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bees Wohnzimmer

Samstag, Mai 12, 2018

Grand Prix Eurovision de la Chanson - Eurovision Song Contest 2018

Sodele, der alljährliche Sängerwettstreit ist schon wieder angesagt, oder kurz: It's Eurovision Song contest time! (Ich bin ja "eigentlich heißt es Grund Prix Eurovision de la Chanson" Jahre alt.)

Chips und Getränke stehen bereit. Trinkjoghurt Schmusie Selbstgemachter Smoothie ist auch noch da.

Barbara in Hamburg macht sich schon mal warm. Regnet es da heute eigentlich gar nicht? Wie kommt das denn? Das war doch sonst immer zuverlässig der Fall. Naja, Hamburg hat heute andere Sorgen: der HSV ist erstmals aus der ersten Bundesliga abgestiegen. Volkstrauertag also.

Barbara hat jedenfalls ein einflügeliges Kleid an. Ganz ohne Regenmantel und Gummistiefel. Aber in Liiiila! Kind2 wäre begeistert.

Aber zum Song contest: die Vorrunde (formerly known as Halbfinale) sind schon rum, die verbliebenen Länder dürfen an der WM (aka Finale) teilnehmen. Ich hoffe ja, Jedward ist wieder mal dabei. Wie? Nicht? Warum nicht?

Jetzt noch mal kurz zum Erden: das Wort zum Sonntach aus Münster vom Deutschen Katholikentag.

Zurück zu Barbara, da gibts jetzt noch mal die Simple Minds (die älteren erinnern sich) und dann  (gute Güte, sind das alte Säcke geworden!) geht es auch gleich los.

Angeblich soll Deutschland ja dieses Jahr weder letzter noch vorletzter werden, sondern es wird alles gaaaaaanz anders und viiiiiiiil besser als die letzten Jahre. Ja, nun. Also. Ich mach mal so: wir werden sehen. Die anderen Länder haben ja auch gar keine Übung darin, Deutschland Punkte zu geben.


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4 Moderateusen da in Lissabon. Peter Urban kommentiert aus dem Off, so muß das.

Jetzt erst mal noch ein bißchen Vorgeplänkel, dann latschen einmal alle rein und wieder raus und dann fangen die hoffentlich irgendwann mal an. Schnarch. Naja, immerhin hat das ganze insgesamt nur ne Viertelstunde gedauert und jetzt kommt schon der erste. Und das Bündchen meiner Socke, die ich eben bei der Torberichterstattung mit Barbara noch angeschlagen habe, ist auch schon fertig.

1. Ukraine
Uh, gruseliges Auge. Mittelgruseliges Lied. Man wird sich nicht dran erinnern können. Dracula light? Nu klettert er zu einem hochbeinigen Klavier hoch, das berennt bestimmt gleich noch.

Hab ich's nicht gesagt???

2. Spanien
Noch so ein Bubele. Und seine Freundin. Hach, sind die verliebt. Jugend schmachtet für Olympia. Nee, für Europa. EU-RO-PA hab ich gesagt!

Jetzt wird gleich noch geknutscht. Wo ist eigentlich der Bodennebel, wenn man ihn braucht? Das braucht Mama doch nicht zu sehen.

3. Slowenien
Death on the Dancefloor, aber mit rosa Haaren. Und auf slowenisch. Endlich kommt hier mal n büschen Schwung in die Sache, damit alle wieder aufwachen. Das ist gut. Das Lied ist auch ganz unterhaltsam. N bißchen boygroupeskes Getanze, ein gewollter Fehler - hm. Aber nun, zum Wachwerden nicht schlecht. Aber dann wars doch nicht so richtig schwungvoll, da hatte ich mir ein bißchen mehr von versprochen.

4. Litauen
Was kommt jetzt? Wieder was einschläferndes? Meine Oma hat angerufen: sie möchte ihr Jungmädchen-Nachthemd zurück. Ganz hübsche Ballade, aber das ist gerade alles so lahm gerade.

5. Österreich
Lionel Richie hat sich als der junge Will Smith verkleidet und tritt für Österreich an. Da brennt nix, außer ihm tanz nix, aber immerhin hat es Österreich endlich mal wieder bis ins Finale geschafft. Bis jetzt das beste Lied, auch wenn es mich nicht wirklich vom Hocker reißt. Aber was soll diese Bollerbuchse?

6. Estland
Schicken die doch einfach mal eine Opernsängerin. Tscha. Und jetzt weiß ich auch nicht. Ein Video-Kleid hat sie, sowas sieht man ja auch nicht alle Tage. Es wiegt 8kg. Die Show auf dem Kleid ist gut, lenkt aber ein wenig vom Lied ab. Aber vielleicht ist das Sinn der Sache? Fällt das noch unter Trickkleid? Die singt sonst an der Oper, ist sie da an schwere Kleidung gewöhnt? Jedenfalls viel Stimme. Man versteht zwar nix, aber dazu müßte es nicht mal Oper werden.

7. Norwegen
Alexander mit seiner Fiedel will es noch mal wissen (er war 2009 schon mal dabei und hat gewonnen). Besser als Cuba mit seinem Fidel. Aber fidel ist der Bursche ja (also der Norweger da auf der Bühne, nicht der kubanische Greis - lebt der eigentlich noch? Der Kubaner, nicht der Fiedler.). Erinnert so ein bißchen an den Schweden, der vor ein paar Jahren mit seinem Comicmännchen-Lied gewonnen hat. Schubbudubbdabbdabb. Schubidu. Fertig.

8. Portugal
Die Gastgeber. Ich hab mich bei Estland an meinen Chips verschluckt und huste bei Portugal immer noch. Der ESC gefährdet meine Gesundheit (aber immerhin schlafe ich noch nicht). Oh, nochmal rosa Haare. Ist das jetzt in? Ich kenn mich da nicht mehr so aus. Wann fängt die denn endlich an? Ach, schon fertig? Äh...

Erste Schalte in den Dings, äh, da, wo die Sofas stehen.

Wir unterbrechen die Berichterstattung für folgende  + + + BREAKING NEWS + + + Für alle, die bis hierher durchgehalten haben: ES IST NOCH NICHT VORBEI!!! + + + BREAKING NEWS + + +

9. Großbritannien
Lö Weijomünie... Chrchrchr! (Insert krümelmonstereskes Kichern hier) Eigentlich müssten wir alle für GB stimmen, damit die nächstes Jahr den ESC ausrichten müssen - nach dem Brexit. Chrchrchr...

Nun, erst mal das Lied anhören. Nun, auf jeden Fall braucht die Gute keine Windmaschine mit ihren kurzen Haaren. Das Lied ist eigentlich gar nicht so schlecht. Es weckt auf jeden Fall alle, die bis jetzt dabei geblieben sind, wieder auf. Die sieht aus wie Annie Lennox in jung.

Störer auf der Bühne? Was soll denn der Mist? Singt UK jetzt nochmal?

10. Serbien
Es hat noch niemand gejodelt oder ein Butterfass hervorgeholt. Aber noch besteht Hoffnung. Aber die haben einen Flötenschlumpf, nee, warte, das ist Vater Abraham himself! Aber ob beflöten hilft?

11. Deutschland
Oha, jetzt bin ich gespannt. Ich glaube, das Lied kenne ich noch gar nicht (wie fast jedes Jahr habe ich den Vorentscheid nicht verfolgt). Immerhin, keine Windemaschine, kein brennendes Klavier, keine Boygroup, bissi Schnickschnack im Hintergrund. Optisch German Ed Sheeran mit Tingeltangelbob-Frisur, aber der hat ja wirklich eine schöne Stimme. Und doch, ich kenn das Lied schon ausm Radio. Ok, jetzt n bissi viel Schnickschnack im Hintergrund. Tatsächlich bislang das beste Lied.

Die meiste Zeit kämpfe ich hier ja gegen die Auto-Korrektur. Orrrr!

12. Albanien
Klatschklatsch. So langsam kommt Schwung in die Veranstaltung. Die haben sogar ein richtiges Schlagzeug, fast wie das Tier aus der MuppetShow. Und Tingeltangel-Bob an der Gitarre. Gutes Lied.

Ich habe gerade die ESC-Taste auf meiner Tastatur entdeckt. Großartig! Und Großbritannien darf gleich am Ende noch mal wegen des Flitzers auf der Bühne.

13. Frankreich
Madame Monsieur - schöner Name. Hat n bißchen was von Patricia Kaas. Überraschenderweise singen die Franzosen in ihrer Landessprache. Mal was neues, das gab es ja lange nicht mehr. Oder? Moment, warte... (Bartkratzgeräusch...) Nun, ein reizendes Liedchen.

14. Tchechien
Schuljunge macht Hip-Hop, Wackelärsche und Tornister auf dem Rücken. Ob das Lied musikalisch wirklich so der Bringer ist, weiß ich nicht, die Show ist aber super. Der hat Hosenträger und Hochwasserhosen. Muß das so? Würde die Hose lang genug sein ohne Hosenträger? In dem Rucksack sind übrigens seine Socken - falls jemand fragt. So, feine Show. Wird wohl ordentlich Punkte holen.

15. Dänemark
Die Wikinger sind los. Ach nee, nur eine harmlose Variante davon. Ein dänisches Santiano? Habe mich auch schon gewundert. Früher hatten die wohl nicht so gepflegte Bärte, die mußten ja dauern rudern und andere Länder überfallen und so. Das Lied? Hm. Tja. Ganz nett. Wird sicher viele Punkte einheimsen. Dschingis Khan hat mir aber besser gefallen. Aber das ist ja schon eine Weile her. In Gedanken stimme ich schon mal "das müssen Männer mit Bärten sein" an.

16. Australien
Haben die jetzt einen festen Startplatz? Das ist ja lustig. Beteiligen die sich dann auch an den Kosten? Müssen sie ja wohl, oder? Ständige Vertretung Ständiges Gastland geht ja auf Dauer auch nicht. Aber die stellen überraschenderweise - neben Fox natürlich - die treuesten ESC-Anhänger. Das Lied? Ach ja, die singt ja. Fällt gar nicht so auf. Schade, Australien ist angekommen im europäischen Durchschnittsgemurkse (aber immerhin haben sie das Deutschland voraus). Aber die Sängerin ist einigermaßen knuffig (was sie vermutlich nicht als das Kompliment auffassen wird, als das es gemeint ist).

PINKELPAUSE!!! (Werbepausen werden gelegentlich unterschätzt)

17. Finnland
Die hat auch so eine Undercut-Frisur. Bei aller Liebe, sowas sieht doch ein bißchen asig aus. Finnland lässt sie jedenfalls über Monster singen und ich muß spontan an Lordi denken, diese Monster, die neulich für Finnland mal gewonnen haben. Wenig monströs allerdings. Aber warum sie da alte Stasi-Damen tanzen lässt, erschießt sich mir nicht. Oder sind das nur die Uniformen, die da aufgebraucht werden? Sehr sportlich jedenfalls, die Singtante.

18. Bulgarien
Irgendwer schreit da rum. Muß das so? Gehört das zum Lied? Ist das Tim Wälzer, der da mitsingt? Aber Will Smith auf jeden Fall. Und Lady Gaga. Lady Gaga hat jedenfalls so einen Tortenkragen wie ich anno 1992 bei der Konfirmation, nur halt in schwarz. Mit dem Lied werd ich leider nicht warm, aber die Windmaschine wird heißgelaufen sein.

19. Moldau
Oha, so einen ähnlichen Schrank gibts doch bei Ikea. Besta heißt der, sehr praktisches und wandelbares Teil. Ist das also jetzt Werbung für Ikea oder der Beitrag des Landes Moldau? Ich bin verwirrt. Oder ein übergroßer Adventskalender? Nee, das wäre doch noch ein bißchen früh (obwohl ich - kurz nachdem jetzt endlich doch noch das letzte Weihnachtsgeschenk für 2017 angekommen ist, bereits das erste Weihnachtsgeschenk für 2018 erwarb, aber das ist eine andere Geschichte...) Aber das Lied ist lustig.

Großbritannien dürfte am Ende noch mal singen, will aber nicht, weil sie sich gut genug fanden. Auch recht.

20. Schweden
Die 90er haben angerufen, sie wollen ihre Show zurück und sollen den 70ern gleich noch ihre Leuchtstoffröhren mitbringen. Was genau soll das? Meine Güte, ist das schlecht. Wo sind ABBA, wenn man sie braucht? Der junge Mann hat eine ellenlange Litanei an ESC-Veteranen in der Familie, deswegen muß er jetzt ran. Nützt leider nichts. Justin Timberlake light auf Bee Gees mit Kunstlederjäckchen vor schwarzem Hintergrund.

21. Ungarn
Wie heißen die? ABM? Wacken for President! Nee, for ESC. Jungs, braucht ihr Halstabletten? Wenn ihr so rumgröhlt, das geht auf die Dauer auf die Stimmbänder. (Die treten tatsächlich in Wacken auf? Echt jetzt?) Bärte hatten wir schon bei den Dänen, zu kurze Hosen und Schuhe ohne Socken bei den Tschechen, jetzt Holzfällerhemden - kriegen wir noch einen ganzen Hiipster zusammen? Hipster-Bausatz.

