, bezweifelte die angegebenen Schnittmaße, probierte mit einem aussortierten T-Shirt des Gatten, fand meine Größenzweifel bestätigt (oder ich habe wieder irgendein wesentliches Detail nicht gesehen oder es ward nicht genannt: Naht- und Saumzugaben zum Beispiel), suchte weiter und ward wieder fündig. So schwierig und vor allem abwegig scheint das Projekt Unterwäsche gar nicht zu sein. Allerdings haben Minimeins und ich uns erst mal auf einen Schlafanzug geeinigt, nachdem ich dieses Jersey-Stöffchen im Stoffladen in Langenhagen gefunden habe:


Minimeins ist begeistert, einen Schlafanzug in der kommenden Größe (122/128) braucht er eh, bislang hat er genau einen in dieser Größe und den werde ich zum Maße überprüfen auch immer wieder heranziehen. Jetzt brauche ich nur noch einen vernünftigen Schnitt, den muß ich mir noch ergoogeln. Sollte aber nicht so schwierig zu finden sein.

Aus den Resten fällt dann entweder noch ein T-Shirt für Rakete ab oder tatsächlich die gewünschte Unterwäsche für Minimeins, falls das - Schlafanzug und Unterwäsche komplett aus demselben Stoff - dann nicht doch ein bißchen zuviel Einheitsbrei ist. Mal sehen.

Jedenfalls glaube ich, daß das alles nicht so schwierig sein kann. Bei Pattydoo sieht das ja auch alles ganz federleicht aus. Ich werde das schon hinkriegen.

Viel Theorie, wenig Praxis: die Sache mit dem Material


Viel umgesetzt habe ich noch nicht, aber plötzlich 100 Ideen im Kopf. Oder 1.000. Viele jedenfalls. In kurzen Momenten des Größenwahns (meistens zwischen 4 und 6 Uhr am Morgen, aber Tageslicht hilft dann wieder bei der Realitätsfindung) sehe ich mich schon meine komplette Familie selbst einkleiden. Wenigstens die Kinder, die freuen sich momentan noch drüber (das wird sich leider wohl auch irgendwann geben, hab ich gehört) und irgendwann vielleicht auch in Teilen mich selbst. Und nein, zum Hosen kürzen mag ich mich immer noch nicht aufraffen, vielleicht irgendwann in (ferner) Zukunft mal. Oder auch nicht, denn die Schneiderin hier um die Ecke macht das sehr gut und verhältnismäßig günstig.

In der Bücherei fanden sich natürlich noch weitere Bücher, teilweise auch anfängergeeignet. Da habe ich mir erst mal ein paar Sachen ausgeliehen und sogar ein paar nette Sächelchen in den Büchern gefunden. Was die Sache mit den 1.000 Ideen nicht gerade übersichtlicher gestaltet...

Allerdings ist die Einstiegshürde beim Nähen eine ganze Ecke größer als beim Stricken, finde ich. Braucht man für letzteres zum Starten erst mal nur ein paar Nadeln, ein Knäuel Wolle und eine passende Anleitung (letztere oft auch kostenlos auffindbar) und etwas Zeit, so daß man mit ein paar Euro Wareneinsatz dabei ist. Beim Nähen braucht man natürlich erstmal eine Nähmaschine (die jetzt mal zufällig vorhanden war), dann natürlich Stoff, die passenden Nadeln für die Nähmaschine, das farblich passende Garn, anderen Stoff für das Bündchen, ggf. ein passendes Gummiband, eine Anleitung. Was nicht fehlen darf, ist auch weiteres Werkzeug: eine Stoffschere (Papierschere reicht nicht, das ist kein Vergnügen beim Stoffschneiden und da muß man halt schon etwas genauer arbeiten), eine Papierschere für den Schnitt, Maßband, Stecknadeln, Bügeleisen (wobei ich das größtenteils mal als vorhanden voraussetze), evtl. ein langes Lineal und Geodreieck, einen geeigneten Stift, um das ganze vom Papier auf den Stoff zu bringen und der hinterher trotzdem nicht (mehr) sichtbar ist und - leider ganz wichtig - einen Nahttrenner. Den hab ich schon oft gebraucht...

Dann bleiben natürlich Reste übrig, die wiederum zu etwas anderem verarbeitet werden wollen, wozu man dann wieder weiteres Material braucht (anderes Gummiband, anderes Nähgarn, anderes Bündchen, vielleicht Klettband, Knöpfe oder Reißverschlüsse oder noch ganz andere verrückte Sachen, verschiedene Vliese bzw. Einlagen... (gut, das ist beim Stricken ja ähnlich: Projekte ziehen Reste nach sich, die wiederum Reste mit sich bringen, die zu etwas neuem werden wollen... jedenfalls irgendwann.)

Ich habe inzwischen so dieses oder jenes angeschafft und dafür letztens sogar extra eine Bestellung bei Buttinette abgesetzt. Ursprünglich wollte ich nur einen Rollschneider erwerben, um damit Jersey besser zuschneiden zu können, Jersey rollt sich nämlich an den Seiten immer so ein, daß ich mich ein wenig schwer tat mit dem akkuraten Zuschnitt. Ein Rollschneider ist sozusagen ein Teppichmesser, nur eben mit runder Klinge. Zum Rollschneider braucht man aber auch noch eine Rollschneidermatte, damit man sich nicht den Tisch zersägt und am besten noch ein Rollschneiderlineal für die Schnittführung. Also ab in den Warenkorb damit. Nähgarn brauchte ich auch noch in den gängigen Farben (weiß war alle und ansonsten habe ich primär türkis aus einem unbekannten Jahr da - also eher alt und damit vermutlich schon etwas gebrechlich), dann reichte der blaue Bauarbeiter-Jersey nicht mehr für ein ganzes T-Shirt für Rakete, also noch etwas unifarbenen Jersey dazu, dann noch Bündchenware für die Mütze von Rakete als Ersatz für das ihm nicht gut zu Gesicht stehende rote, etwas Nähmaschinenöl, Vlies brauche ich auch noch, einen Kreidestift, klickklickklick, ups, ganz schön teure Bestellung, aber hm naja...

