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bees Wohnzimmer

Mittwoch, Februar 01, 2017

Brechen, brach, gebrochen

Disclaimer: der Inhalt ist ein bißchen eklig, wer sowas nicht abkann, möge den heutigen Beitrag überspringen.

Was ist eigentlich aus der Rückgabe des Kindersitzes geworden?

Ja, eigentlich hätte ich den abends noch zurückbringen können, aber Rakete hätte Zeter und Mordio gebrüllt, wäre ich ohne ihn gegangen. Mitnehmen wollte ich ihn nicht (anziehen, ausziehen etc.) und später, als er im Bett war, war die Nachbarin nicht da (das wußte ich zufällig).

Am nächsten Morgen habe ich pünktlich um 8:30 Uhr Minimeins im Kindergarten abgeliefert und bin mit Rakete weitergefahren zum Markt. Rakete hatte vormittags einen Termin für die Vorsorgeuntersuchung zum 2. Geburtstag, deswegen ist er nicht im Kindergarten gewesen. Vom Markt zurück wollte ich der Nachbarin gern ihren Sitz zurückgeben, aber ihre Jalousien waren noch unten. Wecken wollte ich sie nicht, den Sitz aber auch nicht einfach so vor die Tür legen. Also vertagt (bzw. verstundet).

Dann bin ich mit Rakete auf 9:30 Uhr zum TÜV Kinderarzt gefahren (kurz zusammengefasst: er hat den Stempel gekriegt und darf ein weiteres Jahr fahren), dort hat man mir nahegelegt, ihm zügig den Schnuller abzugewöhnen (zumindest tagsüber), das habe ich versucht, gleich in die Tat umzusetzen (ich hätte jetzt noch ein bißchen gewartet, weil Minimeins auch bis ca. 3 Jahre seinen Schnulli hatte, zwar tagsüber nur noch ab und zu, aber er war trotzdem heißgeliebt - allerdings hatte ich nicht bedacht, daß Minimeins auch wesentlich später als Rakete Zähne bekommen hat). Also Rückweg vom Kinderarzt ohne Schnuller. Das Kind brüllt Zeter und Mordio, während ich im Ort rote Welle habe (es sind nur 4 Ampeln auf der Strecke, aber alle sind rot). Zuhause beruhigt er sich ein bißchen, auch weil er seinen Schnulli dort 'wiedergefunden' hat (ich war zu langsam). Inzwischen ist es knapp 11 Uhr.

Ich überlege, der Nachbarin grad ihren Sitz wieder zurückzugeben, als das Telefon klingelt und der Kindergarten dran ist. Minimeins ginge es nicht so gut, ob ich ihn wohl recht schnell abholen könnte. Er hätte gebrochen und wäre jetzt umgezogen, hätte aber keine Strumpfhose, sondern nur Strümpfe an, ob ich entweder eine mitbringen oder mit dem Auto kommen könnte.

Also Rakete wieder angezogen, ins Auto gesteckt (Anschnallballett!), 400m zum Kindergarten gefahren*, Abschnallballett, mit Rakete in den Kindergarten und dort wurde ich auch schon mehrstimmig von Kindern aus Minimeins' Gruppe begrüßt: "Minimeins hat gekotzt! Voll viel, ey! Das war echt eklig!" Ich mußte ein bißchen lachen (und war den Leuten, die das schon wieder weggemacht hatten, sehr dankbar). Minimeins hat sich ausnahmsweise gefreut, daß ich kam (sonst will er ja beim Abholen immer noch weiterspielen, aber er war diesmal doch etwas mitgenommen), hatte seltsame Kleidung an (teilweise seine eigenen Wechselsachen, teilweise Kindergartenzeug) und kam auch gleich mit. Also schnell angezogen, bevor Rakete wieder mal abhauen konnte, beide Kinder ins Auto gestopft, nach Hause gefahren. Minimeins sagte, es gehe ihm schon viel besser, aber er wollte sich lieber auf dem Sofa noch ein bißchen ausruhen.

Als ich das Auto geparkt hatte, fiel mir ein, daß es mit Kotzkind sinnvoll sein könnte, Zwieback im Haus zu haben. Unseres war aber alle (der Mann hatte am Wochenende zuvor irgendein Leiden, das Zwiebackernährung erforderte - das Leiden Christi hat zwischendurch schon nach einem Ausbildungsplatz gefragt...), also habe ich spontan beschlossen, daß wir noch schnell welches einkaufen. Da ich Minimeins nicht allein zu Hause lassen wollte, sind wir alle zusammen zum Edeka gefahren. Kaum hatte ich dort geparkt, fiel mir auf, daß ich beim Haus verlassen außer dem Schlüssel nichts mitgenommen hatte - vor allem kein Portemonnaie. Also wieder nach Hause, Portemonnaie geholt, dabei gerade noch Minimeins' vollgekotze Kindergartenkleidung in die Waschmaschine geworfen, eingeschaltet und wieder losgefahren. Völlig unnötige Hin- und Herfahrerei, die ich mir und den Kindern hätte ersparen können - wenn man mal vorher kurz nachgedacht hätte. Hätte, hätte, Fahrradkette, es war aber leider nunmal so. 2x Abschnallballett bei Edeka. Allein im Auto wollte ich das angeschlagene Kind auch nicht warten lassen, also habe ich ihn überredet, mit reinzukommen, obwohl er eigentlich nicht wollte.