22. Israel
Beth Ditto und die lustigen Hühner. 🐔 Die Show ist lustig, die Hühner hühnertanzen, der Text hat Inhalt, aber insgesamt ist es etwas zu anstrengend, das Lied. Also so auf Dauer. Für jetzt einmal geht's ganz gut. Es ist auf jeden Fall sehr schräg. SEHR.

23. Niederlande
Auf die Hühner folgen Cowboys. Gute Güte. Gruselig schlecht. Vor diesem Lied wirkt der Vorgänger israel gleich noch mal doppelt so gut. Die Zeit kann man auch für eine Pinkelpause nutzen. Für mich ein heißer Anwärter auf den letzten Platz mit seinem Countrysong. Bon Jovi würde sich im Grabe umdrehen. Ach, der lebt noch? Siehste, nicht mal dafür hast gereicht.

24. Irland
Irgendwas mit Fischen im Vorspann. Der Junge mit der Gitarre. Ausdruckstanz (der Kurs ist bei der Volkshochschule Büttenwarder zu buchen, Niveau: fortgeschrittene Anfänger). Aber der Saal da in Lissabon flippt offenbar halb aus. Auf jeden Fall wieder angenehm normal und etwas ruhiger - Israel wirkte bei mir noch nach. Hübscher Song jedenfalls, aber es klingt ein bißchen nach Caught in the Act (die sind übrigens mal in Bad Oeynhausen im Kurpark aufgetreten. 1995 oder 1996 war das. Also Caught in the Act, nicht der irische Bubi).

25. Zypern
Angeblich Favoritin. Shakira-Lied. Enger Glitzer-Catsuit (sagt man das noch, oder heißt das derzeit Onesie  (Strampler)?). Die Sängerin hat einen wahnsinnig großen Mund, macht Bühnen-Aerobic und die Windemaschine gibt alles. Und irgendwas mit Pelikan, aber keiner weiß was.

26. Italien
So, das letzte Lied, wurde auch Zeit. Der junge Mann im hellen Anzug hat den gleichen Friseur wie der Junge aus Deutschland. Das Lied ist hübsch. Hübsch unaufgeregt nach der Shakiranummer eben. Die Sprache ist jedenfalls sehr melodisch und das Lied hübsch.

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So, jetzt gibt's drölfzig Durchläufe und man kann anrufen und Pausenshow gibts auch. Und Pinkelpause (schon wieder. Für alle, die während des niederländischen Beitrages nicht waren.)

Und dann die Punktevergabe. Früher fand ich das ja mal spannend, aber heute eher ermüdend. Hm. Bleib ich noch wach? Oder gehe ich doch ins Bett? Ich glaube, ich stricke einfach noch ein bißchen (mein früheres Ich schüttelt den Kopf, die russischen Omis von vor ein paar Jahren haben das aber wahrscheinlich auch so gemacht) und gucke mir das unkommentiert an.

Nachdem ich jetzt schon fast auf dem Sofa eingeschlafen bin, hab ich mal kurz geguckt: das soll bis 00:40 Uhr gehen. Äh... Nee, danke, ich geh dann mal schlafen und gucke morgen nach, wer gewonnen hat.

Nachtrag: Israel gewinnt, Deutschland wird sogar vierter (wer hätte das gedacht? Ich bin ehrlich überrascht). Das gesamte Ergebnis hier.

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Früher (war auch nicht alles besser):
2017 entfiel die Berichterstattung leider, da ich mit Minimeins zur Mutter-Kind-Kur weilte
2016 (Ukraine gewinnt)
2015 (Schweden gewinnt)
2014 (Österreich gewinnt)
2013 (Dänemark gewinnt)
2012 (Schweden gewinnt)
2011 (Aserbaidschan gewinnt und wir waren live vor Ort)
2010 (Lena gewinnt)
2009 (Norwegen gewinnt)

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Donnerstag, April 05, 2018

Was machst Du eigentlich den ganzen Tag 4/2018

Frau Brüllen lädt mal wieder zum Tagebuchbloggen. Findischgut, machischmit. Heute nur in der Stichpunkte-Variante, mehr war nicht drin.

Nachts
- 3x aufstehen, weil Rakete weint (wenn er krank ist, ist er immer sehr weinerlich und anhänglich)

Morgens
- Wecker ausstellen, aufstehen, waschen, Zähne putzen, anziehen, Jalousie hochfahren, Bett aufschütteln
- Kinder wecken, Jalousie hochfahren, Minimeins 10x auffordern, sich anzuziehen, Minimeins’ Schlafanzug aufhängen, Minimeins aufs Klo scheuchen, mit den Kindern über das Geträumte sprechen, Streit schlichten, Rakete ausziehen, Schlafanzug aufhängen, wickeln, anziehen, Betten aufschütteln, die Treppe runtergehen
- alte Windel wegwerfen, Hände waschen
- Kaffeemaschine einschalten, Milch aus dem Kühlschrank holen, Zeitung reinholen, Jalousien hochfahren, Kaffee kochen
- Frühstücksbrote schmieren (3x), Brotdose bestücken (1x), Milch einschenken
- Brotdose in den Rucksack legen, Rucksack an die Türklinke hängen, mitzunehmende Dinge für den Kindergarten bereitlegen
- mit den Kindern frühstücken, umgefallene Milch aufwischen
- Rakete beim Händewaschen helfen, Minimeins 5x auffordern, die Hände zu waschen
- Tisch abräumen und abwischen, Spülmaschine einräumen, Brot, Butter, Marmelade wegräumen, Milch in den Kühlschrank stellen
- Minimeins 5x auffordern, sich die Schuhe und die Jacke anzuziehen, Rakete Schuhe und Jacke anziehen, mich anziehen, Minimeins’ Schuhe auskippen (1/2 kg Sand pro Schuh), auf Minimeins warten, während er seine Schuhe anzieht, Streit schlichten
- Rakete in den Kinderwagen setzen, Minimeins beim Rucksack aufsetzen helfen, mitzunehmende Dinge an den Kinderwagen hängen, Handtasche und Handy mitnehmen
- Minimeins hat draußen eine Babyschnecke mit Haus entdeckt, die unbedingt erst mal beobachtet werden muß
- zum Kindergarten gehen
- Minimeins dort beim Umziehen zusehen, Zettel bei der Erzieherin abgeben (Anmeldung für Ausflug), Wunschbücher in die Fächer der zu beschenkenden Kinder/Eltern gelegt (aussortierte Bücher verschenkt) in Raketes Gruppe Bescheid sagen, daß Rakete weiterhin krank ist und auch den Rest der Woche nicht mehr kommen wird, in der Krippe aussortierte Kleinkinderbücher abgeben

Vormittags
- vom Kindergarten aus mit Rakete zum Markt gehen: Geld holen, Blumen, Honig, Eier und Aufschnitt besorgen, bei 2 Bäckerständen nach Brezel für Rakete fragen, Brot kaufen
- mit Rakete nach Hause gehen, vor der Haustür die Babyschnecke beobachten
- Rakete ausziehen, Sachen aufhängen, Kinderwagen parken, über die Babyschnecke sprechen
- Vase holen, Blumen anschneiden und ins Wasser stellen, verblühte Ostersträuße wegwerfen, Vasen ausgießen und ausspülen, wegräumen
- Rakete einen Teller geben für seine Brezel
- von Rakete ein nicht mehr erwünschtes Lätzchen entgegen nehmen und auf die Treppe legen
- restliche Einkäufe in den Kühlschrank bzw. die Abstellkammer räumen
- Jalousie im Büro hochfahren, auf dem Weg die Treppe hoch das Lätzchen mitnehmen und in den Wäschesack werfen, Laptop holen
- kurz Emails checken (mache ich nicht jeden Tag, da sammelt sich also auch schon mal was an), Werbemails löschen, eine Mail erfordert eine Rücksprache
- Telefonat führen, Termin ausmachen
- To-do-Liste checken
- Müll rausbringen (Restmüll, gelber Sack, Papiermüll), neue Müllbeutel einziehen
- Wäsche vom Vortag abnehmen, zusammenlegen, in den Wäschekorb legen, die Treppe hochtragen, in die verschiedenen Schränke verteilen, Wäschekorb wieder rumterbringen und wegräumen, 2 Wäscheständer zusammenklappen und wegräumen


Eine Million Socken (nebst dem einen oder anderen Nicht-Socken-Stück) sehen im Wäschekorb viel umspektakulärer aus als auf dem Wäscheständer


- die aussortierten, nicht losgewordenen Bücher auf den Dachboden bringen (der nächste Bücherflohmarkt der Bücherei ist erst im August), dazu Bücher in einer Tasche tun, die Treppe hochtragen, den Haken für die Bodenluke holen, die Bodenluke ausklappen, die Treppe ausklappen, Rakete möchte mit, Raketes Hausschuhe suchen und anziehen, Rakete die Ausklapptreppe hochklettern lassen, die schwere Büchertasche die Treppe hochbugsieren, oben die Bücher aus der Tasche nehmen und in einen Karton stapeln, mit Rakete alte Hausschuhe von Minimeins in Raketes aktueller Größe raussuchen und mit nach unten nehmen, Tasche ebenfalls mit nach unten nehmen, die Treppe wieder runterklettern, Rakete die Treppe runterklettern lassen, die Treppe wieder einklappen, Luke wieder verschließen, den Haken für die Bodenluke wieder wegräumen, mit Rakete wieder runtergehen
- Staubsauger holen, Krümel vom Frühstück und Flusen von der Wäsche aufsaugen, Treppe saugen, OG saugen, Staubsauger wieder wegräumen
- neuen Kaffee kochen, Kaffeemaschine auffüllen (Wasser, Bohnen), Rakete etwas zu trinken einschenken, Milch wieder wegräumen, verkleckerte Milch aufwischen
- Rakete spielt friedlich, also Versuch, etwas zu arbeiten, wenigstens das nötige abzuheften und eine Fristsache rauszuschicken, Computer hochfahren, kurz Arbeitsmails checken, Werbung löschen, Newsletter überfliegen
- Rakete hat spitzgekriegt, daß ich oben im Arbeitszimmer bin und kommt nach
- Rakete will lieber im Arbeitszimmer als im gegenüberliegenden Kinderzimmer spielen, dabei leidet meine Konzentration stark, also nur Ablage möglich. Die Fristsache muß ich dann unbedingt morgen fertigbekommen und rausschicken
- mit Rakete das Wetter kommentieren (starker Hagelschauer)
- Rechnungen überweisen
- Post reinholen, durchsehen, teilweise wegwerfen, teilweise auf den Schreibtisch legen
- Brille putzen, Rakete wickeln, Windel wegwerfen, Hände waschen

Mittags
- Rakete und mich anziehen, Rakete in den Kinderwagen setzen, zum Kindergarten gehen
- Minimeins abholen, kurzes Gespräch mit der Erzieherin, Minimeins beim Anziehen antreiben, nach Hause gehen, den Kindergartentag besprechen, klatschnasse und saudreckige Winterjacke von Minimeins in die Waschmaschine stecken und einschalten
- Mittagessen zubereiten, Tisch decken
- mit den Kindern Mittag essen
- den Kindern die Hände waschen (Rakete) bzw. zum Hände waschen animieren (Minimeins)
- Tisch abdecken und abwischen, Spülmaschine einräumen, übriggebliebenes Essen in den Kühlschrank stellen, Töpfe abwaschen und wegräumen

Nachmittags
- Einkaufszettel für morgen schreiben
- Kinder und mich anziehen, zum Schuhgeschäft fahren, Kinderfüße und Schuhe messen lassen, neue Schuhe für Minimeins kaufen, wieder zurückfahren, alle wieder ausziehen
- alte Schuhe wegräumen, Karton der neuen Schuhe wegräumen
- mit Minimeins Schnecken malen (Hand-Auge-Koordination üben, das war eine Aufgabe der Schulärztin)
- Reifen vom Schuppen ins Auto wuchten, leider sind die Reifen in einer Ecke gestapelt und ziemlich zugestellt, so daß ich erst gefühlt den halben Schuppen ausräumen muß
- Kinder anziehen, mit ihnen zum ev. Kindergarten gehen, die Nachbarskinder abholen, anziehen, nach Hause gehen, die Nachbarskinder bei der großen Schwester abgeben
- zu uns nach Hause gehen, Kinder wieder ausziehen
- Rakete Joghurt geben, Gekleckertes aufwischen, mit Rakete zum Hände waschen gehen
- Streit schlichten
- die halb fertiggestrickten Socken an Minimeins Füße anprobieren, um abschätzen zu können, wie viel noch fehlt
- Waschmaschine ausschalten, Minimeins’ Jacke zum Trocknen ausbreiten
- Rakete wickeln, Stinkbombe entsorgen, Hände waschen
- Rakete fällt aus ungeklärten Gründen mit dem Augenlid aus die Sofatischkante. Zum Glück wird in Minimeins’ Vorschulgruppe im Kindergarten gerade das Thema „Erste Hilfe“ behandelt, also saust er gleich los und holt ein Kühlpäckchen und ein Pflaster für seinen Bruder. Ich hole erst mal ein Wisch&Weg, kühle, tupfe Blut weg, kühle weiter, beruhige das schreiende Kind (das tat bestimmt richtig doll weh! Allein bei dem Gedanken daran wird mir schon anders…), kühle und begutachte die Wunde. 5mm weiter und das Auge wäre Matsch. Urks. Reicht für heute mit der Aufregung, den Rest der Woche bitte nur noch Nachrichten auf Kamillenteeniveau. Kurz drauf spielt Rakete schon wieder, als wäre nichts gewesen.
- meine Sportsachen raussuchen und Nähsachen ins Auto stellen
- To-do-Liste für morgen machen

Abends
- Abendbrottisch decken
- mit den Kindern Abendbrot essen
- Tisch abräumen und abwischen, Spülmaschine einräumen
- Zettel für die Babysitterin schreiben
- Kinder und mich anziehen, Kinder zur Nachbarin bringen, dort werden sie kurz drauf von der Babysitterin abgeholt
- zum Sport fahren
- nach dem Sport zum Nähkreis gehen, heute sind wir nur eine kleine Runde
- nach dem Nähkreis nach Hause fahren
- Babysitterin begrüßen, fragen wie der Abend lief, ob Rakete oft aufgewacht ist, kurze Unterhaltung, - Bezahlung der Babysitterin, Absprache der kommenden Termine
- Sportsachen und Nähmaschine reintragen und wegräumen bzw. in die Wäsche tun
- Frühstückstisch für den kommenden Tag decken
- Schlafanzug anziehen, Zähne putzen
- diesen den ganzen Tag nebenher getippten Beitrag veröffentlichen und in Frau Brüllens Liste eintragen
- schlafen gehen

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Montag, März 05, 2018

Was machst Du eigentlich den ganzen Tag 3/2018

Frau Brüllen lässt heute mal wieder Tagebuchbloggen, ich schaffe es hoffentlich heute wieder, teilzunehmen. Der Einfachheit halber habe ich die Kinder diesmal nicht Minimeins und Rakete genannt, sondern Kind1 (K1) und Kind 2 (K2).