Heute kam dann endlich das ersehnte Paket (nachdem ich gestern noch mal in Langenhagen in der Restekiste ein paar hübsche Stücke gefunden habe - hingefahren war ich primär wegen des Sch(l)afanzugstöffchens und Bündchenstoffes für Minimeins und des Wachstuches für den werten Gatten, der sich zum Geburtstag ein Täschchen für sein Gedöns (Maus, USB-Kabel, Freisprech-Ohr-Dings, Türkarten, ein, zwei Stifte...) wünscht, ach ja, eine Zwillingsnadel für Jersey wollte ich auch noch haben und etwas Schrägband für Raketes Wimpelkette und meine Füllwatte war auch alle), wo war ich, ach ja, das Paket. Das landete dann erst mal bei den Nachbarn, die waren nicht da, als ich es abholen wollte, also mußte ich warten - argh! Als ich es endlich, endlich in den Händen hielt und Minimeins beim Auspacken half, mußte ich feststellen, daß ich bei meiner Rollschneider-und-sonstiges-Bestellung den Rollschneider zu bestellen vergessen hatte. Kopf -> Tisch. Hätte ich doch gestern im Laden einen mitnehmen sollen... (und Ersatzklingen)

Naja, Montag dann. Bis dahin ist auch der neu erworbene Jersey gewaschen und gebügelt und dann kann ich losschnitzen. *Händereibgeräusch*

Pläne, Pläne, Pläne - und der Kurs?


Womit will ich denn eigentlich anfangen, loslegen, weitermachen?

- eine Tasche, wie vielfach geraten für den Anfang, nur brauche ich eigentlich gar keine, Material hätte ich aber vermutlich in ausreichender Menge da
- oder noch ein - etwas anderes als das erste - Utensilo (für wen?)
- das Täschchen für den Gatten (Material ist vorhanden und es muß bis in vier Wochen fertig sein)
- Schlafanzug für Minimeins (Material ist da und sollte auch bis in vier Wochen fertig sein)
- 1-2-3 Oberteile für Rakete (Material ist reichlich da, für mindestens zwei, eher drei Stück reicht die Auswahl sicher)
- neues Bündchen für Raketes Mütze (schnell gemacht)
- Naht an Minimeins' Mütze reparieren, da ist eine nicht gut gesichert gewesen (noch schneller gemacht)
- meine löchrigen T-Shirts mittels Applikationen reparieren (Material ist da, ich hab nur noch keine konkrete Idee, wie ich das umsetze)
- eine Turnhose für mich (die ich für meine Mutter-Kind-Kur in vier Wochen brauchen werde, allerdings habe ich dafür (noch) kein Material)
- einen Rock für mich aus dem Material von der handmade-Messe und etwas weiterem, den ich inzwischen erwarb
- oder irgendeine andere der 1.000 Ideen, die ich in den vielen ausgeliehen Büchern gefunden habe, aber dafür muß ich vielleicht doch noch ein bißchen üben, was mich wieder zu der eingangs gestellten Frage führt: was denn eigentlich zuerst?

Übrigens habe ich mich dann tatsächlich direkt nach dem Besuch der handmade-Messe für einen Nähkurs im hiesigen Laden angemeldet, um meinen Gutschein endlich umzusetzen. Der nächste freie Termin ist allerdings erst in vier Wochen. Ich bin vor knapp drei Wochen einfach mal in den Laden spaziert und habe gefragt, was denn so als anfängergeeignetes Projekt für den ersten Jersey-Nähkurs geeignet wäre. Die Ladeninhaberin (und Kursleiterin) hat vorgeschlagen, eine Mütze (für Minimeins) und eine Pumphose (für Rakete) zu machen. Das sollte wohl innerhalb eines Abends machbar sein. Vermutlich hab ich - weil zwischen Anmeldung und Kurstermin so viele Wochen liegen (sieben!) - das bis dahin dann alles schon selbst getestet, aber es schadet sicher nicht, dafür auch mal fachliche Anleitung zu bekommen. 

Für einen zweiten Kursabend habe ich mich auch schon angemeldet, allerdings ist der erst im Juni, vorher passte es irgendwie nicht. Mal sehen, was ich dann in Angriff nehme. Vielleicht ein T-Shirt, was die Kursleiterin für den ersten Termin noch etwas überambitioniert fand. Nun, sehen wir mal. Vermutlich hat sie recht, aber das werde ich dann ja im Laufe der nächsten Wochen sehen.

Momentan weiß ich noch nicht so recht, ob ich wirklich ernsthaft in die Näherei einsteige (und mir dann möööööglicherweise auch irgendwann eine andere Nähmaschine zulege, aber wer weiß, welche Fähigkeiten die alte Maschine bislang noch so vor mir versteckt hält - und ich vor ihr), aber vielleicht liegts auch am bislang nicht so richtig tollen Werkzeug und meinen noch ganz am Anfang stehenden Fähigkeiten, daß es mich noch nicht ganz so gepackt hat wie das Stricken. 

Allerdings fühlt sich das Stricken auch gerade ein bißchen an wie durchgespielt, lässt sich aber natürlich immer noch prima irgendwohin mitnehmen (Auto- und Zugfahrten zum Beispiel oder Besuche bei den (Schwieger-)Eltern drängen sich da geradezu auf). Außerdem habe ich hier ja auch wirklich mit Basics angefangen und mich langsam zu den anspruchsvolleren Dingen vorgearbeitet. 

Und dann sind da ja die 1.000 Ideen, die in meinem Kopf rumspuken (vielleicht sollte ich sie mal zu Papier oder zumindest auf einen elektronischen Notizzettel bringen, um ein wenig Ordnung in die 1.000 Ideen zu bekommen), die mich dann doch wieder in große Nählust verfallen lassen. Hm. Ich verfolge das jetzt erst mal noch ein bißchen weiter und dann werd ich das schon rausfinden. Bislang bin ich eigentlich überwiegend angetan (nur, wenn ich mal wieder Murks fabriziere, dann ist das sehr enttäuschend und in der Hinsicht bin ich grad etwas anfällig).

