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bees Wohnzimmer

Donnerstag, Dezember 18, 2014

Das 18. Türchen: der Notfallplan

Am Dienstag hatte ich vormittags einen Termin in der Frauenklinik in der Maistraße, um mich dort vor der bzw. für die Geburt anzumelden. Eigentlich soll das Baby ja auch wieder zu Hause geboren werden (wie Minimeins, nur diesmal nicht als spontaner Beschluss während der Geburt, sondern von Anfang an geplant). Sollte es aber zu irgendwelchen Komplikationen kommen oder ich doch plötzlich eine PDA haben wollen, dann würde eben in die Klinik verlegt und dann ist es ganz praktisch, wenn man nicht erst noch den ganzen Papierkram erledigen muß.

Somit hat das Krankenhaus schon mal die Daten und mich auch schon mal gesehen (bzw. das Kind im Ultraschall, dazu gleich mehr), was praktisch ist, wenns schnell gehen muß oder soll. Das Krankenhaus bittet auch darum, sich vorsichtshalber im Vorfeld anzumelden und dann im Zweifelsfall nicht zu erscheinen als andersrum. Die sind auch sehr entspannt, was das Nichterscheinen angeht. Ich habe gefragt, ob ich dann Bescheid sagen muß, wenn das Kind da ist, daß ich nicht mehr komme, aber die Hebamme, die meine Anmeldung aufgenommen hat, meinte, daß ich das zwar machen könnte, aber nicht zwingend müßte, irgendwann, wenn der errechnete Termin schon länger überschritten sei, würden sie die Akte wieder aussortieren, das wäre auch kein Problem.

Ich denke zwar nicht, daß der Fall eintreten wird, aber sag niemals nie. Es ist auf jeden Fall besser, einen Notfallplan zu haben und ihn nicht zu benötigen als andersrum. 

Ich habe mich auch in der ersten Schwangerschaft dort angemeldet, als die Geburt ebenfalls nicht dort stattfinden sollte, sondern noch im Geburtshaus. (Warum Minimeins dann doch zu Hause geboren wurde, dazu schreibe ich im Januar noch was.) Ist ja auch sinnvoll und auch die Hausgeburtshebamme weist da immer noch mal gesondert drauf hin.

Ich bin also am Dienstag morgen dorthin getigert. Vorher habe ich noch die Weihnachtspakete zur Post gebracht geschleppt. Die waren doch schwerer als erwartet, gut daß die Wege so kurz waren. Von der Post am Goetheplatz bin ich dann ganz langsam zur Klinik gewatschelt. Mein Ischiasnerv ist mittlerweile wieder ziemlich genervt von der Gesamtsituation und die Symphyse (die vordere Beckenfuge) hat sich schon sehr gedehnt, so daß ich eher watschele als gehe (watschel, watschel, die Heide blüht. Oder so ähnlich.). Sauanstrengend ist das auch inzwischen und ich bin sehr (also seeeehhhhrrrr, um nicht zu sagen: SEHR) langsam geworden. Also besser etwas mehr Zeit mit einplanen. Besser 10 Minuten als 5. Der Ischias schießt nämlich beim Gehen schon mal so ins Bein, daß es leicht taub wird und dann ist das mit dem Auftreten so eine Sache. Und langlegen will man sich mit so einem Babybauch (und im Regen) ja auch nicht unbedingt. Allerdings ist er launisch, der Herr Ischias, es gibt gute Tage und schlechte Tage. Dienstag war ein guter Tag (zumindest zu dem Zeitpunkt).

Für die 500m habe ich dann tatsächlich gute 10 Minuten gebraucht und war trotzdem aus der Puste. Zuerst mußte ich mich in der Verwaltung anmelden, das ging auch recht zügig. Die Verwaltungsangestellte hatte irgendwie nur so mittlere Laune und wollte übers Wetter schimpfen, ich wollte das nicht und habe sie nett angelächelt und das Gemaule ignoriert.

