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bees Wohnzimmer

Samstag, April 14, 2012

Vom Zipperlein

Man liest ja viel, was einen so an Zipperlein in der Schwangerschaft ereilen kann, angefangen bei der sogenannten Morgenübelkeit, von der fast jeder schon mal gehört hat, bis hin zu verschiedenen anderen Leiden.

Monatelang wurde ich von den üblichen Schwangerschaftsbeschwerden verschont. Keine Übelkeit in der Anfangszeit, keine Rückenschmerzen, kein Spannungsgefühl irgendwo, keine Krampfadern, keine Schwimmringe/Bauchspeck, keine Schwangerschaftsstreifen, keine Kreislaufprobleme, kein Sodbrennen, keine Wadenkrämpfe, kein Eisenmangel, keine Wassereinlagerungen, keine Infektionen/Pilze etc. Nüscht. Ich wußte es zu schätzen, war aber auch etwas verwirrt (woher kommen dann die ganzen Erzählungen???). Nicht mal nennenswert zugenommen hatte ich, was die Kollegen schon mal kommentierten mit: "Bist Du sicher, daß Du wirklich schwanger bist?" (Äh, ja?!?!) Also alles in allem eigentlich großartig.

Gut, man nutzt die sanitären Anlagen öfter als sonst und scannt beim Betreten einer Lokalität sofort die Lage derselben. Und ich war ständig müde - was aber auch an meinem Biorythmus liegen könnte, der einfach nicht mit den gesellschaftlichen Konventionen kompatibel ist (sprich: ich bin eher ein Nachtmensch).

Allerdings war das mit dem Schlafen fast von Anfang an irgendwie schwierig. Ich wurde jede (aber auch wirklich JEDE) Nacht ab 3 Uhr wach. Eingeschlafen bin ich dann zwar auch wieder - aber erst so gegen 6 Uhr. Wenn dann der Wecker um 7 Uhr klingelt und man bei der Arbeit 100% Leistung bringen soll (naja, 100% reichen bei uns ja oft nicht, es darf auch gern mehr sein), dann wird das irgendwann schwierig. Aber dazu vielleicht ein andermal mehr.

Dann fing das letzte Drittel der Schwangerschaft an und ich habe eigentlich nicht damit gerechnet, daß da noch großartig was an Zipperlein dazu kommt. Dann tut mein Körper eben so, als sei das sein Normalzustand, dieses Schwangersein. Auch gut. Ich hatte ab dem Beginn dieses letzten Drittels frei (einer monumentalen Anzahl an Überstunden und Urlaubsabgeltung vor dem Mutterschutz sei Dank), meine To-do-Liste für diese letzten 3 Monate ist nicht grad kurz und es lief auch ganz gut. Endlich hab ich auch mal ein bißchen zugenommen und es war auch endlich ein Babybäuchlein zu sehen (vorher wirkte es immer noch eher wie zuviel Pizza und Pasta).

Und zack! mit Beginn des 8. Monats kamen die Schwerfälligkeit und das Ausgeleiertfühlen, die Kurzatmigkeit, lustige Wadenkrämpfe (gern nachts), gelegentliche Rückenschmerzen, ab und an Kreislauf, Übelkeit und Sodbrennen (und gleichzeitig Hunger) vorbei, sahen unbewohntes Terrain und schlugen hier ihr Lager auf. Auch der Siedler der ersten Stunde, die beliebte Schlaflosigkeit, machte sich wieder bemerkbar. Hallo? Was soll das denn jetzt? Da wähnt man sich endlich auf der sicheren Seite, weil immer nix war, und dann gleich alles auf einmal. 

Also mußte ich von jetzt auf gleich von Gehen auf Schleichen umstellen (Rentner und Schnecken ziehen winkend an mir vorbei), trinke morgens und abends eklige Magnesiumbrausetabletten, mache lustige Verrenkungen für den Rücken, lege mich gern mal spontan hin und die Füße hoch (auch wenns mir grad gar nicht in den Kram passt), versuche über den ganzen Tag verteilt ständig zu essen, damit ich genug zu mir nehme und sowohl Übelkeit als auch Sodbrennen im Rahmen bleiben (beides liegt am stark zusammengequetschten Magen, der durch das wachsende Kind nach oben gedrängt wird) und mache gern mal tagsüber ein Nickerchen (geht allerdings nicht direkt nach dem Essen wg. des Sodbrennens... äh, ja...). Ganz ehrlich? So kriegt man einen Tag auch ganz gut rum. Und wenn man es mal so von außen betrachtet - eigentlich hab ich ja nix. Ist alles normal am Ende der Schwangerschaft und es könnte wirklich alles schlimmer sein oder noch mehr Zipperlein (siehe oben).

Nervig ist es trotzdem, wenn der Mann schon fast rückwärts läuft und immer noch 5 Meter vor mir geht (und das gemeine öffentliche Verkehrsmittel erwische ich auch immer seltener). Seeeeeeehr gewöhnungsbedürftig ist es auch, daß ich von jetzt auf gleich komplett umschalten muß und nicht mehr wie gewohnt am Tag so und so viele Dinge gewuppt kriegt. Alles dauert jetzt plötzlich gefühlt 3-5 x so lange. Und das mir, die ich ja die Geduld quasi erfunden habe... ;-)

Ich versuche mich über Wasser zu halten, indem ich mir sage, daß es ja alles nicht mehr so lange dauert (nur noch 6 Wochen oder 8 oder sogar weniger - was übrigens mal positiv und mal negativ ist) und dann irgendwann weg ist (und dafür hat man dann ein süßes niedliches Baby). Außerdem hat das alles vielleicht seinen Sinn und Zweck, zum Beispiel, daß ich einfach generell mal langsamer machen sollte oder daß der Körper sich schon mal auf den Schlafmangel vorbereitet, der zwangsläufig eintritt, wenn das Kind dann da ist und einfach mal nachts Hunger hat (oder sonstwas). In guten Momenten sehe ich das also positiv, in schlechten bin ich einfach nur genervt (die Sache mit der Geduld, ihr erinnert Euch?).

Also übe ich jetzt mein Mantra: es ist alles nur eine Phase*, es ist alles nur eine Phase, es ist alles nur eine Phase...

Irgendwie wirkt das ganze jetzt jammeriger, als es eigentlich sollte - bin wohl dank Twitter ein wenig aus der Übung, was das Bloggen angeht. Tses.

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* dieses Mantra soll man auch sonst gut gebrauchen können, hab ich mir sagen lassen. :-)

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