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Mittwoch, März 08, 2017

Volksweisen im Wandel der Zeit

Minimeins bringt natürlich allerlei Wortschatz und Liedgut aus dem Kindergarten nach Hause. Immerhin nicht zu schlimme Schimpfwörter (jedenfalls im Vergleich zum hiesigen kirchlichen Kindergarten - da lernen die Kinder wirklich heftige Sachen).

Wir haben damals "Alle Jahre wieder" neu betextet, in sämtliche denkbare (und auch undenkbare) Formen. Und jahreszeitenunabhängig. Selbstredend.

Minimeins bringt sowohl umgetextete Lieder als auch kleine Gedichte mit und trägt sie dann vor. Sie entbehren nicht einer gewissen Morbidität. Naja, vielleicht findet er dann auch dermaleinst Loriots 'Mörderischer Advent' gut. Ich vermute allerdings stark, daß die älteren Geschwister anderer Kinder auch einen nicht unerheblichen Anteil am "Liedgut" haben.

Hier eine kleine Kostprobe aus seinem Repertoire.

24 Handgranaten
flogen über’n Kindergarten.
Opa schießt sie alle tot,
Oma sagt: „Du Vollidiot.“

Alle meine Entchen
fahren Motorboot,
fahren Motorboot.
Fahren 180,
waren alle tot.

Schneller, Propeller,
die Oma fliegt in’n Keller,
der Opa hinterher
mit dem Schießgewehr.

Drei Chinesen mit dem Monstertruck
saßen auf der Straße und erzählten sich was.
Da kam die Polizei: „Ja, das ist ja krass!“
Drei Chinesen mit dem Monstertruck.

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Mittwoch, Februar 01, 2017

Brechen, brach, gebrochen

Disclaimer: der Inhalt ist ein bißchen eklig, wer sowas nicht abkann, möge den heutigen Beitrag überspringen.

Was ist eigentlich aus der Rückgabe des Kindersitzes geworden?

Ja, eigentlich hätte ich den abends noch zurückbringen können, aber Rakete hätte Zeter und Mordio gebrüllt, wäre ich ohne ihn gegangen. Mitnehmen wollte ich ihn nicht (anziehen, ausziehen etc.) und später, als er im Bett war, war die Nachbarin nicht da (das wußte ich zufällig).

Am nächsten Morgen habe ich pünktlich um 8:30 Uhr Minimeins im Kindergarten abgeliefert und bin mit Rakete weitergefahren zum Markt. Rakete hatte vormittags einen Termin für die Vorsorgeuntersuchung zum 2. Geburtstag, deswegen ist er nicht im Kindergarten gewesen. Vom Markt zurück wollte ich der Nachbarin gern ihren Sitz zurückgeben, aber ihre Jalousien waren noch unten. Wecken wollte ich sie nicht, den Sitz aber auch nicht einfach so vor die Tür legen. Also vertagt (bzw. verstundet).

Dann bin ich mit Rakete auf 9:30 Uhr zum TÜV Kinderarzt gefahren (kurz zusammengefasst: er hat den Stempel gekriegt und darf ein weiteres Jahr fahren), dort hat man mir nahegelegt, ihm zügig den Schnuller abzugewöhnen (zumindest tagsüber), das habe ich versucht, gleich in die Tat umzusetzen (ich hätte jetzt noch ein bißchen gewartet, weil Minimeins auch bis ca. 3 Jahre seinen Schnulli hatte, zwar tagsüber nur noch ab und zu, aber er war trotzdem heißgeliebt - allerdings hatte ich nicht bedacht, daß Minimeins auch wesentlich später als Rakete Zähne bekommen hat). Also Rückweg vom Kinderarzt ohne Schnuller. Das Kind brüllt Zeter und Mordio, während ich im Ort rote Welle habe (es sind nur 4 Ampeln auf der Strecke, aber alle sind rot). Zuhause beruhigt er sich ein bißchen, auch weil er seinen Schnulli dort 'wiedergefunden' hat (ich war zu langsam). Inzwischen ist es knapp 11 Uhr.

Ich überlege, der Nachbarin grad ihren Sitz wieder zurückzugeben, als das Telefon klingelt und der Kindergarten dran ist. Minimeins ginge es nicht so gut, ob ich ihn wohl recht schnell abholen könnte. Er hätte gebrochen und wäre jetzt umgezogen, hätte aber keine Strumpfhose, sondern nur Strümpfe an, ob ich entweder eine mitbringen oder mit dem Auto kommen könnte.

Also Rakete wieder angezogen, ins Auto gesteckt (Anschnallballett!), 400m zum Kindergarten gefahren*, Abschnallballett, mit Rakete in den Kindergarten und dort wurde ich auch schon mehrstimmig von Kindern aus Minimeins' Gruppe begrüßt: "Minimeins hat gekotzt! Voll viel, ey! Das war echt eklig!" Ich mußte ein bißchen lachen (und war den Leuten, die das schon wieder weggemacht hatten, sehr dankbar). Minimeins hat sich ausnahmsweise gefreut, daß ich kam (sonst will er ja beim Abholen immer noch weiterspielen, aber er war diesmal doch etwas mitgenommen), hatte seltsame Kleidung an (teilweise seine eigenen Wechselsachen, teilweise Kindergartenzeug) und kam auch gleich mit. Also schnell angezogen, bevor Rakete wieder mal abhauen konnte, beide Kinder ins Auto gestopft, nach Hause gefahren. Minimeins sagte, es gehe ihm schon viel besser, aber er wollte sich lieber auf dem Sofa noch ein bißchen ausruhen.