Dann gings weiter in dei Schwangerenambulanz, wo ich eben für halb 10 einen Termin ausgemacht hatte. Pünktlich war ich auch, es war nicht besonders voll (eigentlich saßen da nur noch 2 weitere Frauen, aber man weiß ja nicht, wie viele grad noch in den Behandlungszimmern sind), also hatte ich gehofft, daß es nicht soooo lange dauern würde (beim ersten Mal im Jahr 2012 hat es trotz Termin 3 oder 4 Stunden gedauert). Normalerweise wird bei diesem Vorstellungstermin auch eine "normale" Vorsorge gemacht, aber ich hatte vorher schon gesagt, daß das nicht nötig sei, weil ich in der Woche davor und in der danach jeweils Vorsorgetermine mit der Hebamme hatte bzw. habe. Und in jeder Woche muß ja auch nicht sein, vor allem, wenn es eine sehr unproblematische Schwangerschaft ist (klar nerven die Zipperlein, sind aber normal, also habe ich faktisch  nix). So können die in der Schwangerenambulanz ihre Zeiten sinnvoller planen und lieber eine Vorsorgeuntersuchung oder was auch immer bei jemandem machen, die es nötiger hat als ich.

Warten mußte ich trotz des Termins, aber tatsächlich nicht besonders lange. Dann habe ich erst von einer Hebammenschülerin einen Fragebogen bekommen (zur Blutgerinnung) und ein Infoblatt zu geburtshilflichen Regionalanästhesien (sozusagen der Beipackzettel zur PDA - ich habe ihn noch nicht ganz durchgelesen, denn zu manchen Aussagen braucht man eine starke Psyche, die habe ich vormittags nicht unbedingt...) und wurde dann auch in ein Behandlungszimmer gebeten, wo nochmal eine Anamnese stattfand, also die Patientin auf evtl. Risiken abgeklopft wird, nach vorherigen Geburten befragt, dem Schwangerschaftsverlauf, evtl. Problemen, Komplikationen etc. Aber wie gesagt: ich hab ja nix, die Schwangerschaft vorher war auch Lehrbuch, einzig: ich neige zu großen Kindern (liegt aber wohl eher am Mann, der fällt halt einfach zu groß aus). Die Hebammenschülerin war auch sehr nett und lieb, die wird bestimmt mal eine gute Hebamme.

Dann wurde noch ein Ultraschall gemacht, damit das Krankenhaus sich auch ein Bild vom Kind machen kann (muahaha...). Naja, meinetwegen. Ich mußte noch mal eine halbe Stunde warten, bevor ich dann aufgerufen wurde. Ich habe noch mal drauf hingewiesen, daß ich das Geschlecht nicht wissen möchte. Die Ärztin war auch noch recht jung und hatte noch einen Studenten dabei. Letzterer durfte aber nur Sachen am Computer eingeben und Ausdrucke holen. Da sie mir aber alles ausführlich darlegte, hat er wohl auch noch was gelernt. Gefragt hat er nämlich nix, aber vielleicht haben sie das im Nachhinein besprochen, als ich raus war.

Zuerst hat die Ärztin mir ausführlich erklärt, wie es laufen würde, wenn ich meine Hausgeburt abbrechen und in die Klinik kommen würde, sollte das nötig sein. Das fand ich sehr nett, beim ersten Kind wurde das nämlich nicht gemacht (ist mir dann so im Nachhinein aufgefallen, aber vielleicht bin ich damals auch einfach davon ausgegangen, daß die Hebamme schon wissen wird, das dann zu tun ist - jedenfalls hatte sie das damals gesagt, daran kann ich mich erinnern).

Dann hat sie etwas nach der ersten Geburt gefragt und ob ich wieder die gleiche Hebamme hätte (habe ich), weil das Kind ja recht groß und schwer gewesen sei - ich habe dann auch gesagt, daß ich davon ausginge, daß das bei diesem auch wieder so sei und daß der Vater recht groß ist und daher die Kinder auch recht groß ausfielen. Danach ist sie noch darauf eingegangen, daß die erste Geburt ja sehr gut gelaufen sei und ich trotz des großen schweren Kindes ja kaum Geburtsverletzungen hatte. Außerdem hat sie erklärt, daß man nicht sicher sein könnte, ob es beim zweiten Kind auch wieder Geburtsverletzungen gäbe (also Dammriss oder ähnliches), aber wenn ja, daß vermutlich die bereits bestehende Narbe wieder reißt. Nun, das wußte ich schon, aber schön, daß sie auch darüber noch mal aufklärt. Insgesamt fand ich sowieso, daß es ein sehr informatives Gespräch war. Dem Arzt beim ersten Kind mußte ich in der gleichen Situation viel mehr selbst aus der Nase ziehen bzw. habe ungefragt wesentlich weniger Informationen bekommen.

