.comment-link {margin-left:.6em;}

bees Wohnzimmer

Donnerstag, März 04, 2010

Eine unendliche Geschichte

Neulich im Hause bee-Mann: die Jalousie im Schlafzimmer ist kaputt, beim Hochziehen gerät sie in Schieflage und droht über kurz oder lang abzureißen. Das wollen wir vermeiden, und damit nimmt die Geschichte ihren Lauf...

[kurze Rückblende: Als ich Ende 2006 nach München zog, war in der Wohnung - damals noch im Erdgeschoß - ebenfalls eine Jalousie kaputt. Anruf bei der Wohnungsverwaltungsgesellschaft, die einen Handwerker beauftragte, der mich am selben Tag nachmittags zwecks Terminvereinbarung anrief und 2 Tage später die Jalousie reparierte. Lediglich um die Frage, wer die Kosten zu tragen habe, stritt ich mich ein wenig mit der Wohnungsverwaltungsgesellschaft...]

Dienstag, 9. Februar 2010
Ich (A) bemerke die Fehlfunktion der Jalousie und beschließe, gleich am nächsten Morgen die Vermieterin anzurufen.

Mittwoch, 10. Februar 2010, vormittags
Die Vermieterin (B) meint am Telefon, ich solle mich direkt an die Hausverwaltung wenden. Wenn diese nicht zuständig seien, solle ich mich wieder melden.

Umgehend rufe ich bei der Hausverwaltung an und erhalte von der Zentrale die Information, daß Herr C für das von mir bewohnte Objekt zuständig sei. Dieser sei jedoch derzeit in einer Besprechung und werde mich zurückrufen. Letzteres geschah tatsächlich. Nachdem ich das Reparaturbedürfnis geschildert habe, wird mir beschieden, daß - da die Jalousie sich auf der Außenseite der Fassade befindet (gibt es auch innenseitige Jalousien?) - hierfür der Vermieter zuständig sei und selbst einen Handwerker beauftragen möge, sofern es nicht selbst zu richten sei. Nun, dieses zur Kenntnis nehmend, will ich später wieder bei der Vermieterin anrufen.

5 Minuten später: Anruf von Herrn C, seine Interpretation von *nuschelnuschel* (vermutlich eine Hausverwaltungs-Richtlinie) sei hier nicht ganz zutreffend gewesen, vielmehr sei doch die Hausverwaltungsgesellschaft zuständig, die Kosten habe jedoch der Vermieter zu tragen. Er werde folglich einen Handwerker beauftragen, der sich wiederum mit mir in Verbindung setzen werde, um einen Termin zu vereinbaren.

Dies teile ich telefonisch der Vermieterin mit, die ihrerseits sagt, daß sie bei der Hausverwaltungsgesellschaft angerufen habe und die Schadensmeldung an die zuständige Sachbearbeiterin weitergegeben habe...

Freitag, 12. Februar 2010, gegen 11 Uhr
Bislang hat sich noch niemand mit mir in Verbindung gesetzt, um einen Termin zur Reparatur zu vereinbaren. Ich rufe Herrn C an, um nachzufragen, ob bereits ein Handwerker beauftragt wurde. Dies sei direkt an dem Tage erfolgt, als ich angerufen habe. Ich könne mich aber auch gerne selbst mit dem Handwerker (D) in Verbindung setzen, sprach er und gab mir die Telefonnummer.

Herr D ist - obwohl noch vor 12 Uhr - telefonisch nicht zu erreichen. Über einen Anrufbeantworter verfügt Herr D offenbar nicht. Oder er schaltet ihn nicht ein.

Montag, 15. Februar 2010
Herr D hat sich immer noch nicht gerührt. Er ist auch telefonisch nicht erreichbar. Kein Anrufbeantworter.

Dienstag, 16. Februar 2010
Herr D hat sich immer noch nicht gerührt. Er ist auch telefonisch nicht erreichbar. Kein Anrufbeantworter.

Mittwoch, 17. Februar 2010
Herr D hat sich immer noch nicht gerührt. Er ist auch telefonisch nicht erreichbar. Kein Anrufbeantworter.

Donnerstag, 18. Februar 2010
Langsam bin ich extrem angepisst. Entnervt rufe ich bei Herrn C an, tue latent echauffiert kund, dass Herr D oder wer auch immer sich immer noch nicht gerührt habe und auch telefonisch nicht erreichbar sei. Herr C teilt mir - offensichtlich grinsend - mit, daß er gerade auf einer Baustellenbesichtigung sei und Herr D neben ihm stehe. Die beiden sind tatsächlich in der Lage, das Taschenfernsprächgerät von Herrn C an Herrn D weiterzureichen, der sich nicht lange mit Entschuldigungen oder Rechtfertigungen aufhält, sondern nur fragt: "Wonn bassds Eahna deeenn?" (Offenbar weiß er schon, worum es geht.)

Mein Problem war inzwischen, daß ich ahnte, in der folgenden Woche kinderlandverschickt zu werden, aber nichts genaues wußte ich nicht. Folglich mußte ich davon ausgehen, daß die Reparatur nur an einem Freitag vonstatten gehen kann, wenn der Mann zu Hause ist Home Office macht. Erwarteterweise konnte Herr D natürlich nicht gleich am morgigen Freitag kommen (wenn er nicht mal innerhalb einer Woche anrufen kann, ist mir das auch klar), sagte aber für den Freitag in der Woche drauf für 10 Uhr zu (wer mitrechnen möchte: am 26. Februar 2010).