Als ich das Auto geparkt hatte, fiel mir ein, daß es mit Kotzkind sinnvoll sein könnte, Zwieback im Haus zu haben. Unseres war aber alle (der Mann hatte am Wochenende zuvor irgendein Leiden, das Zwiebackernährung erforderte - das Leiden Christi hat zwischendurch schon nach einem Ausbildungsplatz gefragt...), also habe ich spontan beschlossen, daß wir noch schnell welches einkaufen. Da ich Minimeins nicht allein zu Hause lassen wollte, sind wir alle zusammen zum Edeka gefahren. Kaum hatte ich dort geparkt, fiel mir auf, daß ich beim Haus verlassen außer dem Schlüssel nichts mitgenommen hatte - vor allem kein Portemonnaie. Also wieder nach Hause, Portemonnaie geholt, dabei gerade noch Minimeins' vollgekotze Kindergartenkleidung in die Waschmaschine geworfen, eingeschaltet und wieder losgefahren. Völlig unnötige Hin- und Herfahrerei, die ich mir und den Kindern hätte ersparen können - wenn man mal vorher kurz nachgedacht hätte. Hätte, hätte, Fahrradkette, es war aber leider nunmal so. 2x Abschnallballett bei Edeka. Allein im Auto wollte ich das angeschlagene Kind auch nicht warten lassen, also habe ich ihn überredet, mit reinzukommen, obwohl er eigentlich nicht wollte.

Im Laden haben wir schnell Bananen und Zwieback (für Minimeins), Milch (für Rakete und mich) und Apfelmus (für Rakete) in den Kindereinkaufswagen geworfen und sind zur Kasse gestiefelt. Dort schien sich die halbe Einwohnerschaft der ü60-Burgwedeler zum Wocheneinkauf verabredet zu haben: viele Leute mit viel Zeug im Einkaufswagen. Und obwohl viele Kassen offen waren und sogar an der Info bezahlt werden konnte, wenn man nicht so viel hatte, ging es nur schleppend vorwärts. Irgendwann, während wir so in der Schlange vor uns hinwarteten, habe ich mitbekommen, daß die Kartenzahlung wohl eine Weile nicht funktioniert hatte, inzwischen aber wieder EC-Kartenzahlung möglich sei. 

Langsam geht es vorwärts. Plötzlich fängt Minimeins wieder an zu brechen. Das arme Kind! Immerhin kotzt er nur auf den Boden. Ich beruhige ihn, sprinte zur Info, erbitte mir eine Rolle Küchentuch, bekomme sie, sprinte zurück und Minimeins hat auch schon wieder aufgehört. Ich drücke ihm ein Küchentuch in Hand, er möge sich den Mund abwischen. Ich wische derweil den Boden auf, bekomme viel Anteilnahme von den umstehenden Omis und immerhin eine reicht mir eine Plastiktüte als Mülltüte. Minimeins muß nochmal brechen, hält sich aber immer noch das Küchentuch, das ich ihm zum Mundabwischen gegeben habe, vor den Mund und deswegen spritzt die Brühe leider etwas mehr durch die Gegend als nötig. Das meiste bekomme ich aber ab: Jacke, Brille, Schal, Mütze, Gesicht. Bäh! Minimeins ist nur geringfügig in Mitleidenschaft gezogen (Jacke Schal), Rakete hat zum Glück nix abgekriegt und sonst auch keiner. Also alles aufwischen, entsorgen, Minimeins zum Durchatmen vor die Tür schicken an die frische (kalte!) Luft (ihn nehme an, ihm ist in voller Montur während der langen Wartezeit zu warm geworden und deswegen wurde ihm wieder übel), von einer Dame hinter mir den Tipp bekommen, mich doch an der Info anzustellen, dort frage ich eine andere Dame, ob ich bitte vorgehen könnte, sie hätte ja mitbekommen, was gerade passiert sei und die sagt nur entschuldigend mit den Schultern zuckend, sie müßte schließlich auch zur Arbeit. Ja, danke auch für das Gespräch.

Immerhin läßt mich an der nächsten Kasse jemand vor. Ich bedanke mich 1000x, in der Zwischenzeit kommt Minimeins wieder angestiefelt, er wolle dort draußen nicht so lange rumstehen und auf mich warten. Endlich sind wir durch, ich stopfe beide Kinder wieder ins Auto, drücke Minimeins seinen Reiseeimer in die Hand, der üblicherweise im Auto liegt, 2x Anschnallballett (durchgeschwitzt war ich eh schon) und wieder nach Hause fahren.

Inzwischen ist es halb 12, wir riechen sehr streng, immerhin war Rakete lieb und ist während der ganzen Aktion einfach stehengeblieben und nicht irgendwohin gegangen, wo er es interessanter findet. Ich ziehe erst mal allen Beteiligten die stinkenden Klamotten aus, werfe mir schnell eine Strickjacke über, ziehe Minimeins frische Sachen an, wasche uns zwischendurch grob, putze mit Minimeins die Zähne, sortiere die Wäsche (Wolle sollte extra gewaschen werden) und warte drauf, daß die Waschmaschine mit der ersten Ladung, die ich ja schon angeworfen hatte, fertig wird. Hätte ich mir auch sparen können, da kommt ja gleich nochmal was. Nun.

Rakete meldet Hunger an, ich hab eigentlich auch Hunger, Minimeins will unbedingt Zwieback. Ich nehme an, er ist jetzt leer und lasse ihn soviel Zwieback futtern wie er will. Das ganze zieht sich etwas hin. Ich lasse die beiden rumdameln, sollen sie nur. Rakete macht keinen Mittagsschlaf mehr (in der Krippe muß er allerdings zwangsschlafen, aber das ist wieder eine andere Geschichte...), hat aber natürlich dann im Laufe des Tages irgendwann einen ziemlichen Durchhänger. Nach dem Essen spielt er aber friedlich. Minimeins futtert sich genüßlich durch die halbe Packung Zwieback und ich habe regelmäßig die Waschmaschine beschäftigt und ein bißchen Zeitung gelesen. Nun, dann machen wir uns eben einen gemütlichen Tag zu Hause. Eigentlich hatten wir sonst nichts weiter geplant, aber ich hätte Minimeins eigentlich fragen wollen, ob und wenn ja was er denn schönes machen wollte.

Plötzlich klingelts an der Tür: die Nachbarin, deren Kindersitz ich entlieh. Die hatte ich über die Ereignisse völlig vergessen...! Das tat mir wirklich leid und ich hatte auch ein schlechtes Gewissen deswegen. Sie holte ihren Sitz dann persönlich ab. Da war es dann aber bestimmt schon halb 2 und ich stand immer noch im Unterhemd rum. (Gut, daß ich keine Jogginghose besitze...)