Nachts

0:30 K2 brüllt (zum 3. Mal, seit ich ins Bett gegangen bin), aufstehen, beruhigen, Kind glüht, Fieberzäpfchen, Nase putzen, 20 Minuten später wieder ins Bett gehen, versuchen, wieder einzuschlafen. Geht, aber langsam.

Keine weiteren Unterbrechungen mehr, das grenzt schon fast an Durchschlafen. Offenbar hat das Zäpfchen geholfen. 

In der Früh

6:30 höre die Kinder rumoren, immerhin kotzt keiner mehr, ich versuche noch ein bißchen zu schlafen (erfolglos). Bin müde.

6:50 aufstehen, Kinder sitzen im Wohnzimmer und gucken ohne Streit (!) ein Buch an, alle beide die Treppe hochmotivieren, alle müssen Zähne putzen, dann mich anziehen, K2 anziehen und Fieber messen, die Nase ist komplett zugeschnoddert, das Auge sieht auch aus, als wäre es verklebt gewesen, aber es ist nicht mehr nachvollziehbar, ob es der normale „Schlafsand“ oder doch eher was Richtung Bindehautentzündung ist. Muss ich beobachten. K1 fühlt sich auch noch ungewöhnlich warm an, also auch Fieber messen, es möchte auch lieber im Schlafanzug bleiben. Beide Kinder haben erhöhte Temperatur (hatten sie gestern Abend schon) und werden wieder nicht in den Kindergarten gehen. Seufz. (Oder auch: schon wieder sind die Kinder im Anschluß an das Umgangswochenende beim Vater krank. Das war leider bisher bei allen Umgangswochenenden, die in diesem Kalenderjahr stattgefunden haben, der Fall.) Immerhin hat K2 nicht so hoch Fieber wie heute Nacht. 

7:20 Uhr Frühstücken, K2 muß zwischendurch aufs Klo – aber auch nur, weil ich ihn durch Bestechung dazu zu bewegen versuche. Er hängt noch sehr an seiner Windel. Ist ja auch bequem – für ihn. Ich bin sehr froh, daß DAS nicht in der Windel gelandet ist. Bei der Gelegenheit gleich Kindernase putzen. Die läuft Marathon.

7:45 Uhr im Kindergarten anrufen und Bescheid geben, daß beide Kinder heute wieder nicht kommen, weil sie krank sind. Kinder abwaschen. Tisch abräumen und abwischen. Wir sind überraschend früh dran heute, aber die Kinder waren ja auch schon aufgestanden und mußten nicht erst noch mühsam wach werden. Und das Anziehen und der Weg zum Kindergarten entfallen heute auch. Wäsche von oben runterholen, sortieren, erste Waschmaschine des Tages anstellen.

Vormittags 

8:00 Spülmaschine ausräumen, Spülmaschine einräumen, die Pfanne von gestern abwaschen (die hatte ich gestern wohl vergessen) den Kindern erklären, daß ich arbeiten muß und sie deswegen lieb sein müssen. An den Schreibtisch. Erst mal sortieren und sichten, was sich in den letzten Tagen angesammelt hat. Zügig Kleinkram abarbeiten, erfahrungsgemäß läuft die erste Stunde arbeiten mit Kindern recht gut.

9:00 Erste Waschmaschine fertig, in den Trockner umladen, nächste Ladung in die Waschmaschine. Die Kinder haben mitbekommen, daß ich unten war, und wollen, daß ich mitspiele. Ich kann aber nicht. K1 möchte sich oben ausruhen. K2 kommt natürlich auch mit hoch. Gleich mal seine Nase putzen. K1 legt sich oben kurz hin, weil er schlapp sei. K2 möchte mit K1 Lego spielen. K1 steht wieder auf, weil er sehen will, was K2 mit seinem Lego macht. K1 möchte Traubenzucker haben. Ich sage Traubenzucker zu, wenn es sich anzieht. K1 zieht sich an – damit er heute noch fertig wird, helfe ich. K2 möchte nicht mehr mit Lego spielen. Wir räumen alles wieder weg. K1 hat sich überlegt, was anderes spielen zu wollen. K2 ist einverstanden. Beide schnappen sich das Spielzeug und ziehen damit die Treppe runter. Traubenzucker wieder vergessen. Ich setze mich wieder an den Schreibtisch. Unten gibt es wilde Diskussionen, wie mit dem begehrten Spielzeug zu spielen ist.

9:25 ich sitze wieder am Schreibtisch und kann weitermachen. Ich hoffe, die Kinder schlagen sich unten nicht die Köpfe ein. Ich denke mich wieder in meinen Fall ein (das nervt am meisten: wegen der ständigen Unterbrechungen muß ich gedanklich immer wieder von vorne anfangen – so bleibt man zwar beschäftigt, schafft aber nicht besonders viel). Ich hätte gern noch einen Kaffee, wenn ich aber jetzt runtergehe, um mir einen zu machen, bleibe ich wieder bei den Kindern hängen. Also kein Kaffee. Nur, damit man was schafft. Seufz. Aber dafür habe ich dann hoffentlich ab heute Mittag Zeit für sie.

9:45 K2 steht mit Triefnase und roten Augen vor mir. Es möchte auf den Arm und Kuscheln und Naseputzen. Also 5 Minuten Kuschelpause. Dann geht’s wieder. K2 trabt wieder nach unten.

10:00 Erstmal Kopieren. Der Kopierer spinnt ein bißchen vor sich hin, aber dann macht er doch, was ich von ihm will.

10:05 nächste Ladung Wäsche fertig, Umladen in den Trockner, Trockner anstellen, 3. Ladung in die Waschmaschine. K2 hat mich entdeckt und will Milch trinken. Ich gebe ihm Milch, putze seine Nase, danach setzt er sich wieder zu K1 aufs Sofa, wo die beiden gemeinsam ein Tiptoi-Buch angucken. Ein Hoch auf diese Erfindung!

10:10 Wieder am Schreibtisch

10:50 K2 steht neben mir und will hier spielen. Ich beschäftige ihn mit einem Blatt Papier und dem Locher (und putze seine Nase). Klappt genau für 1 Minute. Er sieht wirklich mitgenommen aus. Wenn es morgen früh nicht besser ist, müssen wir zum Kinderarzt.

10:55 K1 kommt hoch und guckt, was er hier oben verpasst. Immerhin gehen beide Kinder ins Kinderzimmer nebenan und spielen mit Lego.

11:20 Soweit fertig mit arbeiten, daß es vertretbar ist, jetzt aufzuhören und den Rest auf ein unbestimmbares "später" zu verschieben (morgen unbedingt dran denken, die offenen Rechnungen zu überweisen). Rechner runterfahren. Waschmaschine Nr. 3 ist fertig, ausräumen, im Wäschekorb an die Seite stellen, der Trockner ist nämlich noch nicht fertig. Waschmaschine Nr. 4 beladen und anstellen. Nach der Post gucken, nix da oder noch nix da. Mülltonne von der Straße reinholen - ist auch noch voll, also stehenlassen.

11:30 Die Kinder spielen noch friedlich, also kurz K2s Nase putzen und schnell noch Emails beantworten. Rechner dafür wieder hochfahren. Hauptsächlich Spam, der sich übers Wochenende angesammelt hat. Durchgucken muß man trotzdem, damit nicht irgendwas nicht-spammiges untergeht oder versehentlich gelöscht wird.

12:00 Der Trockner ist fertig, aber die Wäsche ist noch leicht bis ziemlich feucht. Deswegen hänge ich sie noch auf die Wäscheleine. K2 „hilft“, deswegen dauert alles doppelt so lange. Ich könnte auch die trockeneren Teil raussuchen und den nasseren Teil noch mal anwerfen. Dauert aber genauso lange und die 2. Trocknerladung müsste noch mal warten. Lohnt nicht.

12:30 Trocknerladung Nr. 2 anwerfen. Die Waschmaschine läuft noch.

Mittags

12:35 Mittagessen vorbereiten. Es gibt Nudeln. Mit ohne alles. Oder vielleicht mit Ketchup. Die Kinder diskutieren noch. K2 will die "richtigen" Nudeln essen. Ich weiß zwar nicht, was er meint, aber er soll ruhig die Nudeln aussuchen. K2 findet keine "richtigen" Nudeln, die sind alle falsch (er ist aber auch ein sehr willensstarkes Kind). Er lässt offen, ob er überhaupt was essen wird. Dafür zeigen mir die Kinder ausgiebig, was sie alles gebaut haben. K2 muß Nase putzen.

12:55 Essen ist fertig. K2 möchte Müsli, macht sich Müsli, isst zwei Löffel Müsli und möchte dann doch Nudeln. Mit Ketchup. Es bekommt Nudeln mit Ketchup und will Nachschlag. Es bekommt Nachschlag und ist nach zwei weiteren Nudeln satt. Warjaklar.

13:30 Alle sind fertig mit dem Essen. Tisch abräumen, Tisch abwischen, Kinder abwaschen, Nase von K2 putzen, keiner will Nachtisch. Spülmaschine einräumen, Herd saubermachen, Topf abwaschen, Spüle saubermachen. K2 will unbedingt mit mir zusammen puzzeln. Dazu muß ich aber nur mit ihm am Tisch sitzen und zugucken. Ich tausche schnell noch zwei Aufbewahrungskisten gegeneinander aus, das passt besser vom Volumen her. Hatte ich schon lange vor, jetzt habe ich endlich dran gedacht, es auch umzusetzen. Kaffee kochen, Kaffeemaschine saubermachen. Dann die fertige Ladung Wäsche aus der Maschine nehmen und aufhängen. Der Trockner läuft immer noch, Jeans brauchen lange zum Trocknen. Mülltonne von der Straße räumen. Im Wohnzimmer ein wenig aufräumen. K1 spielt wieder im Kinderzimmer. 

Nachmittags

14:00 Zeit zum Puzzeln. K2 hat sein Puzzle zwar schon zwei Mal gemacht, aber mir zuliebe macht er es ein drittes Mal. Ich putze seine Nase. K1 hat gestern Abend ausgiebig gekotzt, aber jetzt sind sowohl Frühstück als auch Mittagessen dringeblieben. Ich werte das als gutes Zeichen.

14:30 Die Jeans sind nun auch fertig. Alles aufhängen, den die Hosenbunde und Taschen sind natürlich noch nicht vollständig trocken. Flusensieb reinigen (in einer der Hosen muß irgendwo noch eine Tasche voller Sand sein, ich habe jetzt aber keine Lust zu suchen), Kondenswasser wegkippen. Mehr Wäsche wasche ich heute nicht, sämtliche Wäscheleinen sind belegt und stehen (un)dekorativ im Wohnraum rum. (Ich wünsche mir einen Keller. Sehr. Ich mag Wäsche als Deko nur bedingt.) Morgen gehts dann weiter, v.a. mit Bettwäsche. (Nein, ich habe nicht immer so viel Wäsche, ich sammle eine Weile, bis es genug ist, um die Waschmaschine gut zu füllen. Diesmal hatte ich halt am Wochenende die Bettwäsche von allen Betten gewechselt, da kommt dann was zusammen. Und vermutlich habe ich letzte Woche nicht oder nicht viel gewaschen, wenn ich mir die Mengen so ansehe.) Windeln wechseln bei K2. Irgendwie will er sich partout nicht davon verabschieden, heul. Stinkbombe direkt nach draußen entsorgen, Hände waschen, Feuchttücher nachfüllen. Nase von K2 putzen. Ich versuche, dem Kinde Nasenspray zu geben, aber es wehrt sich nach Kräften. Das nächste Mal verknote ich lieber einen Aal, das dürfte einfacher sein.