Danach ist sie natürlich noch mal auf die geschätzte Kindsgöße eingegangen. 3 Wochen zuvor war ich beim letzten Ultraschalltermin beim Arzt gewesen und der hatte (Ende der 31. Woche) rd. 1.600g* geschätzt. Da das Kind momentan primär nur noch wächst und zunimmt, aber ansonsten so gut wie fertig ist (bis auf die Lungen, die reifen jetzt erst), hatte ich schon damit gerechnet, daß es doch jetzt noch mal eine ganze Ecke mehr sein würde. Sie hat dann auch noch was zum Thema große schwere Kinder, zierliche Frauen (ich finde mich zwar eher grad Walfisch als zierlich, aber nun) und Kaiserschnitten gesagt, aber grundsätzlich hat die Klinik keine so hohe Kaiserschnittrate und ist dafür bekannt, erst mal eine normale Geburt zu versuchen (auch bei z.B. Kindern, die in Beckenendlage sitzen und nicht mit dem Kopf zuerst geboren werden wollen). Auch da war sie recht gelassen und meinte, selbst wenn eine Hausgeburt abgebrochen würde, müßte man nicht gleich davon ausgehen, im Kaiserschnitt zu enden, sondern auch im Krankenhaus würde erst mal versucht, dem Kind auf normalem Wege auf die Welt zu helfen.

Die Ärztin bat mich dann auch zum Ultraschall, hat dem Studenten einige Meßwerte diktiert und dann kam die Hebammenschülerin rein und fragte ganz ruhig und höflich, ob sie bitte mal kurz kommen könnten, sie hätten da eine kollabierte Patientin. Also flitzen alle schnell los (so wie man das Emergency Room oder so kennt) und ich lag da mit dem blöden Ultraschallgel auf dem Bauch. Das war dann schon etwas frisch. Immerhin war es nicht so viel, daß ich mich nicht hätte halb auf die Seite drehen können. Auf dem Rücken liegen geht für mich zwar grad noch so, das Kind findet das aber nicht so lustig.

Hat dann aber insgesamt keine 5 Minuten gedauert, da kam die Ärztin zurück und kurz drauf auch der Student. Dann ging es weiter und sie kam dann auf ein Schätzgewicht von momentan gut 2.800 g (Ende der 34. Woche). Joa, mei, andere Kinder kommen damit zur Welt, die überleben auch. Ist also nicht ganz wenig. Aber auch nicht überraschend. Also wieder ein "kräftiges" Kind. Ich finde das - auch aufgrund von Minimeins Maßen - jetzt nicht soooo überraschend. Ausschlaggebend ist eigentlich der kindliche Kopf, finde ich.

Bei Minimeins wurden damals in der 36. Woche 3.200g geschätzt, das ist in etwa genauso schwer wie das Raketenbaby, wenn man den zeitlichen Verlauf rausrechnet. Und daß mein Körper und ich solche Kinder zur Welt bringen können, haben wir ja schon mal ausprobiert. Erfolgreich.

Bei Minimeins damals hat der untersuchende Arzt dann doch ein bißchen Streß gemacht. Das sei ja nun schon ein sehr großes Kind und im Prinzip sollte man da nicht bis zum errechneten Geburtstermin warten, sondern ggf. die Geburt vorher einleiten, weil ich ja nicht so groß sei, etc. pp. Ich hatte auch damals keinen besonders großen Bauch und konnte mir einfach nicht vorstellen, wo sich da so ein Riesenbaby verstecken sollte. Inzwischen weiß ich: es geht, aber da muß irgendwo eine 4. Dimension sein (wie in unserem Keller, da passt auch mehr rein, als der Raum Volumen hat). Jedenfalls habe ich das mit dem Einleiten freundlich ignoriert (war ja auch gar nicht nötig, wie gesagt, geht ja auch so), sobald die 4 kg-Marke in Sicht ist, werden die alle nervös. Und es gibt gar nicht so wenige Babys, die mit 4 kg auf die Welt kommen (das ist auch nicht neu, meine Geschwister haben damals auch beide über 4 kg gewogen und wurden normal geboren ohen Einleitung). Außerdem kann ich das ja selbst schlecht beeinflussen. Selbst wenn ich jetzt aufhören würde zu essen, würde das Kind noch weiterwachsen. Dann zieht es sich die Energie eben aus meinen Reserven (von denen ich gern mehr hätte) und letztlich würde sich dann auch nix ändern. Außer daß es mir nicht mehr so gut ginge.