Nachmittags sind wir dann noch mal rausgegangen, um bei Ernstings ein paar Kleinigkeiten zu besorgen. Minimeins kam zwar mit, hatte aber auf dem Rückweg ziemlich zu kämpfen. Er war doch noch ganz schön klapprig auf den Beinen. Rakete ist dann im Kinderwagen fast eingeschlafen (aber nur fast!), aber ich konnte ihn daran hindern. Da war er dann, der Durchhänger.

Wir haben dann etwas früher als sonst Abendbrot gegessen. Minimeins, der eigentlich tagsüber ganz guter Dinge war, wollte aber nichts mehr, sondern sich lieber ein bißchen auf dem Sofa ausruhen. Das hatte er vormittags zwar schon gesagt, aber dann doch nicht gemacht.

Während Rakete und ich aßen, ist Minimeins dann auf dem Sofa eingeschlafen - eng an seinen Eimer gekuschelt. Nun, lassen wir ihn schlafen, er wird es brauchen.

Rakete und ich haben dann nach dem Abendbrot die letzte Wäsche aufgehängt und Rakete hat sich einen Wäschekorb geschnappt und damit Schiff gespielt. Ich hab ihn spielen lassen und mich zu Minimeins aufs Sofa gesetzt. Kurz drauf war der kleine Kapitän im Flur dann verdächtig leise.

Diese verdächtige Stille kann das 2 Gründe haben:
1. Entweder baut grad einer größeren Blödsinn
2. oder...


vom Schlaf übermannt - sogar ohne Schnuller


18 Uhr und beide Kinder schlafen. Entweder ist das ein früher Feierabend für mich oder es wird eine lange Nacht.

Ich habe noch ein bißchen abgewartet, damit Rakete auch wirklich tief und fest schläft und habe ihn dann nach oben getragen. Versandfertig verpackt war er ja schon. Ich habe ihn noch seiner Puschen und Hose entledigt und dann in sein Bett gelegt. Schläft er halt in Strumpfhose und Pulli statt in Schlafanzug und Schlafsack. Er ist auch dabei nicht aufgewacht, allerdings hörte ich währenddessen von unten ein sehr charakteristisches Geräusch in Verbindung mit einem Eimer... Argh!

Aber es war nichts. Minimeins war aufgewacht, hatte sich verschluckt und vorsichtshalber gleich nach seinem Eimer gegriffen, den er ja eh im Arm hielt. Es ging ihm ganz gut, aber er war müde. Vorsichtshalber habe ich ihn erst mal noch eine Weile auf dem Sofa schlafen lassen, bevor ich ihn ins Bett transportiert habe.

Und überraschenderweise haben beide (!) Kinder die ganze Nacht (!!) durchgeschlafen (!!!). Nur ich nicht. Ich glaube, ich kann das nicht mehr, ich muß das erst wieder lernen.

Fun fact: als wir am nächsten Tag - Minimeins war nicht im Kindergarten und mußte daher mit zum Einkaufen - bei Edeka an der Kasse standen, wurde er von der Kassiererin ganz teilnahmsvoll gefragt, ob es ihm denn heute schon wieder besser ginge. Tja, zack!, schon biste im ganze Ort bekannt.

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* deswegen gehen wir morgens fast immer zu Fuß oder mit dem Fahrrad zum Kindergarten - es ist einfach zu nah für irgendwas anderes. Neulich sprach mich eine Mutter an, daß sie es wirklich beeindruckend fände, daß ich wirklich jeden Morgen mit dem Rad käme und nicht mit dem Auto fahren würde, und daß ich das auch bei jedem Wetter durchziehen würde, das wäre ja auch eigentlich ganz sinnvoll. Ich habe mich bedankt und ihr dann erklärt, daß ich das weniger aus gesundheitlichen Gründen ("die Kinder kommen an die frische Luft") machen würde als einzig und allein aus dem Grund, weil es so wahnsinnig nah ist. Ganz ehrlich: wenn es aus Kübeln schüttet oder wir direkt im Anschluß irgendwohin fahren (z.B. um den Wocheneinkauf zu erledigen), fahre ich auch tatsächlich schon mal mit dem Auto, aber das kommt wirklich selten vor.

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Donnerstag, Januar 26, 2017

Mittwoch im Quadrat

Schrieb ich gestern, wie unser normaler Mittwoch nachmittag derzeit aussieht, hat er sich neulich sogar nochmal potenziert. Eine Nachbarin mit 3 Kindern war nämlich wegen einer Kleinigkeit vom Kinderarzt mit Kind 3 ins Krankenhaus geschickt worden und dort dauerte es (sie war wohl zunächst im hiesigen Krankenhaus, aber von dort hat man sie ins Kinderkrankenhaus nach Hannover geschickt...). Und es dauerte. Und dauerte. Deswegen rief sie mich irgendwann an und bat darum, ob ich ihr Kind 2 vom Kindergarten abholen könnte. Ja, kann ich machen. Ist zwar ein anderer Kindergarten als unserer, aber nicht besonders weit weg.

Minimeins war an diesem Tage schon mittags nach Hause gekommen und spielte fröhlich vor sich hin. Zum Abholen wollte er auch nicht mit, also ist er zu Hause geblieben. Auch recht. Also bin ich sehr pünktlich um 14:30 Uhr losgestiefelt, habe Nachbarskind 2 von seiner Kita abgeholt, dann sind wir zu unserer Kita gegangen, haben Rakete abgeholt (alles relativ entspannt, weil wir ja nicht schmorend auf Minimeins warten oder noch auf den Spielplatz mußten), sind nach Hause gegangen, Boxenstopp, Zwischensnack, das übliche. 

Dann diverse SMS der Nachbarin gesehen. Es würde noch dauern, aber sie hätte mit ihrem Kind 1 ausgemacht, sie nachmittags um 15:30 Uhr an der Grundschule abzuholen und ihr dabei ihren Tennisschläger mitzubringen und es täte ihr fürchterlich leid, aber ob wir ihr Kind 1 dort abholen und über die Situation in Kenntnis setzen würden, damit es nicht vergeblich dort warten würde. Nachbarskind 1 geht also nachmittags zum Tennis und mußte so nicht den ganzen Tag schon den Schläger mit sich rumtragen. Also habe ich meine beiden Kinder sowie Nachbarskind 2 (übrigens genauso alt wie Minimeins) um 15:15 Uhr wieder eingepackt und wir sind zur Grundschule gestiefelt. Ohne Tennisschläger, denn der lag ja bei der Nachbarin im Haus.