Im Laden haben wir schnell Bananen und Zwieback (für Minimeins), Milch (für Rakete und mich) und Apfelmus (für Rakete) in den Kindereinkaufswagen geworfen und sind zur Kasse gestiefelt. Dort schien sich die halbe Einwohnerschaft der ü60-Burgwedeler zum Wocheneinkauf verabredet zu haben: viele Leute mit viel Zeug im Einkaufswagen. Und obwohl viele Kassen offen waren und sogar an der Info bezahlt werden konnte, wenn man nicht so viel hatte, ging es nur schleppend vorwärts. Irgendwann, während wir so in der Schlange vor uns hinwarteten, habe ich mitbekommen, daß die Kartenzahlung wohl eine Weile nicht funktioniert hatte, inzwischen aber wieder EC-Kartenzahlung möglich sei. 

Langsam geht es vorwärts. Plötzlich fängt Minimeins wieder an zu brechen. Das arme Kind! Immerhin kotzt er nur auf den Boden. Ich beruhige ihn, sprinte zur Info, erbitte mir eine Rolle Küchentuch, bekomme sie, sprinte zurück und Minimeins hat auch schon wieder aufgehört. Ich drücke ihm ein Küchentuch in Hand, er möge sich den Mund abwischen. Ich wische derweil den Boden auf, bekomme viel Anteilnahme von den umstehenden Omis und immerhin eine reicht mir eine Plastiktüte als Mülltüte. Minimeins muß nochmal brechen, hält sich aber immer noch das Küchentuch, das ich ihm zum Mundabwischen gegeben habe, vor den Mund und deswegen spritzt die Brühe leider etwas mehr durch die Gegend als nötig. Das meiste bekomme ich aber ab: Jacke, Brille, Schal, Mütze, Gesicht. Bäh! Minimeins ist nur geringfügig in Mitleidenschaft gezogen (Jacke Schal), Rakete hat zum Glück nix abgekriegt und sonst auch keiner. Also alles aufwischen, entsorgen, Minimeins zum Durchatmen vor die Tür schicken an die frische (kalte!) Luft (ihn nehme an, ihm ist in voller Montur während der langen Wartezeit zu warm geworden und deswegen wurde ihm wieder übel), von einer Dame hinter mir den Tipp bekommen, mich doch an der Info anzustellen, dort frage ich eine andere Dame, ob ich bitte vorgehen könnte, sie hätte ja mitbekommen, was gerade passiert sei und die sagt nur entschuldigend mit den Schultern zuckend, sie müßte schließlich auch zur Arbeit. Ja, danke auch für das Gespräch.

Immerhin läßt mich an der nächsten Kasse jemand vor. Ich bedanke mich 1000x, in der Zwischenzeit kommt Minimeins wieder angestiefelt, er wolle dort draußen nicht so lange rumstehen und auf mich warten. Endlich sind wir durch, ich stopfe beide Kinder wieder ins Auto, drücke Minimeins seinen Reiseeimer in die Hand, der üblicherweise im Auto liegt, 2x Anschnallballett (durchgeschwitzt war ich eh schon) und wieder nach Hause fahren.

Inzwischen ist es halb 12, wir riechen sehr streng, immerhin war Rakete lieb und ist während der ganzen Aktion einfach stehengeblieben und nicht irgendwohin gegangen, wo er es interessanter findet. Ich ziehe erst mal allen Beteiligten die stinkenden Klamotten aus, werfe mir schnell eine Strickjacke über, ziehe Minimeins frische Sachen an, wasche uns zwischendurch grob, putze mit Minimeins die Zähne, sortiere die Wäsche (Wolle sollte extra gewaschen werden) und warte drauf, daß die Waschmaschine mit der ersten Ladung, die ich ja schon angeworfen hatte, fertig wird. Hätte ich mir auch sparen können, da kommt ja gleich nochmal was. Nun.

Rakete meldet Hunger an, ich hab eigentlich auch Hunger, Minimeins will unbedingt Zwieback. Ich nehme an, er ist jetzt leer und lasse ihn soviel Zwieback futtern wie er will. Das ganze zieht sich etwas hin. Ich lasse die beiden rumdameln, sollen sie nur. Rakete macht keinen Mittagsschlaf mehr (in der Krippe muß er allerdings zwangsschlafen, aber das ist wieder eine andere Geschichte...), hat aber natürlich dann im Laufe des Tages irgendwann einen ziemlichen Durchhänger. Nach dem Essen spielt er aber friedlich. Minimeins futtert sich genüßlich durch die halbe Packung Zwieback und ich habe regelmäßig die Waschmaschine beschäftigt und ein bißchen Zeitung gelesen. Nun, dann machen wir uns eben einen gemütlichen Tag zu Hause. Eigentlich hatten wir sonst nichts weiter geplant, aber ich hätte Minimeins eigentlich fragen wollen, ob und wenn ja was er denn schönes machen wollte.