Die Ärztin am Dienstag blieb auch entspannt. 2.800g geschätztes Gewicht in der 34. Woche, dazu noch 5-6 weitere Wochen mit einer durchschnittlichen wöchentlichen Zunahmen von 200-300g - es werden also vermutlich wieder 4-4,5 kg Kind werden. Ich habe dann auch noch mal gesagt, daß ich es gut fände, daß sie auch Hausgeburt mit geschätzt großem schweren Kind durchaus gelassen sehen würde. Ihre Begründung war dann, daß ich ja schon mal eine Hausgeburt mit großem schwerem Kind gut hinbekommen hätte, also bestünde ja wenig Grund zur Besorgnis. Außerdem meinte sie, hätte ich mir das ja offensichtlich gut überlegt und mich auch informiert (das ergab sich aus dem Gespräch vorher) und ich sei schließlich erwachsen, da könnte sie mir ja nicht einfach so vorschreiben, daß es alles ganz anders sein müßte. Das hört man ja nun auch nicht allzu oft in diesem Zusammenhang. (Ansonsten herrscht ja eher die - völlig unbegründete - Ansicht, daß man mit einer Hausgeburt ja ohnehin völlig unverantwortlich handeln würde und somit nicht zurechnungsfähig und damit zu entmündigen sei. So jedenfalls tendenziell meine bisherigen Erfahrungen.) Die Frau wurde mir immer sympathischer. :-)

Andererseits fand ich es auch ziemlich unterhaltsam, daß die Begründung war, daß ich das schon mal geschafft hätte. Erstens: soweit war ich vorher auch schon. Zweitens: ist das nicht irgendwie wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung? Es klappt, weils klappt? Wie auch immer, jedenfalls wurde ich nicht unnötig verrückt gemacht, sondern umfassend und sachlich informiert (was leider nicht selbstverständlich ist). Sie hat mich dann auch noch mal über die Möglichkeit einer Schulterdystokie aufgeklärt (d.h. daß der Kopf schon geboren ist, aber das Kind dann mit den Schultern hängen bleibt, weil die schon zu breit sind), das Risiko aber für klein erklärt, weil Minimeins auch nicht steckengeblieben ist.

Ich habe dann noch das Blatt mit den Maßen mitbekommen für die Hebamme (die es in meinem Mutterpaß lassen wird, so daß ich für beide Kinder ein solches Andenken haben werde). Die Ärztin hat sich dann noch verabschiedet und mir alles Gute und eine schöne Hausgeburt gewünscht und auch gesagt, daß sie nicht damit rechne, mich im Kreißsaal zu sehen. Auch das ist ungewöhnlich und bemerkenswert.

Die Hebammenschülerin vom Anfang hat sich dann auch noch mal nett verabschiedet und ebenfalls alles Gute gewünscht. Ich möchte zwar eigentlich auf gar keinen Fall ins Krankenhaus für die Geburt des Raketenbabys, aber falls es sein müßte, habe ich zumindest momentan das Gefühl, daß da auch nette Menschen rumlaufen. Alles in allem habe ich gute anderthalb Stunden dort verbracht (mit Warterei), das fand ich auch noch halbwegs akzeptabel.

Auf dem Rückweg zur Ubahn hat allerdings dann der Körper wieder gesagt, daß ihm doch jetzt mehr nach Pause wäre. Blöd, daß man dann immer erst noch nach Hause gehen muß. (In der Hinsicht bin ich übrigens wirklich froh, daß ich mich letztlich dafür entschieden habe, im Dezember nun doch nicht mehr zu arbeiten...)


aktuelle Bauchsituation**


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* Wobei das geschätzte Gewicht durchaus um ca500g nach oben oder unten abweichen kann. So genau ist das gar nicht... Meinte die Ärztin übrigens auch. Und das war die erste, die das mal so deutlich ausgeprochen hat, ansonsten wurde der Wert immer als gegeben hingenommen.

** Sehr schwierig, im Winter vernünftig belichtete Fotos zu machen...

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