An der Grundschule war Nachbarskind 1 reichlich verwundert, von uns abgeholt zu werden. Ich erläuterte die Situation und wir haben überlegt, wie wir den Nachmittag organisieren. Nachbarskind 1 besitzt einen Haustürschlüssel, also sind wir alle fünf zusammen dorthingegangen, sie hat ihre Schul- und Sporttaschen etc. abgelegt, sich ihren Tennisschläger geschnappt, währenddessen fängt Nachbarskind 2 an zu heulen, weil es doch mittwochs immer zum Turnen gehen würde. Turnen fängt aber um 15:30 Uhr an und zwar in der Halle der Grundschule. (Jetzt verstand ich auch, warum die Nachbarin ihrem Kind 1 den Schläger bringen wollte - sie mußte eh zur Grundschule, um mit ihrem Kind 2 (und vermutlich auch mit ihrem Kind 3) zum Turnen zu gehen, und konnte bei der Gelegenheit den Schläger an ihr Kind 1 übergeben.)

Nun, das mit dem Turnen wußte ich nicht und jetzt (15:45 Uhr) war es auch schon ein bißchen zu spät, um wieder dorthin zu gehen. Mal davon abgesehen, daß ich nicht gewußt hätte, wie ich sonst die restlichen Termine koordiniert bekäme. Also habe ich versucht, Nachbarskind 2 zu vertrösten, daß es in der kommenden Woche schon am Dienstag mit uns zum Turnen kommen und so die versäumte Turnstunde nachholen könnte. Nun, Nachbarskind 2 wollte ABER HEUTE zum Turnen und war meinen Argumenten nicht zugänglich. Dann eben nicht.

Ich habe mir noch schnell bei einer anderen Nachbarin einen Kindersitz (so eine Sitzerhöhung) geliehen (Ironie der Geschichte: am Tag zuvor hatte ich bei Rossmann im Onlineshop eine ebensolche bestellt, die war aber noch nicht bei mir angekommen), den sie mir netterweise direkt über den Zaun anreichte, alle Kinder ins Auto gebastelt (vorher ein bißchen Kindersitztetris gespielt), 4x Anschnallballett, zur Tennishalle gefahren, Nachbarskind 1 um 16:00 Uhr dort rausgeworfen (1x Abschnallballett, es war so eng hinten im Auto, daß sie irgendwie den richtigen Knopf für ihren Gurt nicht gefunden hat) und die Abholung vereinbart (normalerweise geht sie zu Fuß dorthin und wird dann später von ihrer Mutter abgeholt - kann ich verstehen, es ist doch recht dunkel und verlassen dort im Winter nachmittags um 5. Ich habe sie vor allem deswegen direkt dorthingebracht und nicht selbst hingehen lassen, weil ich gar nicht so genau wußte, wo sich diese Tennishalle befindet.). Dann weitergefahren zum Industriegebiet, Minimeins um 16:15 Uhr zur Musikschule gebracht (nur 1x Abschnallballett, denn ich habe das immer noch beleidigte Nachbarskind 2 und Rakete kurz im Auto warten lassen, so haben sie sich wenigstens gegenseitig Gesellschaft leisten können), dann sind wir verbliebenen 3 weitergefahren zu Rossmann. Die Nachbarin schrieb nämlich, daß sie immer noch nicht dran wäre. 2x Abschnallballett bei Rossmann.

Dort verschwand nicht nur Rakete zügig im Laden, um seinen Einkaufswagen zu holen, sondern auch Nachbarskind 2. Leider nicht mit Rakete in Richtung Einkaufswagen, sondern irgendwoanders hin. Argh! Als ich mit meiner Packung Küchenrolle unter dem Arm in den Laden kam, habe ich nämlich nur Rakete gefunden, nicht aber das Nachbarskind. Leichte Panik! Kind verlieren ist nie gut, weder das eigene noch ein anderes. Es tauchte dann aber wieder auf - es war schon mal zum Spielzeug gegangen und hatte sich dort umgesehen. Und weil es immer noch bockig war wegen des Turnens, hat es eben nix gesagt. So. Das hab ich davon.

Dann haben wir einigermaßen unspektakulär unseren Einkauf über die Bühne gebracht und das Nachbarskind 2 war auch nur noch 2x kurz verschwunden (irgendwann hab ich das Spiel dann kapiert und gleich beim Spielzeug geguckt). Auf dem Weg zurück zum Auto bin ich so blöde umgeknickt, daß mein Knöchel noch ein paar Tage richtig wehtat. Aua! Half aber nix, the show must go on. 2x Anschnallballett.

Schnell nach Hause gefahren, 2x Abschnallballett, Kinder und Einkäufe ins Haus verfrachtet. Jacken, Mützen, Schals und Schuhe ausziehen, die Kinder spielen (aka kippen alles Spielzeug erstmal aus), ich räume die Einkäufe weg, dann nach 10 Minuten alle wieder anziehen (Gemotze: "ich will nicht schon wieder raus, ich will noch spielen, ich will nach Hause"), 2x Anschnallballett, um 17:00 Uhr Minimeins bei der Musikschule wieder abholen. Nachbarskind 2 und Rakete warten wieder gemeinsam im Auto. 1x Anschnallballett bei Minimeins, dann weiterfahren zur Tennishalle, um 17:10 Uhr Nachbarskind 1 wieder einsammeln, 1x Anschnallballett. In der Zwischenzeit habe ich gesehen, daß die Nachbarin geschrieben hatte, sie würde in Kürze losfahren. In Hannover ist aber um die Zeit Berufsverkehr, also habe ich damit gerechnet, daß sie ein bißchen länger brauchen würde.