15:00 Alle anziehen, aber nicht mehr so viel wie in den letzten Tagen. Samstag früh hatten wir noch -10°C, jetzt sind es ca. +10°C. Erfreulich. Und dann raus. Vorher noch K2s Nase putzen. Durch den Temperaturunterschied fühlt es sich fast so an, als sollte man auf kurze Hosen umsteigen, aber das ist vielleicht doch ein wenig übertrieben. Zur Bücherei, ein abgelaufenes Buch abgeben und ein vorbestelltes abholen. Nase von K2 putzen. Auf dem Weg noch beim Briefkasten vorbei, die heute vormittag produzierte Post einwerfen. (Natürlich kloppen sich die Kinder darum, wer die Briefe einwerfen darf. Sie kloppen sich ja auch darum, wer auf den Ampelknopf drücken darf. Oder wer zuerst vor der Haustür steht. Oder als erster im Auto sitzt. Warum? Weil es geht.) Dann noch ein Abstecher in die Buch- und Schreibwarenhandlung, mein Druckerpapier ist alle, und wieder ab nach Hause. Nase putzen - bei wem wohl?

16:15 Zurück. Alle(s) wieder ausziehen. Ich schwitze, irgendwie bin ich noch auf die frostigen Temperaturen von neulich eingestellt, v.a. kleidungstechnisch. Alles wegräumen, Die Kinder machen "Anne Kaffeekanne" an, dann die zuerst aufgehängte Wäsche abnehmen, zusammenlegen, wegräumen. Die Kapuzenpullis können noch ein bißchen weitertrocknen, die kommen zu den Jeans auf die Leine. Waren wohl doch noch recht nass. Ein paar Teile müssen gebügelt werden, das erledige ich auch gleich. Zuletzt sind 2 von 3 Wäscheständern abgearbeitet und können auch wieder weggeräumt werden. Nur die Jeans und ein paar dickere Pullis hängen noch auf dem letzten verbliebenen Wäscheständer. Den muß ich morgen im Laufe des Tages abräumen, zusammenlegen und dabei sortieren, welche Jeans auf den "zu reparieren"-Stapel müssen und welche direkt in den Schrank wandern können. Die Kinder spielen währenddessen um meine Füße herum, K2 macht zwischendurch Kuschelstops (und Nase putzen). K1 soll noch was malen, was er murrend - und weil ich dabei hinter ihm stehe - erledigt. 

17:15 Dann gehen die Kinder nach oben, sollen das Lego aufräumen, spielen aber damit. Ich fange diesen Text hier an, im Laufe des Tages hatte ich einen Zettel rumfliegen, auf dem ich mir immer ein paar Stichpunkte gemacht habe.

Abendprogramm

17:25 Tisch decken, gleich gibt es Abendbrot. Kinder zusammentrommeln, ein bißchen Lego aufräumen, so daß im Kinderzimmer wenigstens eine Schneise zu den Betten frei ist. Die Nase von K2 putzen.

17:30 Abendbrot

18:05 Tisch abräumen, Kinder abwaschen, Tisch abwischen, Spülmaschine einräumen, K2 die Nase putzen. Die Kinder spielen noch ein bißchen und als ich sie nach oben bitte zum Schlafanzug anziehen, fällt ihnen auf, daß sie noch kein Fernsehen geguckt haben heute. Tja, Pech. Dafür haben sie sehr ausgiebig gespielt, das können sie auch nicht jeden Tag, v.a. wenn nachmittags noch Termine, z.B. Turnen, sind.

18:15 Schlafanzug anziehen, Zähne putzen, kuscheln, kuscheln, kuscheln, den Tag noch mal resümieren. K1 war sehr still heute und ich mußte alles 10x sagen, um überhaupt eine Reaktion zu bekommen (letzteres nervt enorm). Ich weiß nicht, ob es die Nachwirkungen vom Wochenende sind oder ob er noch schlapp war wegen der vorabendlichen Kotzerei und der erhöhten Temperatur. K2 bestach durch Triefnase, Schlappheit und lebte erst abends etwas auf. Immerhin hat sich das Auge im Laufe des Tages nicht wieder verklebt, also war es heute morgen doch wohl "nur" Schlafsand. Mal sehen, wie er morgen früh zusteht. Nochmal Fieber messen: K1 im normalen Bereich, K2 hat Fieber - also morgen auch kein Kindergarten für K2. Dann Vorlesen. Momentan haben wir ein Pappbilderbuch für 2jährige mit sehr knapp zusammengefassten Märchen, aber das muß ich immer wieder vorlesen, danach noch ein Kapitel im Sams-Buch. Da sind Würstchen auf einem Bild. K2 zählt: "Eins, zwei, drei." Ok, bis drei war er schon länger sicher, danach kamen aber bislang die Zahlen in lustiger und vor allem wechselnder Reihenfolge. Was dann kommt, lässt mich staunen: "Vier, fünf, sechs. Mama, da sind sechs Würstchen." Das ist neu. Zack, ein Monat Kindergarten (wovon er vielleicht die Hälfte bis 2/3 der Zeit da war, ansonsten krank) und schon hat er so viel neues gelernt (Zählen ist ja nicht das einzige). Um 19 Uhr ist Feierabend. Dann kommt auch schon die Babysitterin.

19:00 Unter kindlichem Protest verlasse ich das Zimmer. Seit kurzem funktioniert es, daß ich bei K2 nicht mehr bis zum Einschlafen Händchen halten muß. Aber ich muß trotzdem normalerweise noch eine halbe Stunde lauschen, damit die Kinder nicht noch mal wieder aufstehen und Quatsch machen. Das überlasse ich heute der Babysitterin, ich muß zum Elternabend (Kindergartengruppe von K2) und komme auch nur 5 Minuten zu spät (ich hasse Unpünktlichkeit, das ist meines Erachtens nämlich respektlos den anderen gegenüber, aber die Babysitterin konnte heute nicht früher kommen). Morgen ist auch noch mal ein Elternabend (Kindergartengruppe von K1).

20:45 Zurück zu Hause. Babysitterin verabschieden, Tisch decken für morgen fürs Frühstück, noch mal bei den Kindern reingucken. Beim Elternabend genannte Termine in meinen Taschenkalender übernehmen (ja, ich habe noch einen aus Papier, ich finde das schön. Mal sehen, was morgen beim Elternabend noch an Terminen dazukommt), diesen Text weiterschreiben.

21:15 Mal gucken, ob noch was im Fernsehen kommt, was ich beim Tippen nebenbei hören kann. Gibt nix, wie überraschend. Hör ich halt Phoenix, wie immer, wenn nix kommt. Inzwischen kenne ich aber die meisten Dokus, die da kommen.

21:30 K2 brüllt wieder, lässt sich aber einigermaßen schnell beruhigen.

21:40 K2 brüllt wieder, lässt sich nicht einigermaßen schnell beruhigen. Er klagt wieder über Ohrenschmerzen, welches Ohr, das bleibt unklar. Egal, jetzt bekommt er erst mal ein Zäpfchen, damit er ohne Schmerzen schlafen kann, darf in mein Bett und sich dort erst mal wieder beruhigen. Ich ziehe mich zügig um und mache dann hier auch Feierabend. Vielleicht komme ich neben K2 im Bett noch dazu, ein paar Seiten zu lesen, denn das Buch ist gar nicht so schlecht und ich muß es bald wieder abgeben. Zudem muß ich die Zeit überbrücken, bis ich K2 wieder - tief und fest schlafend - in sein Bett tragen kann. Neben diesem Kind kann ich nämlich nicht schlafen (also einschlafen schon, nur nicht durch-, und das ist dringend nötig.)

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Donnerstag, Februar 22, 2018

Wir lagen vor Madagaskar

...und hatten die Pest an Bord.

Oder so ähnlich. Nur ohne Madagaskar.

Es ist Winter, trotz aller Vorkehrungen hat die alljährliche Virusschlacht auch hier wieder Einkehr gehalten. Ich fand eigentlich, daß wir uns über den Herbst/Winter bislang gut gehalten hätten, aber zu früh gefreut.

Mitte Januar kam Minimeins krank vom Umgangswochenende zurück und hatte im Anschluß tatsächlich zwei Wochen "Spaß" mit der Erkältung/Grippe/was auch immer. Zum Schluß hatte er zwar kein hohes Fieber mehr, hat aber noch eine ganze Weile mit erhöhter Temperatur auf dem Sofa rumgehangen. 

Natürlich habe ich die ganze Geschichte dann zum Schluß übernommen (sich krank, also richtig krank, nicht nur erkältet, um zwei mehr oder weniger fitte Kinder zu kümmern, ist ja auch kein Spaß und dabei hatte ich mich im Vorfeld sogar extra gegen Grippe impfen lassen) und Rakete hatte immer mal wieder zwischendurch unspezifisch Fieber, war deswegen mal in der Krippe, mal zu Hause und wurde eigentlich in der Zeit auch noch von der Krippe in den Kindergarten umgewöhnt. Genau zum Zeitpunkt des Wechsels in die neue Gruppe wurde er dann auch noch richtig krank und hatte schlußendlich ein geplatztes Trommelfell. Aber glücklicherweise ging es ihm dann auch endlich besser. So ist er dann halt erst ein paar Tage später in den Kindergarten gestartet. Seit dem Kindergartenstart redet er zuhause fast ohne Punkt und Komma (mir klingeln manchmal schon die Ohren, weil er so eine hohe Tonlage hat). Im Kindergarten redet er angeblich recht wenig, wahrscheinlich holt er das dann nachmittags nach.

Nur Minimeins hat sich schon wieder erkältet, aber immerhin kein Fieber dabei. 

Inzwischen sind wir hoffentlich durch mit der Pest. Was es genau war, weiß keiner so richtig (oder will es nicht wissen). Offenbar geht aber ein Virus rum, der fieser ist als ein handelsüblicher grippaler Infekt, aber trotzdem noch keine "richtige" Grippe. Ich schätze mal, daß der es war, der hier vorbeischaute, die Beschreibungen passen jedenfalls.

Nun sind wir dabei, viele wegen der Pest ausgefallene Termine nachzuholen. Und mit dem heutigen Tage starten wir auch wieder in die Elternabendsaison. Letzten Herbst waren es schon drei Stück (Kitagruppe Minimeins, Krippe Rakete, neue Kitagruppe Rakete), jetzt sind es wieder drei (Kitagruppe Minimeins, Kitagruppe Rakete, Grundschule). So bleibt man halt auch beschäftigt.

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Freitag, Januar 05, 2018

Was machst Du eigentlich den ganzen Tag 1/2018

Es ist wieder soweit, Frau Brüllen ruft zum Tagebuchbloggen auf, da mache ich endlich mal wieder mit. Irgendwas war in den letzten Monaten am 5. immer oder es ist dann immer soviel passiert, über das ich nicht schreiben darf oder will...

Aber jetzt: auf ein neues! Ich versuche es mal in kurz (harhar, kurz! Ich und kurz...) und wahrscheinlich vergesse ich dabei die Hälfte, aber so ist es ja immer. (Sich im Rückblick an jede einzelne Tätigkeit zu erinnern, ist gar nicht so einfach, wenn es sich um ständig wiederkehrende Tätigkeiten handelt.)


In der Früh

6:50 Aufstehen, Kinder wecken, alle waschen und anziehen, Betten aufschütteln, frühstücken, Streit schlichten, Brotdosen fertigmachen, Kinder abwaschen und zum restlichen Aufräumen nötigen, Tisch abräumen, Spülmaschine einräumen und einschalten
8:00 Alle anziehen, Kinder zum Kindergarten bringen


Vormittag

8:30 zurück zu Hause, Tisch abwischen, Waschmaschine beladen und einschalten, Wohnung aufräumen, Erdgeschoß staubsaugen, nass wischen, dabei diverses Mobiliar verschieben
9:30 alles getrocknet, Mobiliar zurückverschieben, Kaffee machen, die Nachbarin klingelt und leiht sich was aus
9:40 Schreibtisch. In den letzten Tagen hat sich verschiedenes angesammelt, das meiste ist Ablage, ein paar Überweisungen. Dann noch diverse Emails vom Ex. Die zu beantworten wird dauern. So langsam wächst sich diese Trennung zum Vollzeitjob aus. Zwischendurch die Wäsche von der Waschmaschine in den Trockner umladen und einschalten. Die Antworten auf die Mails vom Ex bekomme ich nicht mehr fertig. Muß halt warten.
11:40 Kind2 von der Krippe abholen, damit es keinen Mittagsschlaf macht. Sonst schläft es nämlich nachts nicht (also nicht gut ein, nicht gut durch oder es wird zu früh wach). Ab nächstem Monat ist er ein Kindergartenkind, die machen keinen Mittagsschlaf mehr, dann hat sich das Problem erledigt.


