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bees Wohnzimmer

Mittwoch, April 27, 2005

der unbekannte Mitbewohner

...jeder, der schon mal in einer WG gewohnt hat, wird ihn kennen: den unbekannten Mitbewohner (uM).

Wer hat das nicht schon erlebt?

Man hat gerade – meistens, statt was zu lernen, vielleicht auch nur, weil es einfach mal wieder nötig war – stundenlang (hust, räusper...) die Wohnung geschrubbt und insbesondere die Küche einer Generalreinigung unterzogen: den Biomüll rausgetragen, bevor Evolution live in unter der Spüle stattfindet, den Riesenberg Abwasch abgearbeitet, die Zeitungen der letzten Wochen entsorgt, die Krümel unter den Regalen hervorgekehrt, etc. Danach – harte Arbeit muß belohnt werden – gönnt man sich ein Käffchen oder auch zwei in einer geeigneten Lokalität in der Stadt oder was auch immer. Und wenn man dann nach Hause kommt, zieht sich eine Krümelspur nicht näher definierter Art von der Wohnungstür in einigen Schleifchen bis hin in die soeben mühevoll auf Hochglanz (s.o.) gebrachte Küche.
Oder es steht schon wieder ein Topf mit wunderbar angebrannten Ravioliresten auf dem Herd – kann man da nicht ein bißchen Wasser reinlaufen lassen, um die carbonisierten Rudimente vielleicht hinterher auch wieder rauszukriegen? Jedes Mal einen neuen Topf kaufen zu müssen, weil man den alten entsorgen mußte, ist ja auch nicht so schlau.
Oder man hat sich für den Abend ein paar Leute eingeladen, möchte ihnen ein frugales Mahl kredenzen, entsprechend eingekauft, irgendjemand fand eine der wesentlichen Zutaten und beschloß: „boah, lecker!“
Oder – gleiche Situation, es werden Gäste erwartet – und wenn es nur die externen Mitbewohner sind – man kommt in die Küche und muß sich an einem monströsen Etwas vorbeischieben, das über und über mit Wäsche behängt ist... (leider ist dafür nur in unserer Küche Platz, v.a. im Winter) „Sehr geehrte Damen und Herren, geradeaus haben sie freien Blick auf den Wäscheberg, dessen Erstbesteigung ausnahmsweise nicht von Reinhold Messner erfolgte. Von hier kann man hervorragend die berühmte Sockenklippe erkennen, dahinter erahnt man noch die T-Shirt-Wand, an der schon manche Seilschaft scheiterte...“
Oder man steht gerade in der Dusche, läßt sich genüßlich das heiße Wasser auf die ollen Knochen prasseln, als plötzlich jemand in der Küche das heiße Wasser aufdreht (was einen spontanen und sehr starken Temperatursturz des Duschwassers bewirkt)...
Oder man kommt nach einem langen Tag voller Widrigkeiten abends nach Hause, womöglich sogar klatschnaß, weil es in Strömen schüttet, seit man sich ins Freie gewagt hat, der Magen hängt in den Kniekehlen (oder tiefer), man freut sich auf die letzte Tiefkühlpizza, die man noch vorrätig hat und findet stattdessen einen Zettel: bringe demnächst mal wieder eine mit! (natürlich ist schon Ladenschluß) Das erklärt übrigens nicht (!) die Bißspuren in der Tischkante...

Dafür gibt es genau eine Erklärung: der uM war wieder am Werk! (Wer denn sonst?)

Interessanterweise behauptet Klaus, der uM wohne bei ihm nebenan. Nun bin ich der Meinung, der uM wohne neben mir. Hm, ich glaube, wir haben einen geheimen Raum in der Wohnung... höchst mysteriös...

PS: ähnliche Vorkommnisse soll es unerklärlicherweise auch in Familien mit Kindern geben... ;-)

Musik: Mambo von Grönemeyer

1 Comments:

  • Sieht mir stark nach einem Phänomen à la "Ghost - Nachricht von Sam" aus!

    Ich empfehle einen Gang in die nächste Videothek. Alternativ solltet ihr in den Gelben Seiten nach einem Exorzisten suchen (by the way: ist der eigentlich nicht nur für Teufelsaustreibungen bei Menschen zuständig? Müßte man mal in der Abteilung von Papa Razzi nachfragen.).
    Wenn alles nichts hilft: Geisterjäger John Sinclair von New Scotland Yard in London!

    By Anonymous Anonym, at 28. April 2005 um 08:47  

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