Auf dem Rückweg von der Tennishalle nach Hause noch grad beim Edeka anhalten (liegt auf dem Weg) und ein Brot kaufen, kein Ab- oder Anschnallballett, alle 4 Kinder warten geduldig die 3 Minuten im Auto.

Zu Hause: 4x Abschnallballett, alle Kinder aus dem Auto pulen, Jacken, Mützen, Schals und Schuhe ausziehen und aufräumen, Tisch decken und alle überreden, daß wir jetzt doch bitte alle gemeinsam Abendbrot essen würden. Nachbarskind 2 lamentierte rum, es wollte nicht Abendbrot essen, es wollte nach Hause, zur Not würde es auch alleine mit seiner großen Schwester zu Hause bleiben wollen, das würden sie schließlich ständig so machen (auf Nachfrage stellte sich raus: dem ist mitnichten so). Das Kind war immer noch nachtragend, daß es als einziges an diesem Tage auf seine Freizeitaktivität verzichten mußte. Es tat mir ja auch sehr leid, aber ich wußte nun leider wirklich nichts von der Turnstunde (und selbst wenn...)

Wir haben dann doch noch alle zusammen gegessen und als wir fertig waren, kam dann auch endlich die Nachbarin und sammelte ihre beiden Kinder wieder ein. Sie hat sich noch 1000x bedankt und entschuldigt, daß es so lange gedauert habe (naja, ich gehe davon aus, daß sie nichts dafür konnte, daß es so lange dauerte). Ich hab ja gerne geholfen, aber insgeheim war ich auch ganz froh, daß ich selbst im Normalfall nur 2 Kinder habe.

Der kindersitzleihenden Nachbarin schrieb ich, daß ich ihr ihren Sitz am nächsten Tag zurückbringen würde, sie war einverstanden. Aber das ist dann schon wieder eine andere Geschichte...

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Mittwoch, Januar 25, 2017

Mittwochs

Mittwochs hat Minimeins Musikschule. Und ich Ballett. "Häh?" wird sich der geneigte Leser nunmehr fragen, Ballett??? Im Ernst?

Nun, ich fange mal vorne an.

So gegen 14:30 oder 14:40 Uhr tapere ich los, um die Kinder vom Kindergarten abzuholen. Das ist nicht weit, deswegen fahre ich schnell mit dem Fahrrad dorthin. Im Kindergarten sammle ich dann zuerst Rakete ein, verpacke ihn (draußen ist es kalt), versuche, alle Sachen auch wieder mitzunehmen (Schal, Mütze, Handschuhe, Rucksack, Brotdose, evtl. mitgenommenes Spielzeug, Jacke, Schuhe und ach ja, das Kind, evtl. Bastelerzeugnisse des Kindes und evtl. ein Mitgebsel eines anderen Kindes anläßlich seines Geburtstages). Es ist etwas ziemlich eng im Flur der Krippe, außerdem holen auch alle anderen Eltern zeitgleich ihre Krippenkinder ab und teilweise wuseln die Geschwister auch noch da rum, während ich versuche, mein Kind zu bekleiden. Kurz gesagt: meist komme ich dabei etwas ins Schwitzen, weil ich ja selbst auch noch meine Winterjacke sowie Schal und Mütze trage. Die Mütze lasse ich deswegen auf, weil ich dann nicht noch ein Teil suchen, finden, verlieren oder vergessen kann... 

Dann vom Souterrain (Krippe) wieder hoch ins Hochparterre (Kindergarten), um Minimeins einzusammeln. Da ist wesentlich mehr Platz. Allerdings wuseln da auch noch mehr Kinder und Eltern rum. Minimeins will wie üblich noch nicht nach Hause (er spielt grad so schön - das ist aber jeden Tag der Fall. Außerdem will er meistens morgens nicht hin und nachmittags dann nicht weg...), läßt sich überreden, trottet widerwillig in den Flur (alles in der ihm eigenen "Geschwindigkeit"*), wo Rakete und ich in voller Wintermontur so langsam im eigenen Saft vor uns hinschmoren.

Dort warte ich darauf, daß Minimeins wenigstens seine Puschen aus- und seine Schuhe anzieht. Bei Schal, Mütze und Jacke helfe ich ihm, damit wir noch vor Anbruch der Dunkelheit den Kindergarten verlassen können. Während ich aber warte, habe ich genügend Zeit, mir den Aktivitätenzettel des Tages durchzulesen, zu gucken, was Minimeins in der Mittagszeit gemacht hat (dafür gibts ein Extrabrett, weil es verschiedene, wechselnde Angebote gibt, aus denen die Kinder täglich neu auswählen dürfen), Rakete zu suchen, dem langweilig wurde und der deswegen schon mal auf eigene Faust losgestiefelt ist, und mich ein bißchen zu langweilen... (erwähnte ich schon, daß Minimeins nicht der Schnellste ist? Danebenstehen hilft übrigens auch nix...)

Weeeeeennnnnnn wir dann irgendwann endlich mal fertig sind, will Minimeins meistens noch auf den Spielplatz ("nur kurz, Mama"), meistens lassen ich mich breitschlagen, hieve Rakete auf die Schaukel und fange dann nach 5 Minuten an, an das "nur kurz, Mama" zu erinnern. Erwartungsgemäß gibts Gemotze, aber irgendwann müssen wir auch mal nach Hause, weil ja heute auch noch Musikschule ist.

Zu Hause sind wir meistens so gegen 15:15 oder 15:20 Uhr, da werden alle erst mal wieder ausgepackt, der vom Kindergarten mitgebrachte Sand wieder nach draußen gekippt, es gibt für beide Kinder einen Boxenstopp und eine Kleinigkeit zu essen und zu trinken (Rakete hat immer Mordshunger und hält den Nachmittag tatsächlich nicht ohne Zwischenmahlzeit durch - nicht, daß es im Kindergarten nix zu essen gäbe...) und für mich, wenn die Zeit reicht, einen Kaffee**.

Um 15:55 Uhr müssen dann wieder alle eingepackt werden (Schal, Mütze, Jacke, Schuhe), was nicht ohne Gemotze von Minimeins abgeht ("Ooor, ich will aber noch spielen!"). Auch hier ist es immer dasselbe: erst will er nicht hin zur Musikstunde, dann will er dort nicht wieder weg...