Mittag

12:05 zurück zu Hause, Kind ausziehen, Brotdose aus dem Rucksack holen und leeren, spielen und puzzlen mit Kind2, Spülmaschine ausräumen
12:40 Kind1 vom Kindergarten abholen, vorher kommt noch die Nachbarin vorbei und bringt das ausgeliehene zurück.
13:05 zurück zu Hause, Brotdose aus dem Rucksack holen und leeren, Sand, den Kind1 reingetragen hat, zusammenfegen, Mittagessen vorbereiten und Essen mit Kind1, Kind2 hat schon um 11:15 in der Krippe Mittag gegessen, deswegen nimmt er nur eine kleine Portion. Während des Essens braucht Kind2 ganz dringend eine neue Windel, sonst kann keiner weiteressen. Börks.


Nachmittag

13:50 Tisch abräumen, abwischen, Spülmaschine einräumen, Küche aufräumen und abwischen , insbesondere alle Griffe (Kind2 ist selbstklebend, alles, was er anfasst, klebt dann natürlich auch), Wäsche aus dem Trockner holen, noch nicht ganz trockenes aufhängen, ganz trockenes zusammenlegen und wegräumen. Flusensieb des Trockners säubern, Kondenswasser weggießen (ich müßte wirklich mal den Trockner an den Abfluss anschließen), Müll rausbringen, neue Mülltüte in den Mülleimer, Krümel um den Mülleimer zusammenfegen, draußen noch ein wenig Laub in die Tonne schaufeln, dann noch Einkaufszettel schreiben. Währenddessen will Kind2 was trinken und kleckert "ein bißchen". Ich wische einen Quadratmeter Traubenschorle auf, die sich zwischen diversem Zeug, das ich sauber wegräumen wollte, ergossen hat, u.a. gespülte Gläser, die Wunderkerzen von Silvester, den Blumen, die auf dem Küchentresen stehen etc.
14:30 Post reinholen und durchsehen, während die Kinder immer noch spielen, ich verlängere schnell noch die Bücherei-Bücher und trinke einen Kaffee (naja, einen halben).
14:45 Kind2 und mich anziehen, Klappkiste ins Auto legen, Leergut auch, dann zum Einkaufen. Kind1 möchte nicht mit und lässt sich auch nicht mit der Gratis-Wurst an der Wursttheke ködern. Es bleibt zuhause, macht es sich gemütlich und guckt meine "Entenbücher" an (Donald-Duck-Comics).
15:45 zurück zu Hause, Kind2 ausziehen, Einkäufe inkl. Getränke aus dem Auto ins Haus wuppen, alles in den Kühlschrank und die Abstellkammer (eigentlich eher Vorratskammer) räumen, Klappkiste wieder verstauen. Die Kinder wollen die neu gekauften Kekse probieren und krümeln rum, daß das Krümelmonster noch was lernen kann (buuhuuuuuhuuuuu! Irgendwie ist Putzen hier reine Siyphos-Arbeit...).
16:15 Kaffeemaschine ausleeren und spülen, Filter wechseln (ich muß dran denken, neue zu besorgen, das war der letzte), nochmal spülen, währenddessen spielen die Kinder und zanken sich ausgiebig, ich muß diverse Male Streit schlichten (je später der Tag, desto mehr Gekloppe). In der Küche ist eine Glühbirne durchgebrannt, die ich wechseln muß. Der größte Aufwand ist, im Hauswirtschaftsraum die Leiter hervorzukramen und den Karton mit den (Glüh- und sonstigen) Birnen ganz oben ganz hinten aus dem Schrank zu holen. Da stehen sie, weil man sie nicht so oft braucht. Ich habe sie auch erst letzte Woche rausgeholt (Birne in der Lampe über dem Esstisch) und gestern (Birne im Bad). 
16:40 die Kinder möchten fernsehen, ich vertröste sie noch ein wenig. Stattdessen gucken sie Bücher an, ich räume ein bißchen Zeug um, das woanders hin soll und kriege vom ständigen Zeug wuppen irgendwie Rückenschmerzen. Ich sehe, daß eine Nachricht auf dem AB ist (das Telefon ist etwas versteckt, daher sehe ich immer erst, wenn ich direkt davor stehe, daß es lustig vor sich hin blinkt), ich antworte kurz.
17:00 die Kinder möchten immer noch fernsehen, jetzt dürfen sie. 30 Minuten, dann ist Schluß. Länger ertrage ich Paw Patrol und SuperWings (oder SuperDings, wie Kind2 immer sagt) auch gar nicht (mal davon abgesehen, daß Kinder sowieso nicht mehr als 30 Minuten fernsehen sollten - vermutlich aufgrund dieser Inhalte). Ich stricke dabei ein paar Runden an Kind1' Socken, die er sich gewünscht hat.
17:30 Tisch decken, Abendbrot essen


Abend

18:00 Tisch abräumen und abwischen, Spülmaschine einräumen, Tisch für das Frühstück am nächsten Morgen decken
18:15 Kinder einsammeln, die Treppe hochschieben, ausziehen, Schlafanzug anziehen, Zähne putzen und Fingernägel schneiden (letzteres muß jeden Freitag), vorlesen, dabei 100.000 Diskussionen führen mit "ich bin aber noch gar nicht müde"-Kindern, die furchtbar müde sind. Warum führen sich die Kinder, die durchaus richtig vorzeigbar sein können, allabendlich auf wie die Hottentotten???
19:00 Kuscheln und hoffentlich schlafen die Kinder einigermaßen zügig ein und ich nicht mit ihnen
19:30 ich schleiche mich aus dem Kinderzimmer in der Hoffnung, daß beide Kinder inzwischen schlafen oder gerade einschlafen, mein Hirn meldet: "Ich schlafe schon! Warum willst Du Dich jetzt hier wegbewegen?"
19:31 Kind2 schreit, daß ich noch nicht rausgehen soll. Ich beruhige es und gehe trotzdem. (Ich könnte schwören, daß er vorher geschlafen hat.)
19:35 ich bin raus, gehe die Treppe runter und überlege, was noch zu tun ist. Mit so einem halb eingeschlafenen Gehirn ist das gar nicht so einfach.
19:37 Kind1 steht auf der Matte, es hätte hier (bitte Stelle der Wahl eintragen, das wechselt momentan täglich, heute wars eine Pobacke) ein Aua und benötige deswegen dringend eine Wärmflasche. Hätte er auch eine halbe Stunde eher sagen können. Dann kann ich mir auch gleich noch eine Tasse Tee machen, wenn das Wasser eh schon heiß ist.
19:45 Kind1 bekommt seine Wärmflasche, Kind2 schläft. Ich gehe wieder runter und räume noch ein bißchen Spielzeug auf, damit man am nächsten Tag nicht versehentlich drauftritt und lege die inzwischen trockene restliche Wäsche zusammen. Weggeräumt wird sie morgen, jetzt gehe ich erst mal nicht mehr ins Kinderzimmer rein. Der Wäschekorb kommt auf die Treppe, damit ich ihn beim nächsten Mal, wenn ich hochgehe, gleich mit nach oben nehmen kann.


Feierabend

20:15 So, Feierabend. Ich habe zwar teilweise gesessen bei meinen Tätigkeiten (beim Essen und am Schreibtisch sowie während der Fernsehzeit der Kinder), aber so insgesamt bin ich ziemlich viel auf den Beinen, finde ich (die Schrittzähler-App sagt: 9.455 Schritte = 6,72 km, als Tagesziel sind 6.000 Schritte = 4,5km voreingestellt). Ich versuche, einen Film zu gucken (nur Schrott im TV), schreibe dann aber stattdessen diesen Text hier und bin ganz schön müde. Ob Minimeins' Socken jemals fertig werden...?
Gegen 22:00 werde ich ins Bett gehen, noch ein wenig lesen und dann hoffentlich zügig einschlafen können. Aber wahrscheinlich hat mein Gehirn genau dann den Kampf gegen die Müdigkeit gerade gewonnen und dann kann ich wieder nicht schlafen. Naja, mal abwarten.

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Sonntag, Dezember 31, 2017

Bücher 2017

Es ist wieder soweit, das Jahr ist rum, es folgt der Bücher-Rückblick. Ich habe dieses Jahr wirklich viel gelesen. Zum einen hat die Mutter-Kind-Kur im Frühjahr dazu beigetragen, zum anderen auch die Tatsache, daß die Kinder ja auch viel am Wochenende nicht da waren, so daß ich Zeit und endlich wieder auch den Kopf dafür hatte. Außerdem kann ich beim Lesen auch einfach mal das üble Gedankenkarussell im Kopf abstellen und mich mit Liebesgeschichten anderer ablenken, wenn im eigenen Leben schon so viele wilde Diskussionen wie im Rahmen der Trennung stattfinden.

Es war also nicht hochintellektuell dieses Jahr, sondern eher kitschig, aber das macht ja nichts.

Ansonsten wie immer:
k - Kindle
* - Leseempfehlung
kursiv - Finger weg.

  1. Janne Mommsen: Die Insel tanzt
  2. Ninia LaGrande: …und ganz, ganz viele Doofe!
  3. Sophie Bonnet: Provenzalische Intrigen (3. Fall Pierre Durand)
  4. Ferri, Conrad: Asterix bei den Pikten*
  5. Ferri, Conrad: Der Papyrus des Cäsar
  6. Don Rosa: Disneys Hall of Fame, Bd. 1, 6, 9, 14*
  7. Anneke Mohn: Alle unter einem Dach
  8. Fredrik Backman: Ein Mann namens Ove*
  9. Liz Trenow: Das Kastanienhaus
  10. Margot S. Baumann: Das Gut in der Toskana (k)
  11. Margot S. Baumann: Lavendelstürme (k)
  12. Judith Kinghorn: Die Sommertänzerin*
  13. Lisa Jewell: An Wunder muss man einfach glauben
  14. Uli T. Swidler: Toskana für Arme
  15. Margot S. Baumann: Das Erbe der Bretagne (k)
  16. Lucinda Riley: Die sieben Schwestern*
  17. Lucinda Riley: Die Sturmschwester*
  18. Lucinda Riley: Der Engelsbaum
  19. Ellen Berg: Das bißchen Kuchen
  20. Jacques Berndorf: Eifel-Gold (k)
  21. Jacques Berndorf: Eifel-Filz (k)
  22. Michael Nast: Generation Beziehungsunfähig (k)
  23. Margot S: Baumann: Im Licht der Normandie (k)
  24. Sophia Marx: Den Haushalt endlich im Griff (k)
  25. Judith O’Reilly: Stadt, Land - Schluss
  26. Annie Sanders: Pack die Regenjacke ein
  27. Lucinda Riley: Die Mitternachtsrose
  28. Lucinda Riley: Helenas Geheimnis*
  29. Gisa Pauly: Küstennebel (Hörbuch)
  30. Bernd Gieseking: Finne Dich selbst
  31. Petra Hartlieb: Meine wundervolle Buchhandlung (Hörbuch)
  32. Torsten Sträter: Der David ist dem Goliath sein Tod
  33. Sophie Bonnet: Provenzalisches Feuer (4. Fall Pierre Durand)
  34. Jean-Luc Bannalec: Bretonisches Leuchten (6. Fall Kommissar Dupin)
  35. Jane Austen: Stolz und Vorurteil* (Hörbuch)
  36. Lucinda Riley: Die Schattenschwester*
  37. Liz Trenow: Die vergessenen Worte
  38. Marian Keyes: Der hellste Stern am Himmel
  39. Hape Kerkeling: Der Junge muß an die frische Luft
  40. Hape Kerkeling: Ich bin dann mal weg
  41. Jonas Jonasson: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand*
  42. Carola Fuchs: Mama zwischen Sorge und Recht - Die aberwitzigen Erfahrungen einer Mutter in Sachen Umgang (k)
  43. Jonas Jonasson: Die Analphabetin, die rechnen konnte
  44. Jonas Jonasson: Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind
  45. Gisa Pauly: Der Mann ist das Problem
  46. Lo Malinke: Vier Frauen und ein Sommer
  47. Marie Lamballe: Der Leuchtturm auf den Klippen
  48. Leonie Faber: Die Zeitenbummlerin
  49. Jacques Berndorf: Eifel-Liebe
  50. Natalie Meg Evans: Das Geheimnis der Hutmacherin*
  51. Ferri, Conrad: Asterix in Italien
  52. Peter Mayle: Ein diebisches Vergnügen
  53. Ben Aaronovitch: Der Galgen von Tyburn*
  54. Jacques Berndorf: Eifel-Müll
  55. Pascal Morin: Wie man in Paris mit fünfzig die Liebe findet
  56. Kate Morton: Die fernen Stunden*
  57. Marian Keyes: Glücksfall*
  58. Meine Winnemuth: Das große Los
Frühere Jahre:

2016

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Dienstag, Dezember 26, 2017

Zwischen den Jahren

Was soll ich sagen? Wir hatten ein wirklich wunderschönes Weihnachtsfest trotz Raketes 1x täglich fälligen Wutanfällen. (Da reichen schon so kleine Auslöser wie "Du hast die Hose voll und brauchst eine neue Windel" oder "alle lilafarbenen Teller sind in der Spülmaschine, Du mußt einen anderen nehmen" und zack! hat man eine halbe Stunde Theater.)