Plötzlich klingelts an der Tür: die Nachbarin, deren Kindersitz ich entlieh. Die hatte ich über die Ereignisse völlig vergessen...! Das tat mir wirklich leid und ich hatte auch ein schlechtes Gewissen deswegen. Sie holte ihren Sitz dann persönlich ab. Da war es dann aber bestimmt schon halb 2 und ich stand immer noch im Unterhemd rum. (Gut, daß ich keine Jogginghose besitze...)

Nachmittags sind wir dann noch mal rausgegangen, um bei Ernstings ein paar Kleinigkeiten zu besorgen. Minimeins kam zwar mit, hatte aber auf dem Rückweg ziemlich zu kämpfen. Er war doch noch ganz schön klapprig auf den Beinen. Rakete ist dann im Kinderwagen fast eingeschlafen (aber nur fast!), aber ich konnte ihn daran hindern. Da war er dann, der Durchhänger.

Wir haben dann etwas früher als sonst Abendbrot gegessen. Minimeins, der eigentlich tagsüber ganz guter Dinge war, wollte aber nichts mehr, sondern sich lieber ein bißchen auf dem Sofa ausruhen. Das hatte er vormittags zwar schon gesagt, aber dann doch nicht gemacht.

Während Rakete und ich aßen, ist Minimeins dann auf dem Sofa eingeschlafen - eng an seinen Eimer gekuschelt. Nun, lassen wir ihn schlafen, er wird es brauchen.

Rakete und ich haben dann nach dem Abendbrot die letzte Wäsche aufgehängt und Rakete hat sich einen Wäschekorb geschnappt und damit Schiff gespielt. Ich hab ihn spielen lassen und mich zu Minimeins aufs Sofa gesetzt. Kurz drauf war der kleine Kapitän im Flur dann verdächtig leise.

Diese verdächtige Stille kann das 2 Gründe haben:
1. Entweder baut grad einer größeren Blödsinn
2. oder...


vom Schlaf übermannt - sogar ohne Schnuller


18 Uhr und beide Kinder schlafen. Entweder ist das ein früher Feierabend für mich oder es wird eine lange Nacht.

Ich habe noch ein bißchen abgewartet, damit Rakete auch wirklich tief und fest schläft und habe ihn dann nach oben getragen. Versandfertig verpackt war er ja schon. Ich habe ihn noch seiner Puschen und Hose entledigt und dann in sein Bett gelegt. Schläft er halt in Strumpfhose und Pulli statt in Schlafanzug und Schlafsack. Er ist auch dabei nicht aufgewacht, allerdings hörte ich währenddessen von unten ein sehr charakteristisches Geräusch in Verbindung mit einem Eimer... Argh!

Aber es war nichts. Minimeins war aufgewacht, hatte sich verschluckt und vorsichtshalber gleich nach seinem Eimer gegriffen, den er ja eh im Arm hielt. Es ging ihm ganz gut, aber er war müde. Vorsichtshalber habe ich ihn erst mal noch eine Weile auf dem Sofa schlafen lassen, bevor ich ihn ins Bett transportiert habe.

Und überraschenderweise haben beide (!) Kinder die ganze Nacht (!!) durchgeschlafen (!!!). Nur ich nicht. Ich glaube, ich kann das nicht mehr, ich muß das erst wieder lernen.

Fun fact: als wir am nächsten Tag - Minimeins war nicht im Kindergarten und mußte daher mit zum Einkaufen - bei Edeka an der Kasse standen, wurde er von der Kassiererin ganz teilnahmsvoll gefragt, ob es ihm denn heute schon wieder besser ginge. Tja, zack!, schon biste im ganze Ort bekannt.

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* deswegen gehen wir morgens fast immer zu Fuß oder mit dem Fahrrad zum Kindergarten - es ist einfach zu nah für irgendwas anderes. Neulich sprach mich eine Mutter an, daß sie es wirklich beeindruckend fände, daß ich wirklich jeden Morgen mit dem Rad käme und nicht mit dem Auto fahren würde, und daß ich das auch bei jedem Wetter durchziehen würde, das wäre ja auch eigentlich ganz sinnvoll. Ich habe mich bedankt und ihr dann erklärt, daß ich das weniger aus gesundheitlichen Gründen ("die Kinder kommen an die frische Luft") machen würde als einzig und allein aus dem Grund, weil es so wahnsinnig nah ist. Ganz ehrlich: wenn es aus Kübeln schüttet oder wir direkt im Anschluß irgendwohin fahren (z.B. um den Wocheneinkauf zu erledigen), fahre ich auch tatsächlich schon mal mit dem Auto, aber das kommt wirklich selten vor.

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