Beide Kinder ins Auto packen und jetzt folgt der ballettöse Teil: das Anschnallballett. Selbst mit Winterjacke bekleidet die ebenfalls winterbejackten Kinder in die Autositze klemmen, den Anschnallgurt drum und durchziehen, in der Mitte anschnallen, dabei nicht auf den Kindern abstützen, den Gurt festziehen, das ganze 2x. Bei Minimeins geht es schon einfacher, weil er keinen Fangkörper mehr für seinen Kindersitz hat, da ist etwas mehr Platz. Inzwischen ist es 16:05 Uhr.

Dann losfahren, die anderthalb Kilometer ins Industriegebiet fahren (mit dem Rad kann man quer durchs Feld fahren, aber mit dem Auto muß man drumrum; Radfahren ist wegen der Lichtverhältnisse derzeit aber keine Option, insbesondere nicht auf dem Rückweg), Parkplatz suchen, Kinder abschnallen (2x), Minimeins zur Musikschule begleiten, beim Ausziehen helfen, es ist seeeeehr eng dort, Rakete am Weglaufen hindern, um 16:15 Uhr Minimeins in der Musikstunde abgeben (musikalische Früherziehung), mit Rakete wieder zurück zum Auto gehen (und dabei über alle Kanten balancieren, die er finden kann, und auf alle Steine klettern, auf die er draufkommt (bei den anderen wenigstens versuchen, draufzuklettern), Rakete mind. 3x wieder aufheben, weil er vor lauter Begeisterung über seine eigenen Füße gestolpert ist), Anschnallballett (1x), losfahren. 

Meistens fahren wir kurz zu Rossmann oder Edeka, um ein paar Einkäufe zu erledigen. Bei Rossmann angekommen, 1x Abschnallballett, mit Rakete vom Parkplatz in den Laden gehen (dabei unbedingt auf der Bordsteinkante balancieren, allein schon, um evtl. Hundehinterlassenschaften zu umgehen), Rakete rennt in den Laden rein und schnappt sich einen Kindereinkaufswagen, den er ALLEINE schieben will (mitlenken darf ich auch nicht). Ich versuche also, ihn daran zu hindern, Leute oder Regale anzufahren und trotzdem noch die Dinge in den Wagen zu legen, die wir brauchen. Und auch NUR die, und nicht noch diverses anders Zeugs.

Dann unter möglichst weiträumiger Umgehung der Spielzeugabteilung zur Kasse. Rakete daran hindern, seine Sachen bei anderen Leuten aufs Band zu legen. Dann Rakete dabei helfen, seine Sachen aufs Band zu legen, als wir dran sind. Er ist noch ein bißchen kurz, um wirklich dranzukommen, aber sehr engagiert, die Einkäufe trotzdem draufzulegen. Als alles auf dem Band liegt, rast er mit dem leeren Einkaufswagen los und bringt ihn weg. Ich stehe derweil noch in der Kassenschlange und hoffe, daß er zurückkommt und nicht etwa noch mal den Weg in den Laden wählt.

Inzwischen kommt er aber meistens zurück zur Kasse. Er ist auch schon mal nach draußen gegangen, schließlich war ER ja fertig (Schweißausbruch und spontaner Sprint meinerseits inklusive). Dann noch zahlen, die Sachen in die mitgebrachte Tasche packen, das Klopapier unter den Arm klemmen, Tasche, Klopapier, Kind zurück zum Auto bugsieren (Bordsteinkantenbalancieren nicht vergessen), Einkäufe ins Auto verfrachten, Kind ebenfalls, Anschnallballett (1x).

Nach Hause fahren (ist alles nicht so wirklich weit, einen zeitlichen Vorteil bringt das Autofahren eher nicht mit sich), die Einkäufe ausladen. Je nachdem wie spät es ist, steigt Rakete noch mal mit aus (1x Abschnallballett) oder auch nicht, falls wir gleich weiterfahren. Im ungünstigsten Fall heißt es nach 10 Minuten also wieder 1x Anschnallballett (16:55 Uhr) und wieder losfahren. Meist reicht die Zeit dafür aber nicht.

Anderthalb Kilometer ins Gewerbegebiet, Parkplatz suchen, 1x Abschnallballett, mit Rakete zur Musikschule gehen, Minimeins einsammeln und bekleiden (es ist wahnsinnig eng dort im Eingangsbereich, erwähnte ich das schon?), Rakete wieder suchen (und finden), unter Abbalancieren sämtlicher Kanten zurück zum Auto, 2x Anschnallballett während Minimeins erzählt und - weil er erzählt, kann er nix anderes machen - nicht mitmacht, zurück nach Hause, 2x Abschnallballett, alle ins Haus und Ausziehen, alle Schals, Mützen, Jacken, Schuhe und ggf. Handschuhe aufhängen oder wegstellen und uff.

Gegen 17:15 Uhr sind wir wieder zu Hause. Und ich finde, ich habe mich ausreichend sportlich betätigt. Als Dank kippe ich meinen kalten Kaffee weg und versuche die Kinder zu animieren, beim Abendbrottischdecken zu helfen. Meist erfolglos, wer läuft also drölfzig mal hin und her? Richtig...

Im Sommer ist das ganze etwas entspannter, dann fahren wir mit dem Fahrrad hin, das ganze Verpacken und An- und Abschnallballett ist wesentlich entspannter (der Weg dahin nicht so, denn Minimeins fährt recht enthusiastisch Rad), ich kann mit Rakete in der Zwischenzeit auf den Spielplatz gehen und der Rückweg von der Musikschule ist auch entspannter, weil es noch hell ist. Minimeins hat zwar vorne an seinem Fahrrad ein Aufstecklicht, aber hinten nicht. Der Mann sagt, er hätte versucht, es anzuschrauben, aber es hielte nicht. Deswegen mag ich nicht im Dunklen mit Minimeins Fahrrad fahren.


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* noch langsamer wäre rückwärts

** Meist reicht die Zeit nur zum Kaffee kochen, aber nicht mehr zum Trinken.

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