Der Baum wurde gelobt, die Kinder haben sich über ihre Geschenke gefreut, es gab kaum Streit, großartig.

Nun sind die Kinder für ein paar Tage weg und ich überlege, was ich alles machen könnte. Spül- und Waschmaschine laufen schon, es ist gesaugt, gewischt werden muß gleich noch und heute nachmittag bin ich eingeladen. Für die restlichen Tage könnte ich mir aus folgender Liste was raussuchen:
- das Büro aufräumen und ein bißchen lästigen Papierkram erledigen (uh, eher nicht)
- eins der vielen Bücher lesen, die ich mir vorsorglich aus der Bücherei ausgeliehen habe
- ein paar Dinge nähen und flicken, grad bei letzterem hat sich schon wieder einiges angesammelt (Kinderhosen, *seufz*)
- stricken, Minimeins hat neue Socken bestellt, die erste ist auch schon halb fertig. Es ist allerdings ein Muster, das man nicht mal so nebenbei machen kann, ein bißchen Konzentration und Nachdenken braucht's da schon
- irgendwelche Dinge erledigen, zu denen man eh nie kommt und die mir vermutlich deswegen gerade entfallen sind
- jemanden weiterbilden, der darum gebeten hatte
- jemandem beim Umzug helfen
- hemmungslos auf dem Sofa rumlungern und mich freuen, daß ich gerade nur für mich allein Verantwortung trage und nur für eine Person denken muß

Oder einfach eine Mischung aus allem dem meisten davon...

Sonntag, Dezember 24, 2017

Alle Jahre wieder

...wird der Baum geschmückt. Dieses Jahr hatte ich tatkräftige Mithilfe von gleich zwei Kindern, da konnte also nix mehr schief gehen. Und ich glaube, dieses ist der geradeste Baum, den wir je hatten (und jemals haben werden).

Beim Schmücken ist auch nichts kaputtgegangen. Immerhin.

Minimeins meint: "Bei dem schönen Baum findet uns das Christkind ganz bestimmt. Mama, wir haben bestimmt den schönsten Baum auf der ganzen Welt!"

Hach! (Was soll ich sagen? Recht hat er ja...)




Zum Abschluss noch ein besinnliches Gedicht von Loriot:

Advent

Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken,
Schneeflöcklein leis herniedersinken.
Auf Edeltännleins grünem Wipfel
läuft sich ein kleiner weißer Zipfel.
Und dort vom Fenster her durchbricht
den dunklen Tann ein warmes Licht.

Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer
die Försterin im Herrenzimmer.
In dieser wunderschönen Nacht
hat sie den Förster umgebracht.
Er war ihr bei des Heimes Pflege
seit langer Zeit schon sehr im Wege.
So kam sie mit sich überein:
am Niklasabend muß es sein.

Und als das Rehlein ging zur Ruh‘,
das Häslein tat die Augen zu,
erlegte sie direkt von vorn
den Gatten über Kimm und Korn.
Vom Knall geweckt rümpft nur der Hase
zwei-, drei-, viermal die Schnuppernase
und ruhet weiter süß im Dunkeln,
derweil die Sternlein traulich funkeln.
Und in der guten Stube drinnen
da läuft des Försters Blut von hinnen.

Nun muß die Försterin sich eilen,
den Gatten sauber zu zerteilen.
Schnell hat sie ihn bis auf die Knochen
nach Waidmanns Sitte aufgebrochen.
Voll Sorgfalt legt sie Glied auf Glied
(was der Gemahl bisher vermied) -,
behält ein Teil Filet zurück
als festtägliches Bratenstück
und packt zum Schluß, es geht auf vier,
die Reste in Geschenkpapier.

Da tönt’s von fern wie Silberschellen,
im Dorfe hört man Hunde bellen.
Wer ist’s, der in so tiefer Nacht
im Schnee noch seine Runde macht?
Knecht Ruprecht kommt mit goldnem Schlitten
auf einem Hirsch herangeritten!
He, gute Frau, habt ihr noch Sachen,
die armen Menschen Freude machen?

Des Försters Haus ist tiefverschneit,
doch seine Frau steht schon bereit:
Die sechs Pakete, heil’ger Mann,
’s ist alles, was ich geben kann.
Die Silberschellen klingen leise,
Knecht Ruprecht macht sich auf die Reise.
Im Försterhaus die Kerze brennt,
ein Sternlein blinkt – es ist Advent.

(Loriot alias Vicco von Bülow)

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern fröhliche Weihnachten und vorsorglich auch schon mal einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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Mittwoch, Dezember 13, 2017

Wenn der Wecker zweimal klingelt

Am müdesten ist man ja immer genau dann, wenn der Wecker morgens klingelt. Und man kann sich abends beim Einschlafen noch so oft umgedreht und neu gebettet haben, das Bett ist im Moment des Weckerklingelns auch am allerbequemsten.

Nun ist es morgens so, daß ich nur das Minimum an Zeit zum Aufstehen etc. für mich einplane, bevor ich die Kinder wecke (manchmal habe ich nichtmal diese Zeit, weil die Kinder unausgesprochen eher wach sind  zugegebenermaßen aber eher im Sommer als im Winter). Deswegen kann ich nicht drölfzig mal noch auf den Wecker hauen und weiterschlummern. Ab Weckerklingeln ist ziemlich klar: Aufstehen und zwar recht pronto. Wenn der Wecker 2 Minuten später das zweite Mal klingelt, sollte ich die Beine über die Kante schwingen.

Heute morgen war es auch so: der Wecker klingelte, das Bett war so bequem wie die ganze Nacht nicht und ich war noch unglaublich müde, obwohl ich einigermaßen rechtzeitig im Bett war und auch einigermaßen zeitnah eingeschlafen bin.

Nun, es nützt ja nix, also räkeln und strecken und gähnen, was das Zeug hält, aber bis zum zweiten Klingeln bleibe ich noch unter der warmen Decke.

So langsam werde ich auch wach. Komisch, der Wecker klingelt gar kein zweites Mal. ARGH, ich habe ihn doch hoffentlich nicht versehentlich komplett ausgeschaltet und jetzt deswegen verschlafen??? PANIK! LICHT AN! WAAACH!

Häh?

Der Wecker zweigt 4:43 Uhr.

Offensichtlich habe ich das erste Weckerklingeln nur geträumt.

ARGH!!!

Ja. Die verbleibenden zwei Stunden habe ich dann nicht mehr so richtig gut geschlafen. Irgendwie war ich zu wach.

Und deswegen bin ich grad ein bißchen müde...

Aus der Reihe: wie man sich selbst das Leben schwer macht.

Donnerstag, November 30, 2017

Was koche ich denn heute?

Irgendwie koche ich nicht mehr besonders gern, seit die Kinder da sind. Es ist ein eher undankbarer Job geworden und ich nutze meine Zeit lieber anders (z.B. zum Stricken oder für ein gutes Buch). Aber es muß ja doch irgendwie sein, der Mensch muß was essen. Täglich Brot ist zwar schön und gut, aber täglich morgens, mittags und abends Brot ist etwas unausgewogen und auf Dauer auch langweilig. Also kann man sich ja auch irgendeine Strategie überlegen, um das ganze möglichst aufwandslos abzuarbeiten.

Strategie 1: Der perfekte Plan 
Man überlegt sich vorher einen Wochenplan, der berücksichtigt, wer wann wie lange aus dem Haus sein wird und wie viel Zeit jeweils zum Kochen bleibt. Die Zutaten kauft man vorher ein und verarbeitet sie wie vorgesehen.
Vorteil: Die gekauften Lebensmittel werden verarbeitet, es sollte nichts schlecht werden.
Nachteil: Wohin mit etwaigen Resten? Abweichungen vom Zeitplan können schlecht berücksichtigt werden.

Strategie 2: Aus Resten das Beste
Man guckt jeden Tag unmotiviert in den Kühlschrank und in den Gefrierschrank und versucht, aus den vorhanden Dingen (oder denen, die langsam mal weg müssen, weil man hungrig einkaufen war und dann nicht wußte, was man mit dem Zeug anfangen soll) irgendwas essbares zusammenzustellen.
Vorteil: kein gesonderter Aufwand für Planung und Einkauf. Etwaige Reste retten den nächsten Tag.
Nachteil: wenn man immer dasselbe einkauft, wird man auch immer dasselbe kochen, zB. "Nudeln mit Zeugs".

Strategie 3: Das Drückeberger-Prinzip
Man guckt, ob noch jemand anders im Haushalt vorhanden ist, dem man den lästigen Job zuschanzen kann. Ist hier derzeit schwierig*. Minimeins würde evtl. sogar was kochen (Nudeln oder Pommes), aber auf das darauffolgende Renovieren habe ich keine Lust. Also warten wir noch ein bißchen. Und Rakete in die Nähe von heißen Töpfen und/oder Pfannen zu lassen, ist eher fahrlässig. (Ich nenne ihn auch Kamikaze.)
Vorteil: kann klappen, wenn nicht nur kleine Kinder im Hause sind
Nachteil: dauert Jahre, bis es umsetzbar wird

Strategie 4: Surprise, surprise!
Man kauft sich ein schönes Kochbuch (zum Beispiel dieses hier), schlägt es auf gut Glück irgendwo auf und blättert so lange, bis man was genehmes gefunden hat. Oder lässt das Blättern, weil man komplett auf das Zufallsprinzip setzt und einfach das erste nimmt, was einem ins Auge fällt.
Vorteil: man lernt immer mal wieder was neues kennen
Nachteil: man muß jeden Tag einkaufen gehen, weil man sicher nie spontan alle benötigten Zutaten zur Hand hat

Strategie 5: Das Kantinen-Prinzip
Man hat idealerweise ca. 30 Standard-Rezepte, die allen (oder den meisten) Familienmitgliedern munden. Diese bereitet man dann alle nacheinander zu. Ist man damit durch, fängt man wieder von vorne an. Bei 30 Rezepten dauert es ca. 4-6 Wochen, bis man durch ist.
Vorteil: man weiß, was einen erwartet. Einkäufe müssen nicht täglich erfolgen.
Nachteil: mehr oder weniger immer dasselbe.

Strategie 6: Basis-Demokratie
Alle Familienmitglieder stimmen basisdemokratisch ab, was es zu essen gibt. Bei lediglich 2 kleinen Kindern als weiteren Haushaltsmitgliedern läuft das dann auf folgende Speisen heraus, die überhaupt nur als zumutbar empfunden werden (daß sie im Kindergarten angeblich alles essen, brauche ich wohl nicht zu erwähnen):
- Nudeln mit Ketchup oder umgekehrt
- Pommes mit Ketchup oder umgekehrt
- Fischstäbchen, am liebsten auch mit Ketchup
- wenn den Kindern mal nach was exotischem ist, dann kommen auch Kartoffeln infrage.
Vorteil: Keiner schreit "mag ich nicht!"
Nachteil: Unausgewogen, keine Abwechslung.

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* Seit der Mann im Sommer ausgezogen ist, bin ich (wie auch schon vorher größtenteils) für alles allein zuständig. Allerdings hat er ab und an am Wochenende an einem Tag auch mal was gekocht. Aber das meinte ich in meinem letzten Beitrag mit "Ausweitung meiner bisherigen Tätigkeit": bislang habe ich größtenteils alles allein gemacht, jetzt muß ich vollständig alles allein machen. Und deswegen habe ich solange hier nichts geschrieben.

Dienstag, Juli 11, 2017

Sendepause mit Leseempfehlung

Hier herrscht ja schon seit ein paar Monaten Sendepause. Das liegt daran, daß hier im echten Leben grad viel passiert, was noch nicht spruchreif ist. Als kleiner Teaser könnte ich vielleicht diesen Hinweis loswerden: ich weite meine bisherige Tätigkeit aus*. Also demnächst wieder auf diesem Kanal...

Für die Zwischenzeit noch interessantes zum Lesen (und das ist sicher mehr als nur Überbrückungsmusik):

Was aber durchaus lesenswert ist, ist dieser Artikel hier von glücklich scheitern. Es geht um Familienmanagement und "mental load", also dem permanenten Film, der im gedanklichen Hintergrund läuft.

Zum Thema "mental load" gibt es diesen sehr lesenswerten Comic (auch wenn er sehr lang ist). Wie gut ich das kenne... *seufz* (auch wenn mir schon mal anhören mußte, ich säße ja nur rum.**)

Und weil den Frauen ja gern vorgeworfen wird, daß sie alle mit den Kindern und dem Haushalt zusammenhängenden Arbeiten/Aufgaben an sich reißen und dem Mann gar nichts mehr zutrauen, weil er weniger Erfahrung hat und der sich deshalb zurückzieht, dem sei dieser lesenswerte Artikel (von einem Mann geschrieben) ans Herz gelegt. 