Freitag, 19. Februar 2010
Ich erfahre, daß ich tatsächlich in der kompletten folgenden Woche ins Niederbayrische kinderlandverschickt werde und informiere den Mann über seine bevorstehende Aufgabe.

Mittwoch, 24. Februar 2010, gegen 16 Uhr nachmittags
Zufällig entdecke ich - beim Mandanten sitzend - daß gegen Mittag jemand angerufen hat und mit eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterließ: "Ja, Grüß Gott, Herr E hier, ich bin gegen 15 Uhr 30 im Haus und würde Ihren Rollladen reparieren. Bitte melden Sie sich bei mir unter der Telefonnummer 017irgendwas..."

Umgehend rufe ich - wenn auch verwirrt - den mir völlig unbekannten Herrn E zurück und lande auf seiner Mailbox. Dieser teile ich mit, daß ich leider seinen Anruf erst jetzt gesehen habe und auch nicht zu Hause sei. Darüberhinaus hätte ich ja bereits mir Herrn D einen Termin für Freitag um 10 vereinbart. Ich bat jedoch kurz um Rückruf, um die Angelegenheit zu klären.

Mittwoch, 24. Februar 2010, gegen 17 Uhr nachmittags
Ich rufe bei Herrn C (wir erinnern uns: der zuständige Mitarbeiter der Hausverwaltung) an, um zu klären, daß der Auftrag nicht versehentlich doppelt (also an Herrn D und Herrn E) vergeben wurde - muß ja nicht sein. Herr C erläutert mir, daß es sich bei Herrn E um einen Mitarbeiter des Herrn D handelt (aha! eine neue Information!), der wohl zufällig eh im Haus war. Aha...

Freitag, 26. Februar 2010, 10 Uhr
Wir haben ja nicht wirklich damit gerechnet - selbstverständlich taucht kein Handwerker auf. Nun, es kann immer Verzögerungen geben, üblicherweise gibt man als Verspäteter dann kurz telefonisch Bescheid, geben wir dem Herrn D (oder E) noch ein wenig Schonfrist.

Freitag, 26. Februar 2010, 11 Uhr
Kein Handwerker weit und breit in Sicht. Der Mann ruft bei Herrn D an (endlich hat die Telefonnummer von Herrn D mal funktioniert!), der verspricht, die Sache zu klären. Tatsächlich meldet er sich umgehend zurück und verspricht, sofort jemanden zu schicken.

Nichts passiert. Der Mann ruft mich an und informiert mich über die Sachlage.

Freitag, 26. Februar 2010, 14 Uhr
Ich sitze immer noch beim Mandanten, als mein Handy klingelt und Herr C (der von der Hausverwaltung) sich meldet.

Herr C: Ihr Mann hat vorhin etwas aufgebracht hier angerufen.
ich (A): Na sowas.
C: Ja, sie hatten ja vor kurzem mit Herrn D einen Termin ausgemacht...
A: Stimmt, am 18. Februar für den 26. Februar, also für heute.
C: Herr D hat das natürlich nicht an seinen Mitarbeiter weitergegeben...
A: So 'natürlich' finde ich das jetzt nicht!
C: Jedenfalls kann Herr D jetzt gleich vorbeikommen, ist denn jemand zu Hause?
A: Ja, mein Mann [ich wollte den guten Mann nicht mit solch Nebensächlichkeiten wie Familienständen verwirren] ist da und wartet schon den ganzen Tag, daß ein Handwerker kommt. [ich gebe zu, ich wurde leicht süffisant] Am besten sprechen Sie selbst mit ihm, die Nummer ist 089undsoweiter.

Offenbar ist tatsächlich eine gute Stunde später Herr E - der übrigens ein Subunternehmer des Herrn D ist - bei uns aufgetaucht und hat die Jalousie innerhalb kürzester Zeit gerichtet.

Abends erzählte mir der Mann dann, daß er - als der Handwerker vormittags nicht auftauchte und trotz Zusage von Herrn D ebenfalls nichts passierte und dieser (ganz unüblich ;-) wieder teelfonisch nicht zu erreichen war) - bei Herrn C angerufen habe, um sich zu beschweren. Herr C habe dann wohl gesagt, daß er schließlich nicht dafür zuständig sei, hinter Handwerkern herzutelefonieren. Der Mann hat ihm dann etwas über Dienstleister und deren Aufgaben erzählt (zufällig arbeiten wir ja beide im Dienstleistungsbereich...)

Donnerstag, 04. März 2010, gegen 10 Uhr 30
Ein etwas aufgelöster Herr C hat mir auf den Anrufbeantworter (zu Hause, nicht der vom Handy) gesprochen, daß er die Meldung vorliegen habe, meine Jalousie sei kaputt und das könne doch nicht schon wieder der Fall sein... ich möge mich doch bitte melden.

Ich vermute, die Schadensmeldung meiner Vermieterin hat endlich ihren Weg auf seinen Schreibtisch gefunden... Und ich überlege ernsthaft, mir mit dem Rückruf bei Herrn C eine gute Woche Zeit zu lassen.



1 Comments:

Kommentar veröffentlichen

Links to this post:

Link erstellen

<< Home