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bees Wohnzimmer

Montag, Januar 19, 2015

ET-9: Alles öko, oder was? Die Sache mit der Hausgeburt (Fragen 9 & 10)

9. Frage: Ich habe mein Baby gestillt

Ja. Das war irgendwie keine Frage. Ich habe mir auch beim ersten Kind keine Gedanken gemacht, ob das klappt oder nicht oder wie oder was. Am Anfang konnte ich nur im Liegen stillen (einfach auch, weil ich nach der Geburt ca. 2 Wochen gebraucht habe, um wieder einigermaßen sitzen zu können). Außerdem wußte ich nicht so recht was mit dem Kinde anzufangen, wenn es sich äußerte, also hat es erst mal die Brust in den Mund bekommen. Das wiederum hat sowohl den Milchfluß angeregt (vielleicht ein bißchen zu sehr, ich hätte teilweise 2 Kinder satt gekriegt und der Milcheinschuß tat ziemlich weh) als auch Minimeins beruhigt.

Anfangs trank das Kind auch schon mal eine dreiviertel Stunde und das im 2- bis 3-Stunden-Rhythmus (gefühltes Dauerstillen also). Andererseits hatte ich ja auch nicht so viel anderes zu tun (zumindest nicht tagsüber, nachts wäre schlafen schon eine sinnvolle Option gewesen). Es gab zwischendurch zwar auch Probleme (sehr schmerzhafte sogar), aber letztlich habe ich das Kinneken 6 Monate voll gestillt und dann noch bis zum Alter von ca. 10 Monaten teilweise (v.a. nachts). Dann hat das Kind es nicht mehr eingefordert und ich war dann auch ganz froh, als ich nicht mehr nachts wach werden mußte (bin ich natürlich trotzdem, aber aus anderen Gründen). Das hat soweit gepasst von der Dauer her, länger mußte es für mich nicht sein, obwohl ich gerne gestillt habe.


10. Frage: Das Wochenbett und die Zeit danach habe ich so in Erinnerung

- Die ersten Tage: schlaflos, schwitzend, euphorisch, aber auch völlig ausgelaugt und körperlich vom Bus überfahren. Der Milcheinschuß war nicht schön. Und nein, ich hatte nicht sofort vergessen, wie schmerzhaft die Wehen waren, als ich das Kind im Arm gehalten habe. Das hat schon noch ein bißchen gedauert (aber letztlich: ja, man vergisst das).

- Die gesamten 6-8 Wochen: nass. Schwitzen, Tränen und Überforderung. Da liegt ein Kind in meinem Bett, was mache ich damit??? Also nicht mal, daß das Kind als solches so anstrengend war (ich glaube immer noch, daß es ein Anfängerbaby zum Lernen war), aber ich wußte einfach nicht, was ich tun sollte. Das habe ich schließlich nicht gelernt. Und anfangs seiner Intuition zu vertrauen, wenn man das gar nicht mehr gewöhnt ist, ist auch sehr schwierig. Internet hilft nur bedingt weiter, anderer Leute Meinungen genauso wenig (der eine sagt so, der andere so und damals war sowieso alles ganz anders). Der Hormonumschwung, ganz schlimm. Waidwund, offen, verletzlich. Und dann dieses Bild der perfekten Mutter. Es hat eine Weile gedauert, bis ich die Ansprüche an mich selber einfach mal ein wenig realitätsnäher gestaltet habe. Ich war irgendwie komplett aus der Bahn geworfen und habe eine ganze Weile (viel länger als das Wochenbett) gebraucht, um mich wiederzufinden. Ob das eine Wochenbettdepression war? Ich glaube nicht, und falls doch, dann kein schwerer Fall. Vielleicht bin ich knapp dran vorbeigeschrammt. Mit der Zeit wurde es wieder besser, aber insgesamt habe ich das ganze erste Jahr als psychisch ziemlich anstrengend in Erinnerung (vielleicht wars auch "nur" der Schlafmangel, aber das lässt sich im Nachhinein schwer beurteilen). Auf jeden Fall habe ich mich immer sehr auf und über die Nachsorgetermine mit der Hebamme gefreut. (Blöderweise war meine Hebamme zwischendurch im Urlaub (das wusste ich auch im Voraus) und in der Zeit kam eine Vertretungshebamme, die aber leider nicht so richtig mein Fall war. Das fand ich dann nicht so schön.) Und die Mutterliebe zum Kind war auch nicht sofort da, das hat sich erst über die Wochen so entwickelt. Trotzdem habe ich das Baby natürlich nur sehr, sehr ungern aus der Hand gegeben (eigentlich nur dem Mann, sonst niemandem). Das klingt ein bißchen widersprüchlich, ist es aber nicht.

Natürlich gab es auch viele schöne Momente, aber in der Erinnerung an das Wochenbett als solches überwiegt das oben beschriebene. Es ist nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen. Das wäre aber sicher auch nicht anders gewesen, als wenn Minimeins im Krankenhaus zur Welt gekommen wäre.

Ich hoffe, daß das beim zweiten Kind jetzt nicht so schlimm wird. Die Überforderung wird sich auf jeden Fall in Grenzen halten durch die Erfahrung mit dem ersten Kind (auch wenn das zweite natürlich ganz anders ticken kann). Daher freue ich mich tatsächlich aufs Wochenbett. Die Herausforderung diesmal wird eher sein, wie Minimeins auf sein Geschwisterchen reagiert und mit der neuen Situation umgeht und ob ich genügend Schlaf abbekomme mit zwei so Zappelfischen.

Großes Thema im Wochenbett ist auch der Besuch. Besuch, der nur kurz kommt (also 1-2 Stunden am Nachmittag oder so) und auch noch was zu essen mitbringt, finde ich in Ordnung. Ist ja auch nicht jeden Tag der Fall. Der Besuch, der ein bißchen länger bleibt (weil von weiter weg) und somit ein paar Tage lang jeden Tag da ist, kommt dieses Mal nicht direkt nach der Geburt, sondern ein bißchen später. Das finde ich gut, denn so können wir uns als Familie erst mal zusammenfinden und rausfinden, wie der neue Mensch in unserem Leben so drauf ist.

Alle Fragen der Reihe.

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