Zum gleichen Thema hat sich dasnuf auch - schon vor längerer Zeit, nicht objektiv und meines Erachtens auch unsauber hinsichtlich des Begriffs "Maternal Gatekeeping" - ausgelassen, aber trotz all meiner Kritikpunkte an dem gesamten Artikel, finde ich, daß das dasnuf es an dieser Stelle wunderbar auf den Punkt gebracht hat:
Immer sind die Frauen schuld. Immer. Selbst wenn es um mangelnde Beteiligung der Männer geht. Da sind es nicht die Männer oder Väter, nein! Da sind es die Gatekeeping Mothers. Wenn die nämlich nicht so gierig nach vollgekackten Windeln, stundenlangem Warten beim Notarzt und nach Küche putzen wären, ja dann, dann würden die Papas sich auch beteiligen. So ist das nämlich!
Und wer sich immer noch fragt, was frau ("man" ist es ja so gut wie nie) eigentlich den ganzen Tag macht, liest entweder hier oder hier. Rumsitzen jedenfalls nicht.

Wie immer gilt natürlich: erst denken, dann sprechen. Oder etwas plakativer: Vor Gebrauch schütteln.

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* nein, NICHT schwanger!

** Was natürlich nicht stimmt. Ich stehe und laufe auch. Und in ganz extremen Fällen - nachts - liege ich sogar. Skandal.

Samstag, März 25, 2017

Jetzt näht sie auch noch

Wie jetzt? Das auch noch?

Ja, das auch noch. Vor nicht allzulanger Zeit sagte ich noch, daß ich zwar gern nähen könnte, aber nicht den Nerv hätte, es zu lernen. Dann allerdings habe ich mir überlegt, daß es doch ganz nett wäre, den Kindern wenigstens ein Sommermützchen und ein T-Shirt machen zu können, das ist gestrickt ja doch etwas zu warm.

Folglich habe ich mir letztes Jahr zum Geburtstag einen Nähkurs gewünscht und - zwar mit Umwegen, aber letztlich dann doch - sogar bekommen.

Nun lag der Gutschein hier rum und ich hatte erst mal keine konkrete Idee, mit der ich einen Nähkurs hätte buchen wollen. Eine Kindermütze erschien mir für einen Kursabend dann doch ein bißchen zu knapp. Also blieb der Gutschein doch erst mal liegen.

Die DIY-Messe


Es ward November, Dezember, Weihnachten. Januar und Februar gingen ebenfalls geprägt von Kindkrank und drei vollen Wochen Kindergarten-Notbetrieb wegen Erzieherinnenallekrank ins Land. Anfang März erfuhr ich zufällig, daß in Braunschweig eine DIY-Verbraucher-Messe namens 'handmade' stattfinden sollte, also eine Menge Aussteller zum Thema Nähen, Stricken, Häkeln, Selbermachen, Deko und sonstiges Gedöns. (Früher hieß 'do it yourself' einfach Handarbeiten oder Heimwerken und hatte - ob nun zu Recht oder nicht - größtenteils ein recht angestaubtes Image.)

Ich habe dann eine Mutter, die ich aus dem Kindergarten kenne und von der ich weiß, daß sie gern und viel näht, angesprochen, ob sie nicht Lust hätte, dorthin zu fahren. Sie hatte auch schon davon gehört, wollte auch nicht alleine hin und war ganz angetan von meinem Vorschlag. Und so sind wir dann tatsächlich nach Braunschweig gefahren (viele Baustellen dort) und haben uns dort umgesehen. Ich wollte eigentlich eher an den Wollständen mal gucken, aber die meisten waren dann doch vielfach mit 08/15-Ware ausgestattet, die ich auch im hiesigen Ladengeschäft bekomme (oder ohne großen Aufwand irgendwoanders hier in der Nähe), so daß hier das angestaubte Image des Strickens leider durchaus bestätigt wurde. Handfärbereien waren zwar auch vertreten, aber eher dünn gesät. 

So kam es, daß ich mich doch mehr fürs Nähen bzw. für Stoffe interessiert habe als ursprünglich vorgesehen. Aber man ist ja flexibel, muahaha.

Ein bißchen was habe ich dann doch gekauft, sogar mit einem (eigentlich sogar zwei) einigermaßen konkreten Projekt(en) im Hinterkopf (das ist bei Wolle nicht zwingend der Fall, da findet bei mir eher mal das Garn zur Anleitung als umgekehrt).

Meine Nähmaschine


In der darauffolgenden Woche habe ich dann meine alte Nähmaschine vom Dachboden geholt. Die habe ich mal Anfang der 90er (so etwa zu Konfirmationszeiten) zu Weihnachten bekommen. Das Modell ist von Eduscho (kennt ja heute auch keiner mehr, seit die in Tchibo aufgegangen sind), also total no-name, Support und Zubehör gibts natürlich nicht mehr, also hoffen wir mal, daß alles noch eine Weile hält. Das Gerät habe ich entstaubt, endlich mal die Anleitung gelesen (hat man mit 14 ja auch eher nicht nötig), überrascht festgestellt, daß die grundsätzlich von der Ausstattung und den enthaltenen Stichen gar nicht mal so schlecht ist und nähen tut sie auch noch. Zwar laut, aber es kommt eine Naht dabei raus. Und ein paar Stretchstiche sind auch dabei, das brauchte man damals nur für Unter- und Nachtwäsche (sagt die Anleitung).


Ich habe damals, als ich die Maschine geschenkt bekam, zwar mal einen VHS-Kurs belegt, um Nähen zu lernen, aber so richtig viel hängengeblieben ist da nicht. Wir haben in dem Kurs einen Kissenbezug genäht (den ich sogar noch habe, wenn ich mich richtig erinnere, vielleicht ist es aber auch schon das Nachfolgemodell) mit Reißverschluss, wobei ich letzteres als nahezu Hexenwerk in Erinnerung habe (ist es überhaupt nicht, wie ich inzwischen weiß). Dann habe ich während der Lehre mal eine Tischdecke mit Schrägband versehen, während des Studiums noch zwei oder drei weitere Kissenbezüge und Tischdecken genäht und mal die ein oder andere Gardine gekürzt (bzw. Raffrollo angefangen und nie fertiggestellt). Das wars. 

Damals waren Stoffläden allerdings auch weniger Dienstleister, als sie es heute sind (mit Näh- und sonstigen Kursen und offen für Fragen aller Art), als mehr heilige Hallen für Eingeweihte und Könner. Der seit etwa 10 Jahren anhaltende DIY-Trend hat da durchaus vieles zum besseren verändert. Aber Jersey (also stretchiger Stoff) vernähte man damals tatsächlich eher zu Unterwäsche als daß man es für Oberbekleidung verwendete, das ist ja heute auch ziemlich anders. Und es gibt viel schönere Stoffe als damals.

Beim Saubermachen der Maschine fiel dann ein - nicht unwesentliches - Teil einfach mal ab. ich habe es provisorisch fixieren können, aber eine Dauerlösung ist es nicht. Naja, mal abwarten, wie lange es hält (denn nichts bleibt länger als ein Provisorium).

Fachliteratur oder: Lesen, lesen, lesen


Ich bin ja bekennender Leser und Freund von Fachliteratur, weshalb ich mich zunächst mal quer durchs Internet gelesen habe und ziemlich schnell auf einer großartigen Seite für Einsteiger und Nähanfänger gelandet bin: pattydoo. Dort werden zwar zum einen Schnitte/Anleitungen verkauft, aber auch in wirklich gut verständlichen und vor allem professionellen Videos die Anleitung sozusagen vorgetanzt. Das sieht alles dermaßen einfach und federleicht aus, daß man sofort loslegen möchte, wenn man das notwendige Material zur Hand hat. Und die Schneiderin ist wirklich erfreulich professionell, verwendet nicht zu viele Füllwörter, erklärt das wesentliche, weist auf wichtiges hin an der Stelle, an der es gebraucht wird und nicht irgendwo an anderer Stelle, und wirkt dabei auch noch sehr natürlich und sympathisch. (Um mal die Kehrseite zu nennen: bei vielen selbstgedrehten Youtube-Videos kommt man ja aus dem Fremdschäden kaum raus oder fragt sich, ob noch mal irgendwann irgendwas wesentliches ge- bzw. erklärt wird.)

Irgendwo im verstaubten Archiv meines Gehirns meldete sich dann der totgeglaubte Archivar zu Wort und vermeldete den Bestand eines Nähbuches im heimischen Bücherregal. Das Werk fand sich erstaunlich schnell, ist allerdings auch aus den frühen 90ern. Damals trug man noch Bundfaltenhosen in Karottenform, Schulterpolster allerorten, Faltenröcke werden auch ausführlich erläutert und Stretch wird zwar genannt, aber eher unter ferner liefen (Unterwäsche). 25 Jahre alt halt. So Sachen wie Kunstleder, Wachstuch, Segeltuch oder ähnliches waren auch noch der Industrienäherei vorbehalten. Also eher altbacken. Vermutlich gar nicht mal so schlecht, aber noch staubtrockener als das Umsatzsteuergesetz. Ich bin leider schon vor Seite 30 vor Langeweile verstorben.

Mein nächster Schritt führte mich dann in die Bücherei, aus der ich mir dann das "Standardwerk Nähen" ausgeliehen habe. Das habe ich auch fürs Stricken und finde es dort - zum Nachschlagen - auch ziemlich gut. Das Nähbuch habe ich mir dann zur Hälfte durchgelesen und fand es gut aufgemacht, größtenteils verständlich (manches versteht man ja erst beim Nachmachen oder braucht es nie), sehr gut strukturiert, mit vielen Bildern, die auch Anfängern den Einstieg erleichtern und einer DVD dabei (die ich allerdings noch nicht getestet habe, mein Rechner hat kein CD-/DVD-Laufwerk mehr). Jetzt müßte ich mal die zweite Hälfte lesen.

Die ersten Schritte


Danach fühlte ich mich theoretisch gut gerüstet und habe einfach mal mit einem kostenlos im Netz verfügbaren Schnitt losgelegt. Allerdings erst mal doch noch nicht mit Jersey (wo ich eigentlich hin will), sondern erstmal mit einem Fundstück aus dem Bestand (längere Geschichte) und auf der Messe neu erworbenem Wachstuch (also eigentlich dünner als Wachstuch, nämlich beschichtete Baumwolle).

Stolz wie Bolle (obwohl natürlich noch fehlerbehaftet und die ganzen schlauen Sachen hatte ich in der Praxis dann doch wieder größtenteils vergessen) kann ich ein Utensilo präsentieren. Also so ein Gedöns-Körbchen. Momentan bewahre ich mein aktuelles Strickprojekt (das wegen der Näherei jetzt natürlich liegt und liegt und nicht fertig wird) darin auf.


Mein nächstes Projekt sollte ein Nadelkissen werden und wurde eher ein großes Scheitern. Es ist eine Mischung aus Igel und Schwein und die Kinder spielen jetzt damit. Als Nadelkissen war es einfach nicht geeignet (viel zu groß, hätte ich beim Nähen schon merken müssen), die Anleitung war aus einem Buch für Anfänger und hat doch irgendwie für mich als Anfänger wesentliche Informationen nicht enthalten.

Aber was beim Nähen tatsächlich viel schneller geht, ist der Weg von der Anleitung zum fertigen Objekt: instant gratification. Beim Stricken dauert es selbst mit Turbonadeln viel länger, bis mal was fertig ist (das ist eher Yoga fürs Gehirn). Beim Nähen reichen oft schon ein paar Stunden. Andererseits ist es beim Stricken nicht sooo tragisch, wenn man mal Murks macht. Im Zweifel ribbelt man es wieder auf und strickt neu. Beim Nähen ist halt im Zweifel das Material verloren.

Danach habe ich mich dann erstmal - back to the roots - auf Kissenbezüge gestürzt und beiden Kindern jeweils einen gemacht.

Minimeins wollte rot und blau und bekam es.




Rakete hat natürlich noch keine konkreten Wünsche geäußert, ich fand diesen Affenstoff, befand ihn so passend wie die Faust aufs Auge, und kombinierte fröhlich dazu.



Die sind eigentlich ganz gut gelungen, nur das mit den ganz geraden und exakten Nähten muß ich nochmal üben (Vorschläge zum Üben hab ich auch schon gefunden). Die Kinder stört es nicht.

Dann habe ich - im Rausch der Nadel sozusagen - mich auch endlich an Jersey gewagt, obwohl der Stoff ein viel eigenwilligeres Verhalten an den Tag legt, als akkurat zugeschnittene und gebügelte Baumwolle.

Heraus kamen Mützen für die Kinder, einmal als Beanie für Minimeins,



und einmal als Zipfel-Knoten-Mütze für Rakete.


Das Bündchen ist recht stramm und die rote Farbe steht Rakete mit seinen rötlichen Haaren eher nicht so gut, daher werde ich das vielleicht besser doch noch mal neumachen.

Die Stretchnähte sehen noch krumm und schief aus. Ich weiß nicht genau, ob es an meinen noch mangelhaften Fähigkeiten oder der Nähmaschine oder an der unglücklichen Kombination beider Zustände liegt. Allerdings liegen die Nähte ja innen und sind somit unsichtbar, also stört es mich erst mal nicht, auch wenn mein immanenter Perfektionismus, den ich ja auch gern beim Stricken an den Tag lege, gelegentlich ein bißchen stichelt.

Danach hab ich wieder zwei Murksprojekte fabriziert: ein weiterer Nadelkissenversuch (auch die falsche Größe, daher in den Kuscheltierfundus der Kinder gewandert) und eine Handyhülle: beim ersten Versuch habe ich das Innenfutter falsch zugeschnitten und zusammengenäht, so daß es dann letztlich doch nur eine (immerhin hübsche) Taschentücherverpackung geworden ist, und beim zweiten Versuch habe ich so viel Murks gemacht, daß das entstandene Täschchen eher schief ist, die Nähte nicht gut aufeinanderpassen und das Innenfutter teilweise auf links, teilweise auf rechts ist (immerhin nur innen, nicht außen). Außerdem habe ich versehentlich den Klettverschluß angesengt.

Vertrauen in meine Fähigkeiten


Minimeins fragte dann nach Fertigstellung der Mützen, ob ich nun endlich richtig nähen könnte. Bislang mußte ich ihn da ja leider immer vertrösten, so auch dieses Mal wieder. Ich habe ihm ehrlich geantwortet, daß ich schon noch ganz schön viel üben müßte, bis ich endlich was richtig tolles zustande bringen könnte. Daraufhin sagte Minimeins ganz trocken:

Mama, dann näh mir doch einfach erstmal Unterwäsche. Die sieht man ja nicht.

Danke auch. Gelegentlich ist er ja doch recht pragmatisch veranlagt.

Also machte ich mich auf die Suche, ward fündig, bezweifelte die angegebenen Schnittmaße, probierte mit einem aussortierten T-Shirt des Gatten, fand meine Größenzweifel bestätigt (oder ich habe wieder irgendein wesentliches Detail nicht gesehen oder es ward nicht genannt: Naht- und Saumzugaben zum Beispiel), suchte weiter und ward wieder fündig. So schwierig und vor allem abwegig scheint das Projekt Unterwäsche gar nicht zu sein. Allerdings haben Minimeins und ich uns erst mal auf einen Schlafanzug geeinigt, nachdem ich dieses Jersey-Stöffchen im Stoffladen in Langenhagen gefunden habe:


Minimeins ist begeistert, einen Schlafanzug in der kommenden Größe (122/128) braucht er eh, bislang hat er genau einen in dieser Größe und den werde ich zum Maße überprüfen auch immer wieder heranziehen. Jetzt brauche ich nur noch einen vernünftigen Schnitt, den muß ich mir noch ergoogeln. Sollte aber nicht so schwierig zu finden sein.

Aus den Resten fällt dann entweder noch ein T-Shirt für Rakete ab oder tatsächlich die gewünschte Unterwäsche für Minimeins, falls das - Schlafanzug und Unterwäsche komplett aus demselben Stoff - dann nicht doch ein bißchen zuviel Einheitsbrei ist. Mal sehen.

Jedenfalls glaube ich, daß das alles nicht so schwierig sein kann. Bei Pattydoo sieht das ja auch alles ganz federleicht aus. Ich werde das schon hinkriegen.

Viel Theorie, wenig Praxis: die Sache mit dem Material


Viel umgesetzt habe ich noch nicht, aber plötzlich 100 Ideen im Kopf. Oder 1.000. Viele jedenfalls. In kurzen Momenten des Größenwahns (meistens zwischen 4 und 6 Uhr am Morgen, aber Tageslicht hilft dann wieder bei der Realitätsfindung) sehe ich mich schon meine komplette Familie selbst einkleiden. Wenigstens die Kinder, die freuen sich momentan noch drüber (das wird sich leider wohl auch irgendwann geben, hab ich gehört) und irgendwann vielleicht auch in Teilen mich selbst. Und nein, zum Hosen kürzen mag ich mich immer noch nicht aufraffen, vielleicht irgendwann in (ferner) Zukunft mal. Oder auch nicht, denn die Schneiderin hier um die Ecke macht das sehr gut und verhältnismäßig günstig.

In der Bücherei fanden sich natürlich noch weitere Bücher, teilweise auch anfängergeeignet. Da habe ich mir erst mal ein paar Sachen ausgeliehen und sogar ein paar nette Sächelchen in den Büchern gefunden. Was die Sache mit den 1.000 Ideen nicht gerade übersichtlicher gestaltet...

Allerdings ist die Einstiegshürde beim Nähen eine ganze Ecke größer als beim Stricken, finde ich. Braucht man für letzteres zum Starten erst mal nur ein paar Nadeln, ein Knäuel Wolle und eine passende Anleitung (letztere oft auch kostenlos auffindbar) und etwas Zeit, so daß man mit ein paar Euro Wareneinsatz dabei ist. Beim Nähen braucht man natürlich erstmal eine Nähmaschine (die jetzt mal zufällig vorhanden war), dann natürlich Stoff, die passenden Nadeln für die Nähmaschine, das farblich passende Garn, anderen Stoff für das Bündchen, ggf. ein passendes Gummiband, eine Anleitung. Was nicht fehlen darf, ist auch weiteres Werkzeug: eine Stoffschere (Papierschere reicht nicht, das ist kein Vergnügen beim Stoffschneiden und da muß man halt schon etwas genauer arbeiten), eine Papierschere für den Schnitt, Maßband, Stecknadeln, Bügeleisen (wobei ich das größtenteils mal als vorhanden voraussetze), evtl. ein langes Lineal und Geodreieck, einen geeigneten Stift, um das ganze vom Papier auf den Stoff zu bringen und der hinterher trotzdem nicht (mehr) sichtbar ist und - leider ganz wichtig - einen Nahttrenner. Den hab ich schon oft gebraucht...

Dann bleiben natürlich Reste übrig, die wiederum zu etwas anderem verarbeitet werden wollen, wozu man dann wieder weiteres Material braucht (anderes Gummiband, anderes Nähgarn, anderes Bündchen, vielleicht Klettband, Knöpfe oder Reißverschlüsse oder noch ganz andere verrückte Sachen, verschiedene Vliese bzw. Einlagen... (gut, das ist beim Stricken ja ähnlich: Projekte ziehen Reste nach sich, die wiederum Reste mit sich bringen, die zu etwas neuem werden wollen... jedenfalls irgendwann.)

Ich habe inzwischen so dieses oder jenes angeschafft und dafür letztens sogar extra eine Bestellung bei Buttinette abgesetzt. Ursprünglich wollte ich nur einen Rollschneider erwerben, um damit Jersey besser zuschneiden zu können, Jersey rollt sich nämlich an den Seiten immer so ein, daß ich mich ein wenig schwer tat mit dem akkuraten Zuschnitt. Ein Rollschneider ist sozusagen ein Teppichmesser, nur eben mit runder Klinge. Zum Rollschneider braucht man aber auch noch eine Rollschneidermatte, damit man sich nicht den Tisch zersägt und am besten noch ein Rollschneiderlineal für die Schnittführung. Also ab in den Warenkorb damit. Nähgarn brauchte ich auch noch in den gängigen Farben (weiß war alle und ansonsten habe ich primär türkis aus einem unbekannten Jahr da - also eher alt und damit vermutlich schon etwas gebrechlich), dann reichte der blaue Bauarbeiter-Jersey nicht mehr für ein ganzes T-Shirt für Rakete, also noch etwas unifarbenen Jersey dazu, dann noch Bündchenware für die Mütze von Rakete als Ersatz für das ihm nicht gut zu Gesicht stehende rote, etwas Nähmaschinenöl, Vlies brauche ich auch noch, einen Kreidestift, klickklickklick, ups, ganz schön teure Bestellung, aber hm naja...

Heute kam dann endlich das ersehnte Paket (nachdem ich gestern noch mal in Langenhagen in der Restekiste ein paar hübsche Stücke gefunden habe - hingefahren war ich primär wegen des Sch(l)afanzugstöffchens und Bündchenstoffes für Minimeins und des Wachstuches für den werten Gatten, der sich zum Geburtstag ein Täschchen für sein Gedöns (Maus, USB-Kabel, Freisprech-Ohr-Dings, Türkarten, ein, zwei Stifte...) wünscht, ach ja, eine Zwillingsnadel für Jersey wollte ich auch noch haben und etwas Schrägband für Raketes Wimpelkette und meine Füllwatte war auch alle), wo war ich, ach ja, das Paket. Das landete dann erst mal bei den Nachbarn, die waren nicht da, als ich es abholen wollte, also mußte ich warten - argh! Als ich es endlich, endlich in den Händen hielt und Minimeins beim Auspacken half, mußte ich feststellen, daß ich bei meiner Rollschneider-und-sonstiges-Bestellung den Rollschneider zu bestellen vergessen hatte. Kopf -> Tisch. Hätte ich doch gestern im Laden einen mitnehmen sollen... (und Ersatzklingen)

Naja, Montag dann. Bis dahin ist auch der neu erworbene Jersey gewaschen und gebügelt und dann kann ich losschnitzen. *Händereibgeräusch*

Pläne, Pläne, Pläne - und der Kurs?


Womit will ich denn eigentlich anfangen, loslegen, weitermachen?

- eine Tasche, wie vielfach geraten für den Anfang, nur brauche ich eigentlich gar keine, Material hätte ich aber vermutlich in ausreichender Menge da
- oder noch ein - etwas anderes als das erste - Utensilo (für wen?)
- das Täschchen für den Gatten (Material ist vorhanden und es muß bis in vier Wochen fertig sein)
- Schlafanzug für Minimeins (Material ist da und sollte auch bis in vier Wochen fertig sein)
- 1-2-3 Oberteile für Rakete (Material ist reichlich da, für mindestens zwei, eher drei Stück reicht die Auswahl sicher)
- neues Bündchen für Raketes Mütze (schnell gemacht)
- Naht an Minimeins' Mütze reparieren, da ist eine nicht gut gesichert gewesen (noch schneller gemacht)
- meine löchrigen T-Shirts mittels Applikationen reparieren (Material ist da, ich hab nur noch keine konkrete Idee, wie ich das umsetze)
- eine Turnhose für mich (die ich für meine Mutter-Kind-Kur in vier Wochen brauchen werde, allerdings habe ich dafür (noch) kein Material)
- einen Rock für mich aus dem Material von der handmade-Messe und etwas weiterem, den ich inzwischen erwarb
- oder irgendeine andere der 1.000 Ideen, die ich in den vielen ausgeliehen Büchern gefunden habe, aber dafür muß ich vielleicht doch noch ein bißchen üben, was mich wieder zu der eingangs gestellten Frage führt: was denn eigentlich zuerst?

Übrigens habe ich mich dann tatsächlich direkt nach dem Besuch der handmade-Messe für einen Nähkurs im hiesigen Laden angemeldet, um meinen Gutschein endlich umzusetzen. Der nächste freie Termin ist allerdings erst in vier Wochen. Ich bin vor knapp drei Wochen einfach mal in den Laden spaziert und habe gefragt, was denn so als anfängergeeignetes Projekt für den ersten Jersey-Nähkurs geeignet wäre. Die Ladeninhaberin (und Kursleiterin) hat vorgeschlagen, eine Mütze (für Minimeins) und eine Pumphose (für Rakete) zu machen. Das sollte wohl innerhalb eines Abends machbar sein. Vermutlich hab ich - weil zwischen Anmeldung und Kurstermin so viele Wochen liegen (sieben!) - das bis dahin dann alles schon selbst getestet, aber es schadet sicher nicht, dafür auch mal fachliche Anleitung zu bekommen. 

Für einen zweiten Kursabend habe ich mich auch schon angemeldet, allerdings ist der erst im Juni, vorher passte es irgendwie nicht. Mal sehen, was ich dann in Angriff nehme. Vielleicht ein T-Shirt, was die Kursleiterin für den ersten Termin noch etwas überambitioniert fand. Nun, sehen wir mal. Vermutlich hat sie recht, aber das werde ich dann ja im Laufe der nächsten Wochen sehen.

Momentan weiß ich noch nicht so recht, ob ich wirklich ernsthaft in die Näherei einsteige (und mir dann möööööglicherweise auch irgendwann eine andere Nähmaschine zulege, aber wer weiß, welche Fähigkeiten die alte Maschine bislang noch so vor mir versteckt hält - und ich vor ihr), aber vielleicht liegts auch am bislang nicht so richtig tollen Werkzeug und meinen noch ganz am Anfang stehenden Fähigkeiten, daß es mich noch nicht ganz so gepackt hat wie das Stricken. 

Allerdings fühlt sich das Stricken auch gerade ein bißchen an wie durchgespielt, lässt sich aber natürlich immer noch prima irgendwohin mitnehmen (Auto- und Zugfahrten zum Beispiel oder Besuche bei den (Schwieger-)Eltern drängen sich da geradezu auf). Außerdem habe ich hier ja auch wirklich mit Basics angefangen und mich langsam zu den anspruchsvolleren Dingen vorgearbeitet. 

Und dann sind da ja die 1.000 Ideen, die in meinem Kopf rumspuken (vielleicht sollte ich sie mal zu Papier oder zumindest auf einen elektronischen Notizzettel bringen, um ein wenig Ordnung in die 1.000 Ideen zu bekommen), die mich dann doch wieder in große Nählust verfallen lassen. Hm. Ich verfolge das jetzt erst mal noch ein bißchen weiter und dann werd ich das schon rausfinden. Bislang bin ich eigentlich überwiegend angetan (nur, wenn ich mal wieder Murks fabriziere, dann ist das sehr enttäuschend und in der Hinsicht bin ich grad etwas anfällig).

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